Direkt zum Inhalt springen

Inhalt

Dupuytren’sche Kontraktur

Die Dupuytren’sche Kontraktur

Die Dupuytren'sche Kontraktur ist eine Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche und in den Fingern, die vor allem bei älteren Menschen auftritt. Im fortgeschrittenen Stadium kann sie dazu führen, dass sich harte Stränge aus Kollagen bilden und sich dadurch die betroffenen Finger nicht mehr strecken lassen. Einfache Tätigkeiten im Alltag sind nicht mehr ohne weiteres möglich. Die Ursachen der Erkrankung, die auch Morbus Dupuytren genannt wird, sind noch nicht vollständig erforscht. Es gibt operative und medikamentöse Behandlungsmethoden, so dass die Funktionalität der Hände in vielen Fällen wiederhergestellt werden kann. Pfizer möchte die Betroffenen und ihre Angehörigen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren und ihnen den Umgang mit der Dupuytren'schen Kontraktur erleichtern.

Krankheitsbild
Krankheitsbild (Tab 1)

Was ist eine Dupuytren'sche Kontraktur?

Die Dupuytren’sche Kontraktur

Bei einer Dupuytren´schen Kontraktur bildet der Körper überschüssiges Kollagen, das sich im Bindegewebe der Handinnenflächen ablagert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung bilden sich zunächst Knötchen und dann harte Kollagenstränge, die zu einer Fehlstellung der Finger führen können. Dabei werden die betroffenen Finger in eine permanent nach innen zur Handfläche gekrümmte Position gebeugt und können schließlich nicht mehr gestreckt werden.

Benannt ist die Erkrankung nach einem französischen Chirurgen. Baron Guillaume de Dupuytren beschrieb 1834 erstmals die Symptome und entwickelte operative Methoden zur Behandlung.1

Betroffene
Betroffene (Tab 2)

Wer ist von einer Dupuytren'schen Kontraktur betroffen?

Die Krankheit tritt meist im mittleren oder im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Erkrankung. Männer sind häufiger betroffen als Frauen und leiden tendenziell auch unter stärker ausgeprägten Symptomen. Laut Schätzungen aus epidemiologischen Daten anderer Länder leiden in Deutschland wahrscheinlich zwischen 1,3 und 1,9 Millionen Menschen an einer Dupuytren'schen Kontraktur.2, 3

Auch wenn die genauen Ursachen der Dupuytren’schen Kontraktur noch nicht komplett erforscht wurden, sind einige Faktoren bekannt, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen:

Erbliche Faktoren

Bei bis zu 70 Prozent der betroffenen Patienten sind Fälle der Dupuytren’schen Kontraktur aus der familiären Krankengeschichte bekannt.1

Alkohol und Rauchen

Ein erhöhter Alkoholkonsum geht einher mit einem höheren Risiko für das Auftreten der Dupuytren’schen Kontraktur. Außerdem kann das Erkrankungsrisiko auch durch Rauchen erhöht werden.4

Diabetes mellitus

Menschen mit Diabetes mellitus sind überdurchschnittlich häufig von einer Dupuytren’schen Kontraktur betroffen. Der durchschnittliche Wert liegt bei ca. 20 Prozent. Unter Diabetikern betrifft die Dupuytren’sche Kontraktur Männer und Frauen gleichermaßen.5, 6

Verletzungen

Patienten machen häufig eine Verletzung oder eine große physische Belastung der Hand für die Krankheit verantwortlich. Diese Zusammenhänge wurden durch die medizinische Forschung bislang weder bestätigt, noch widerlegt. Einige Studien kamen zu dem Ergebnis, dass es hinsichtlich des Auftretens der Dupuytren’schen Kontraktur keinen Unterschied zwischen Personen gibt, die viel mit den Händen arbeiten, und Personen, bei denen dies nicht der Fall ist.5, 7

Symptome
Symptome (Tab 3)

Wie äußert sich eine Dupuytren'sche Kontraktur?

Typisch für die Dupuytren'sche Kontraktur ist das langsame Fortschreiten der Erkrankung, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren entwickelt und dabei immer wieder in Schüben auftritt. Die Erkrankung beginnt mit der Ausbildung von Knötchen in den Handinnenflächen. Diese Knötchen bestehen aus kollagenbildenden Zellen.1 Zu Beginn treten meist keine Schmerzen auf, es lassen sich lediglich Knoten oder Verdickungen und Dellen in der Handinnenfläche ertasten.8

Im weiteren Verlauf sammelt sich überschüssiges Kollagen an, sodass sich unter der Haut Stränge bilden können, die sich von der Handinnenfläche bis in die Finger erstrecken.5 Der Umriss des Strangs wird manchmal unter der Haut sichtbar, insbesondere wenn ein Patient versucht, einen betroffenen Finger zu strecken.

Im fortgeschrittenen Stadium führt der Strang zu einer Fehlstellung des Fingers, wodurch eine permanent nach innen zur Handfläche gekrümmte Position – die Dupuytren’sche Kontraktur – verursacht wird.

Für viele Patienten bedeutet die Fehlstellung des betroffenen Fingers einen großen Verlust an Lebensqualität, weil die Erkrankung bei alltäglichen Verrichtungen oft Schwierigkeiten verursacht – etwa beim Waschen des Gesichts, beim Autofahren oder auch beim Sport. Auch einfache Dinge wie die Hände in die Hosentasche zu stecken oder im Winter einen Handschuh überzustreifen, können zur Herausforderung werden, wodurch bei zahlreichen Betroffenen ein erheblicher Leidensdruck entsteht.

Die Dupuytren’sche Kontraktur: Einschränkungen im Alltag

Abb.: Betroffene können in ihren Alltagshandlungen beeinträchtigt sein

Die Erkrankung tritt in ca. 45 Prozent der Fälle beidseitig auf,1 wobei eine Hand in der Regel schwerer betroffen ist als die andere. Es spielt dabei keine Rolle, ob eine Person Links- oder Rechtshänder ist.5

In seltenen Fällen kann die Dupuytren’sche Kontraktur auch die Fußsohlen und die Zehen betreffen.1

Behandlung
Behandlung (Tab 4)

Wie wird eine Dupuytren'sche Kontraktur behandelt?

Ob und wie eine Dupuytren'sche Kontraktur behandelt werden sollte, lässt sich nur individuell entscheiden. Die Behandlung sollte sich immer nach den persönlichen Bedürfnissen des jeweiligen Patienten richten. Bei etwa zehn Prozent der betroffenen Patienten bildet sich die Erkrankung ohne Behandlung von selbst zurück.4 Wichtig ist, den Krankheitsverlauf genau zu beobachten, bis es zu einer Veränderung oder Verschlechterung der Symptome kommt. Behandelt wird die Erkrankung meist durch chirurgische Eingriffe, doch seit kurzem stehen auch medikamentöse Behandlungen zur Verfügung, durch die sich eine Operation in vielen Fällen vermeiden lässt.

Chirurgische Therapieoptionen

Die zentrale Behandlungsmethode ist ein chirurgischer Eingriff, um die Fehlstellung der betroffenen Finger zu korrigieren.1 Meist wird die Operation erst dann durchgeführt, wenn die Beugung des betroffenen Fingergelenks einen bestimmten Grad erreicht hat. Je nach Gelenk liegt dieser zwischen 15° und 30°.

Bei der chirurgischen Behandlung werden unterschiedliche Methoden angewendet. Die häufigste ist die so genannte Fasziektomie: Hierbei wird das erkrankte Gewebe nach einem Einschnitt in die Handfläche teilweise oder vollständig entfernt. Die Operation erfolgt in der Regel unter Vollnarkose.

Eine wichtige Voraussetzung für den nachhaltigen Behandlungserfolg ist eine aktive Mitwirkung der Patienten. Nach der Operation ist es wichtig, dass die Patienten die Beweglichkeit der Hand durch Physiotherapie oder Bewegungstherapie verbessern, um Versteifungen zu verhindern.

Nichtchirurgische Therapieoptionen

Wenn die Erkrankung nur leicht ausgeprägt ist, kommt als Behandlung die sogenannte perkutane Nadelfasziotomie in Frage. Bei diesem Verfahren wird mit Injektionsnadeln unter die Haut gestochen, um die Stränge an mehreren Stellen zu schwächen.

Für die Behandlung der Dupuytren’schen Kontraktur wurden auch Therapieansätze wie die Applikation von Vitamin-E-Salben und die Verwendung von Ultraschall vorgeschlagen. Der Erfolg dieser Therapien ist allerdings derzeit nicht ausreichend medizinisch belegt.

Seit kurzem steht für Patienten eine neue medikamentöse Behandlung zur Verfügung. Dabei wird ein spezieller Wirkstoff in den Dupuytren-Strang injiziert, um diesen zu zersetzen. Bei Bedarf kann der Finger 24 Stunden nach der Injektion manuell gestreckt und die Fehlstellung auf diese Weise korrigiert werden.

Spezial
Spezial (Tab 5)

Schnelle Hilfe und Information für Patienten im Internet

Hilfreiche Informationen rund um die Dupuytren'sche Kontraktur bietet die gemeinnützige Organisation Dupuytren e.V.

Auf den Internetseiten des Vereins finden sich beispielsweise Berichte zu aktuellen Forschungen und zur Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden sowie Hinweise zu weiterführender Literatur. Wer einen spezialisierten Arzt oder eine Selbsthilfegruppe in der Umgebung seines Wohnortes sucht, kann sich per Email an den Verein wenden und um Rat bitten.

Außerdem bietet die Internetseite die Möglichkeit, über ein spezielles Forum mit betroffenen Patienten Kontakt aufzunehmen und mit ihnen persönliche Erfahrungen auszutauschen.

Weitere Informationen zu den Zielen und Aktivitäten des Vereins finden Sie über den Link rechts auf dieser Seite.

Weiterführende Informationen

Medikamentenfinder

Weiterempfehlen
Lesezeichen

Verwandte Seiten

Hier finden Sie als "Tags" Verweise zu Seiten, die thematisch passende oder weiterführende Informationen enthalten

Tags dieser Seite:

Akromegalie (PFI)ArzneimittelfälschungenBasisinformation Anatomie Frauen und MännerBasisinformation Haut

Referenzen

  1. Informationswebseite des Britischen National Health Service (NHS) zur Dupuytren’schen Kontraktur

  2. Brenner P et al. Dupuytren contracture in North Germany. Epidemiological study of 500 cases. Unfallchirurg 2001; 104, 303-311.

  3. Brenner P, Rayan GM. Dupuytren´s disease: A concept of surgical treatment, 2003; Wien, New York, Springer.

  4. Trojian TH, Chu SM. Dupuytren’s disease: diagnosis and treatment. Am Fam Physician 2007; 76: 86-9

  5. Hart MG, Hooper G. Clinical associations of Dupuytren’s disease. Postgrad Med J 2005; 81: 425-428

  6. Arkkila PE et al. Dupuytren’s disease: association with chronic diabetic complications. J Rheumatol 1997; 24: 153-9

  7. Early P. Population studies in Dupuytren’s contracture. J Bone Joint Surg 1962; 44: 602-13

  8. Bayat A, McGrouther DA. Management of Dupuytren’s disease – clear advice for an elusive condition. Ann R Coll Surg Engl 2006; 88: 3-8

Zuletzt aktualisiert: 10.01.2012