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Bipolare Störung
Schwankende Gefühle, wechselnde Stimmungen, ein Leben zwischen Trübsinn und Euphorie – für Patienten, die unter bipolaren Störungen leiden, sind das typische Symptome, die viele aus ihrem eigenen Leben kennen. Die ermutigende Nachricht: Mit der richtigen Therapie und einer fundierten Aufklärung können betroffene Menschen diese Symptome in den Griff bekommen und wieder ein stabiles und ausgeglichenes Leben führen.
Der Umgang mit der Erkrankung wird den Betroffenen und Angehörigen wesentlich erleichtert, wenn sie über das Krankheitsbild, seine verschiedenen Verlaufsformen und die aktuellen Therapiemöglichkeiten informiert sind.
Beim Lesen dieser Seite werden Sie rasch feststellen, wie hilfreich Informationen für Betroffene sind, um die Erkrankung besser zu durchschauen, bewältigen und weitgehend ein Leben in Balance führen zu können. Pfizer möchte betroffene Menschen unterstützen, damit sie in ihrem Leben wieder selbst Regie führen können.
Bipolare Störung – was ist das?
Bipolare Störungen – auch bekannt unter der Bezeichnung „manisch depressive Erkrankung“ – gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und können jeden treffen. Das Wort „Bipolar“ heißt wörtlich „zwei Pole“ und weist auf die zwei extremen Stimmungszustände hin, zwischen denen Betroffene in der Regel schwanken:
- z. B. euphorisches Glücksgefühl mit z.T. Antriebsüberschuss (Manie) und
- vollkommene Verzweiflung (Depression) usw.
Dazwischen gibt es eine Vielzahl an Ausprägungen und Verläufen, die das ganze Spektrum menschlicher Stimmungszustände widerspiegeln können. Nicht selten liegen aber auch beide Stimmungspole – Manie und Depression – gleichzeitig vor, z.B. starke Unruhe und gleichzeitig gedrückte Stimmung. In diesen Fällen spricht man von „bipolaren Mischzuständen“.
Jedoch gehen die Symptome weit über reine „Stimmungsschwankungen“ hinaus, denn bipolare Störungen betreffen das gesamte Denken, die Gefühle, den Körper und die Fähigkeit zur Lebensbewältigung.
Wer ist von Bipolaren Störungen betroffen?
Bipolare Störungen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen in Deutschland. Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung sind von diesem Leiden betroffen. Jedoch werden nur etwa zehn bis 15 Prozent der Betroffenen so behandelt, wie es dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand entspricht.1
Gewöhnlich treten die ersten Symptome einer Bipolaren Störung zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr auf. In seltenen Fällen können die ersten Krankheitsepisoden auch schon bei Jugendlichen vorkommen.1
Die Erkrankung betrifft Männer und Frauen zu gleichen Teilen, wobei die Erkrankung bei Männern eher mit manischen Episoden und bei Frauen eher mit depressiven Episoden beginnt.
Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass bei der Entstehung von bipolaren Störungen drei Faktoren zusammenkommen:
- genetische Faktoren
- neurobiologische Faktoren
- bestimmte (negative) Lebensumstände
Veranlagung
In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass bei Verwandten ersten Grades von Patienten mit Bipolaren Störungen eine Häufung solcher Erkrankungen auftritt. Die Wahrscheinlichkeit der Weitervererbung der Erkrankung von einem Elternteil liegt bei zehn bis 20 Prozent Sind beide Elternteile betroffen, liegt das Erkrankungsrisiko sogar bei 50 bis 60 Prozent.1
Veränderter Gehirnstoffwechsel
Weiterhin können Stoffwechselstörungen im Gehirn verantwortlich für die bipolare Störung sein. Bei Menschen, die davon betroffen sind, lassen sich häufig Veränderungen einzelner Neurotransmitter in den verschiedenen Krankheitsphasen nachweisen.
Lebensumstände als Auslöser
Wenn bei einem Menschen eine genetische Veranlagung oder Stoffwechselstörungen im Gehirn vorliegen, können Stress, berufliche Probleme oder gravierende Ereignisse eine bipolare Störung auslösen, indem das Nervensystem aus dem Lot gebracht wird. Eine schlummernde Veranlagung kann so zum Ausbruch gebracht werden.
Wie äußert sich eine Bipolare Störung?
Episoden von Depressionen und Manien, unterbrochen von Zeiten „normalen“ Befindens, sind charakteristisch für eine bipolare Störung. Genauso häufig treten allerdings Symptome auf, die durch lange und schwere Depressionen und nur kurzen Phasen gehobener Stimmung gekennzeichnet sind.
Die folgende Auflistung veranschaulicht die häufigsten Symptome der Manie und Depression.
Depression
- Kraftlosigkeit
- Schlafstörungen
- Ständiges Grübeln
- Antriebs- und Interesselosigkeit
- Verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration
- Einbuße des Selbstvertrauens bis hin zu Todeswünschen
- Schwermütigkeit, Mutlosigkeit, gehemmte Gefühle, niedergedrückte Stimmung
- Das Gefühl der Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Leben und seiner Umwelt
Manie
- Enthemmung im sozialen Verhalten: gestörtes Risikobewusstsein, Abnahme des Urteils- und Kritikvermögens, Distanzlosigkeit
- leichte Ablenkbarkeit: Vieles wird begonnen, wenig beendet, Sprunghaftigkeit
- Beschleunigung des Denkens, Ideenflucht, Rededrang und Distanzlosigkeit
- Emotionale Erregung mit Euphorie und Dysphorie
- Gesteigerte Leistungsfähigkeit und Kreativität
- Übersteigertes Selbstbewusstsein
- Vermindertes Schlafbedürfnis
Wie wird eine Bipolare Störung behandelt?
Eine bipolare Störung ist eine lebenslange Erkrankung, die bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme und einem gewissenhaften Umgang mit der Krankheit sehr gut behandelbar ist. Dies bedeutet: Betroffene sollten lernen, ein Leben lang mit ihrer Erkrankung richtig umzugehen, um ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen zu können.
Grundlage der Behandlung ist in jedem Fall ein Medikament. Begleitet werden sollte die medikamentöse Therapie von einer guten und einfühlsamen Gesprächs- und Gruppentherapie. Die Wahl der einzelnen Behandlungsmethode hängt von der Schwere der Erkrankung, wie auch von der gesundheitlichen Vorgeschichte des Betroffenen und vom bisherigen Gesamtverlauf ab.
Neben der regelmäßigen Medikamenteneinnahme ist es sehr wichtig, dass Patienten und ihre Angehörigen die Frühwarnzeichen einer sich anbahnenden Episode erkennen können, um gegebenenfalls frühzeitig gegenzusteuern. Betroffene müssen lernen, sich selbst und ihr Verhalten zu beobachten. Je früher die Betroffenen bzw. Personen aus dem persönlichen oder beruflichen Umfeld krankheitsbedingte Auffälligkeiten erkennen, desto schneller kann der Arzt aufgesucht werden, der weiterhelfen wird. Die Bedeutung von Angehörigen, Freunden und Kollegen, die die betroffenen Menschen gut kennen und einschätzen können, ist hierbei nicht zu unterschätzen.
Selbst zum Erfolg beitragen
Die folgenden Punkte können Betroffenen helfen, ihre Krankheit besser in den Griff zu bekommen und sich selber besser zu schützen:
Nehmen Sie regelmäßig die ärztlich verschriebenen Medikamente ein. So sichern Sie eine dauerhafte Therapie und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, auch langfristig gesund zu bleiben.
Tipp: Verbinden Sie beispielsweise die Einnahme mit einer anderen regelmäßigen Tätigkeit, wie dem Frühstück und dem Abendessen. Auch ein Merkzettel kann hilfreich sein.
Eine Person Ihres Vertrauens kann in kritischen Situationen helfen, einen klaren Kopf zu behalten und in schwierigen Zeiten zur Seite stehen.
Tipp: Suchen Sie sich einen für die Behandlung bipolarer Störungen spezialisierten Facharzt für Psychiatrie. Weihen Sie auch Ihre Freunde, Bekannten oder Angehörige in Ihre Erkrankung ein und klären Sie sie über eventuell auftretende Frühwarnzeichen auf.
Führen Sie einen geregelten Rhythmus in Ihr Leben ein.
Tipp: Klare Abläufe und Tagesziele können nicht nur helfen, Stabilität zu erlangen, sondern sie dienen auch als Frühwarnsystem. Wenn sie merken, dass Sie diesen Rhythmus nicht einhalten können, steigern Sie Ihre Aufmerksamkeit gegenüber Ihrem Körper und achten auf mögliche Anzeichen für manische oder depressive Episoden.
Ernähren Sie sich gesund und treiben Sie Sport.
Tipp: Eine ausgewogene Ernährung und sportliches Training fördern die Gesundheit und tragen zum Wohlbefinden bei. Sportliche Aktivitäten bringen zudem eine weitere Regelmäßigkeit und eventuell eine soziale Komponente in Ihren (All-)Tag. Alkohol, Zigaretten und Bewegungsarmut sind ungünstig für den Krankheitsverlauf.
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Weiterführende Informationen
Referenzen
DGBS e.V. Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen e.V. / Internet: http://www.dgbs.de [22.03.2011; MEZ 14:50Uhr]
Heinz Grunze, Emanuel Severus: Bipolare Störungen erkennen. Die Kunst der korrekten Diagnose, S. 5 - 7 in: Der Neurologe & Psychiater Sonderheft 1/2005


