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Depression
Jeder Mensch kennt Tage, an denen er sich niedergeschlagen und traurig fühlt. Solche depressiven Verstimmungen sind völlig normal – man darf sie nicht mit einer „richtigen“ Depression verwechseln. Pfizer möchte deshalb über die Ursachen, Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten dieser weit verbreiteten Erkrankung informieren, die aufgrund ihrer Häufigkeit mittlerweile als Volkskrankheit gilt.
Wir möchten Betroffenen, ihren Angehörigen und Freunden helfen, die Depression besser zu verstehen und aufzeigen, wie man erkrankten Menschen helfen kann.
Was ist eine Depression?
Eine Depression bewirkt tief greifende Veränderungen des Fühlens, Denkens und Handelns. Neben der lähmenden Niedergeschlagenheit treten bei einer Depression weitere, auch körperliche Beschwerden auf, die über Wochen anhalten.
Ursache ist ein Ungleichgewicht an Botenstoffen im Gehirn. Diese so genannten Neurotransmitter werden von den Nervenzellen ausgeschüttet, um untereinander zu kommunizieren und Reize zu übertragen. Bei einer Depression besteht ein Mangel an z.B. einem dieser Botenstoffe, dem Serotonin.
Neben der „klassischen“ Depression können Menschen auch unter lang anhaltenden depressiven Verstimmungen leiden, ohne das volle Bild einer Depression zu entwickeln. In diesem Fall sprechen Mediziner von einer Dysthymie.
Eine weitere Erkrankung ist die so genannte bipolare Störung. Dabei wechseln sich depressive Phasen mit manischen ab. In den manischen Phasen schlägt das depressive Gefühl plötzlich in sein Gegenteil um. Die Betroffenen sind euphorisch und fühlen sich „großartig“.1
Wer ist von Depressionen betroffen?
In Deutschland erkranken etwa 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben an einer Depression, überwiegend im jungen und mittleren Erwachsenenalter. Schätzungen zufolge leiden derzeit mehr als drei Millionen Deutsche unter einer behandlungsdürftigen Depression. Das Erkrankungsrisiko bei Frauen ist doppelt so hoch wie bei Männern. 2
Viele Faktoren können dieses Risiko erhöhen – beispielsweise andauernder Stress oder große seelische Belastungen, die durch persönliche Konflikte, Todesfälle oder Krankheiten hervorgerufen werden können. Auch ein Missbrauch von Drogen oder Alkohol kann eine Depression auslösen oder verstärken. Die Anfälligkeit wird zudem durch individuelle Persönlichkeitsmerkmale verstärkt – etwa durch einen ausgeprägten Hang zum Perfektionismus und zur Selbstkritik. Außerdem wird vermutet, dass die Veranlagung zur Depression auch vererbt werden kann.
Depressionen können auch Symptom anderer Erkrankungen sein oder durch diese verursacht werden:
- Schilddrüsenerkrankungen
- Neurologische Erkrankungen (z.B. Alzheimer, Parkinson, Schlaganfall)
- Schwere körperliche Erkrankungen (z.B. Asthma, Herzinfarkt)
- Infektionserkrankungen (z.B. Borreliose, AIDS)
- Krebserkrankungen
Außerdem können manche Medikamente, wie beispielsweise Antibiotika, Herz-Kreislauf-Medikamente oder Kortison eine Depression auslösen oder verstärken.
Wie äußert sich eine Depression?
Die ersten Anzeichen einer Depression können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Manche Betroffene leiden vor allem körperlich, andere psychisch. Typische Beschwerden sind:
- niedergeschlagene, gedrückte Stimmung
- Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit
- Verlust des Interesses an alltäglichen Dingen
- Antriebslosigkeit
- Müdigkeit
Von einer Depression sprechen Mediziner, wenn diese Symptome mindestens zwei Wochen lang anhalten.
Neben den Hauptsymptomen können weitere Beschwerden auftreten:2
- verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und Gefühl von Wertlosigkeit
- Zukunftsangst
- Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit
- Selbstmordgedanken
Bei einer bipolaren Störung wechseln sich die Beschwerden einer Depression mit manischen Phasen ab. Ihre Anzeichen sind ein übersteigertes Selbstbewusstsein, vermindertes Schlafbedürfnis, gesteigerte Leistungsfähigkeit und Kreativität, Konzentrationsstörungen sowie ein vermindertes Urteils- und Kritikvermögen.
Wie wird eine Depression behandelt?
Bei der Behandlung einer Depression werden Psychotherapie und medikamentöse Behandlung oft kombiniert.
Durch eine Psychotherapie lassen sich depressive Verhaltensweisen und Denkstrukturen abbauen und durch positive ersetzen. Wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind, kann die Psychotherapie auch dazu dienen, den Ursachen der Erkrankung auf den Grund zu gehen.
Bei schweren oder lang andauernden Depressionen ist zusätzlich eine medikamentöse Therapie notwendig, um die Beschwerden möglichst schnell zu lindern und die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Diese Behandlung gliedert sich in drei Phasen: die Akutbehandlung, die Erhaltungstherapie und die Rezidivpropyhlaxe, die einem Rückfall vorbeugen soll.
Eingesetzt werden dabei so genannte Antidepressiva, um den Mangel an Botenstoffen im Gehirn auszugleichen. Zu dieser Medikamentengruppe gehören neben den älteren Präparaten wie den trizyklischen Antidepressiva oder den MAO-Hemmern die neueren Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).
Bei einer bipolaren Störung werden vor allem Medikamente eingesetzt, welche die Stimmung stabilisieren sollen. Schwere depressive Phasen können wie Depressionen behandelt werden, solange die Erkrankung nicht in eine Manie übergeht.
Für die Behandlung einer Depression stehen viele verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit und hinsichtlich ihrer Nebenwirkungen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie umfassend über die verschiedenen Medikamente und ihre Nebenwirkungen aufklären und die für Sie beste Therapie auswählen.
Tipps für den Umgang mit depressiven Menschen
Eine Depression belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch Partner, Familie, Freunde und Kollegen. Im Umgang mit depressiven Menschen sind Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Den Betroffenen hilft es, wenn die Umgebung auf die Erkrankung angemessen reagiert.
Beachten Sie deshalb folgende Tipps im Umgang mit Betroffenen:
- Akzeptieren Sie die Depression als ernstzunehmende Erkrankung.
- Wenn die Depression noch nicht behandelt wird, dann ermuntern Sie den Erkrankten, einen Arzt aufzusuchen.
- Bieten Sie sich als Begleitung für den ersten Arztbesuch an.
- Seien Sie geduldig und verständnisvoll. Versuchen Sie, Hoffnung zu vermitteln.
- Schlagen Sie kleine Unternehmungen vor, ohne dabei Druck auszuüben.
- Erinnern Sie an die Medikamenteneinnahme.
- Ermuntern Sie den Erkrankten, die Behandlung weiterzuführen, auch wenn in den ersten Wochen kein durchschlagender Erfolg eintritt.
- Vergessen Sie nicht die Selbstverantwortung des Erkrankten. Letztlich muss er allein entscheiden, ob der Nutzen eines Medikaments größer ist als eventuell auftretende Nebenwirkungen.
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Weiterführende Informationen
Referenzen
Berger M et al. Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München, 2000
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Unipolare Depression. AWMF-Leitlinien-Register Nr. nvl/005, 2009



