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Überaktive Blase
Menschen mit einer überaktiven Blase ziehen sich häufig aus Scham aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Pfizer möchte den Betroffenen helfen, aus dieser Isolation zurück ins Leben zu finden.
Wir möchten Ihnen zeigen, was die Hintergründe und Ursachen einer überaktiven Blase sind. Gleichzeitig möchten wir verschiedene Therapiemöglichkeiten vorstellen, die die Beschwerden verringern können.
Was ist eine überaktive Blase?
Im gesunden Zustand wird die Blasenfunktion durch ein perfektes Zusammenspiel von Nervenimpulsen sowie intakten Blasen- und Schließmuskeln gesteuert. Ist nur ein Teil dieses Systems gestört, kann es zu einer überaktiven Blase kommen.
Häufiger, plötzlicher Harndrang oder Inkontinenz gehören zu den Beschwerden, die dabei auftreten können. Für die Betroffenen bedeuten solche Beschwerden eine extreme Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Da der Harndrang zwingend und kaum zu unterdrücken ist, müssen sie umgehend eine Toilette finden. Schaffen sie es nicht, besteht die Gefahr, dass sie unfreiwillig Urin verlieren.1,2
Wer ist von einer überaktiven Blase betroffen?
Störungen der Blasenfunktion sind weit verbreitet – allein in Deutschland leiden 8,6 Millionen Menschen unter einer überaktiven Blase. Die Erkrankung tritt häufiger auf als beispielsweise Diabetes, Asthma oder Depressionen. Vielfach wird angenommen, dass nur ältere Personen und vor allem Frauen betroffen sind. Beides trifft nicht zu. Eine überaktive Blase kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Frauen sind mit 14 Prozent der Bevölkerung zwar häufiger betroffen, aber auch viele Männer (12 Prozent) leiden darunter.
Da die Blasenfunktion schon durch kleinste Störungen beeinflusst wird, können beispielsweise bei Personen mit chronischen Blasenentzündungen, Blasensteinen oder chronischen Verstopfungen die Beschwerden einer überaktiven Blase auftreten. Gleiches gilt für Männer mit einer vergrößerten Prostata oder Frauen mit einer Gebärmuttersenkung. Häufig betroffen sind zudem Frauen, die mehrere Kinder geboren haben oder denen die Gebärmutter entfernt wurde.
Außerdem können auch Übergewicht, ständiges Heben und Tragen von schweren Lasten, schwere seelische Probleme oder häufiges Husten die Blasenfunktion beeinträchtigen.
Wie äußert sich eine überaktive Blase?
Typische Symptome einer überaktiven Blase sind:
- plötzlich auftretender, zwingender Harndrang (imperativer Harndrang)
- besonders häufiger Harndrang (erhöhte Miktionsfrequenz)
- nächtliches Erwachen aufgrund des Harndrangs (Nykturie)
- Einnässen aufgrund des Harndrangs (Dranginkontinenz)
Von einem besonders häufigen Harndrang spricht man, wenn Betroffene mehr als acht Mal in 24 Stunden die Toilette aufsuchen müssen. Charakteristisch für eine überaktive Blase ist, dass dabei nur kleine Mengen Urin ausgeschieden werden (Pollakisurie).
Wie wird eine überaktive Blase behandelt?
Durch eine Behandlung mit modernen Medikamenten lässt sich die Blasenfunktion normalisieren. Als Standardtherapie werden so genannte Muskarinrezeptor-Antagonisten (Antimuskarinika) eingesetzt. Sie verhindern, dass sich der Blasenmuskel unwillkürlich zusammenzieht und verringern so den überfallartigen Harndrang.3,4
Antimuskarinika werden einmal täglich als Tablette oder Kapsel eingenommen. Bei vielen Betroffenen verringern sich schon in den ersten Wochen die Beschwerden. Innerhalb von drei Monaten haben die Medikamente in der Regel ihre volle Wirkung entfaltet.
Die medikamentöse Therapie sollte durch weitere Behandlungsmaßnahmen wie Beckenbodengymnastik oder Toilettentraining unterstützt werden. Bei regelmäßigem Training und mit etwas Disziplin können diese Maßnahmen helfen, den Harndrang in den Griff zu bekommen und die Zeit zwischen den Toilettengängen Schritt für Schritt zu verlängern.5,6
Außerdem sind verschiedene Hilfsmittel erhältlich, wie beispielsweise Inkontinenzvorlagen oder -slips und speziell für Männer die so genannten Kondom-Urinale. Diese Hilfsmittel können betroffenen Menschen Sicherheit geben und die Lebensqualität verbessern.
Sollten weder eine medikamentöse Behandlung noch die unterstützenden Therapiemaßnahmen eine Wirkung zeigen, kann in Ausnahmefällen eine Operation der überaktiven Blase durchgeführt werden.
Es besteht kein Grund, eine überaktive Blase einfach als Teil des Alterungsprozesses hinzunehmen. Die Therapie mit Antimuskarinika kann die Beschwerden und damit die Lebensqualität deutlich bessern.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie individuell beraten und Ihnen weitere Detailinformationen zur medikamentösen Behandlung oder zu unterstützenden Therapiemaßnahmen geben.
Tipps für den Alltag
Menschen, die unter einer überaktiven Blase leiden, können durch ihr eigenes Verhalten viel dazu beitragen, ihre Beschwerden zu verringern. Dazu einige Ratschläge für mehr Lebensqualität:
• Sportliche Aktivität. Vor allem Sportarten wie Schwimmen, Gymnastik, Wandern oder Walken sind sehr zu empfehlen.
• Gesunde, ballaststoffreiche Ernährung. Vermeiden Sie Übergewicht.
• Ausreichend Flüssigkeit für den Körper. Vermeiden sollte man dabei harntreibende Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee, Limonade und Alkohol.
• Verzichten Sie auf Zigaretten.
• Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern sprechen Sie mit anderen. Reden Sie mit Ihrem Partner über Ihre Beschwerden oder suchen Sie eine Selbsthilfegruppe auf. Trauen Sie sich, das öffentliche Leben zu genießen.
Wenn Sie vermuten, dass Sie unter einer überaktiven Blase leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Beschwerden untersuchen zu lassen und mögliche Ursachen zu finden.
Wenn Sie noch keinen Urologen kennen, kann Ihnen die Arztsuchmaschine der Deutschen Urologie unter www.urologenportal.de weiterhelfen. Dort können Sie ganz einfach einen Arzt in Ihrer Nähe finden.
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Referenzen
Abrams P et al. The standardisation of terminology of lower urinary tract function: report from the Standardisation Sub-Committee of the International Continence Society. Neurol Urodynam 2002; 21(2): 167-78
Niederstadt C, Fischer G. Harninkontinenz – Ein Ratgeber zur Blasenkontrolle. Wort & Bild Verlag, Baierbronn, 1996
Herbison P et al. BMJ 2003; 326: 841-44
Höfner K, Jonas U. Praxisratgeber Harninkontinenz. Uni-Med Verlag, Bremen, 2000
Höfner K. Urologe A 2003; 42: 793-80
Hampel Ch. In: Jonas U. Überaktive Blase (ÜAB) - aktuell. Thieme Verlag, Stuttgart, 2005





