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Epilepsie

Epilepsie ist eine Erkrankung, die immer noch tabuisiert wird und auf viele Menschen bedrohlich wirkt. Pfizer möchte deshalb über die Ursachen, die Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung informieren. Wir möchten Betroffenen zeigen, welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Angehörigen und Außenstehenden möchten wir erklären, wie sie Betroffenen helfen können, wenn sie einen Anfall beobachten.

Krankheitsbild
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Was ist Epilepsie?

Die Epilepsie als einheitliches Krankheitsbild gibt es nicht. Vielmehr werden unter diesem Begriff verschiedene Erscheinungsformen zusammengefasst, die sich in unterschiedlichen Typen von epileptischen Anfällen äußern. Hervorgerufen werden diese Anfälle durch eine Störung im System der Nervenzellen im Gehirn, wobei vor allem die vier Hirnlappen betroffen sind.

Epileptische Anfälle sind Folge einer Störung im System der Nervenzellen im Gehirn, bei der vor allem die vier Hirnlappen betroffen sind

Im Gehirn kommunizieren Millionen von Nervenzellen ständig miteinander über Nervenfortsätze, elektrische Impulse und Botenstoffe. Diese können sich erregend oder auch hemmend auf die Nervenfunktionen auswirken. Eine geordnete Funktion des Gehirns ist nur möglich, wenn ein stabiles Gleichgewicht zwischen Hemmung und Erregung besteht.

Bei einem epileptischen Anfall gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, sodass die Erregung deutlich größer wird als die Hemmung. Dadurch können plötzliche, elektrische Entladungen von einer Zelle auf die Nachbarschaft übergreifen und eine ganze Region maximal erregen. Ist das Gehirn nicht in der Lage, diese Erregung zu stoppen, so kann sich die Entladung wie ein Gewitter ausbreiten und das gesamte Gehirn befallen. Es kommt zu einem großen epileptischen Anfall.

Betroffene

Wer ist von Epilepsie betroffen?

Ein einzelner epileptischer Anfall kommt sehr häufig vor. Etwa jeder Zehnte erleidet irgendwann in seinem Leben einen solchen Anfall – was nicht automatisch bedeutet, dass der Betroffene an Epilepsie erkrankt ist. Aber auch die Epilepsie als Erkrankung ist häufiger, als viele Menschen vermuten, denn etwa 0,7 bis 0,8 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. In Deutschland sind ungefähr 600.000 Menschen, weltweit etwa 40 Millionen Menschen an Epilepsie erkrankt. In einem Drittel der Fälle beginnt die Erkrankung bereits im frühen Kindesalter, ein weiterer Häufigkeitsgipfel liegt jenseits des 60. Lebensjahrs1.

Einzelne epileptische Anfälle treten bei akuten Störungen des Gehirns auf, wie beispielsweise nach einer heftigen Fiebererkrankung oder einer Unterzuckerung. Ausgelöst werden epileptische Anfälle auch durch schwerwiegenden Schlafentzug, plötzliches Absetzen von bestimmten Medikamenten (z.B. Schlafmitteln), Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch durch eine akute Erkrankung des Gehirns, wie zum Beispiel einen Schlaganfall.

Die Epilepsieerkrankung wird oft durch anhaltende Veränderungen in der Hirnfunktion oder Hirnstruktur verursacht. Die häufigsten Auslöser sind:

  • Schlaganfallnarben
  • Verletzungen von Schädel und Gehirn
  • entzündliche Gehirnerkrankungen
  • Gehirntumoren
  • Gefäßfehlbildungen
Symptome

Wie äußert sich Epilepsie?

Epileptische Anfälle werden in verschiedene Typen eingeteilt.

Der bekannteste Typus ist der tonisch-klonische Anfall, bei dem die Betroffenen plötzlich bewusstlos werden. Sie fallen steif um, haben die Augen weit aufgerissen und alle Muskeln fangen an zu zucken. Häufig beißen sie sich dabei auf die Zunge, Urin und Stuhl gehen ab. Meist dauert dieser Anfall ein bis zwei Minuten. Die Betroffenen sind danach erschöpft, verwirrt und haben einen Muskelkater. An den Anfall selbst haben sie keine Erinnerung.

Ein einfach-fokaler Anfall dauert meist nur wenige Sekunden, selten länger als ein bis zwei Minuten, das Bewusstsein bleibt dabei erhalten. Häufig tritt vorher ein Gefühl der Übelkeit oder ein Fremdheitsgefühl in sonst vertrauter Umgebung auf. Wie sich der Anfall äußert, hängt davon ab, welche Hirnregion betroffen ist. Mögliche Symptome sind:

  • Unangenehme Empfindungen (z.B. Kribbeln, Taubheitsgefühl, Wärmegefühl)
  • Geräusch- oder Lichteindrücke
  • Schweißausbrüche
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Muskelkrämpfe und –zuckungen

Bei komplex-fokalen Anfällen ist zusätzlich das Bewusstsein beeinträchtigt. Fokale Anfälle können sich über das gesamte Gehirn ausbreiten. Man spricht dann von sekundär generalisierten Ausfällen.

Behandlung
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Wie wird Epilepsie behandelt?

Die Epilepsie kann heutzutage wirksam mit Medikamenten, den so genannten Antiepileptika, behandelt werden. Allen Wirkstoffen dieser Medikamentengruppe ist gemeinsam, dass sie auf den Gehirnstoffwechsel regulierend einwirken. Obwohl die verschiedenen Epilepsieformen unterschiedlich gut auf die Behandlung ansprechen, lässt sich die Anzahl und Schwere der Anfälle meist deutlich verringern. Bei sehr vielen Betroffen wirkt die medikamentöse Behandlung so gut, dass sie langfristig anfallsfrei bleiben.

Damit die Therapie erfolgreich ist, müssen Betroffene ihre Medikamente häufig über einen langen Zeitraum oder sogar ihr ganzes Leben lang einnehmen. Daher ist es besonders wichtig, für jeden Erkrankten individuell ein Antiepileptikum zu finden, das er gut verträgt und möglichst geringe Nebenwirkungen hervorruft.

Wenn sich durch Medikamente keine Besserung erzielen lässt, kommt gegebenenfalls eine Operation in Frage. Dabei entfernt ein Neurochirurg die für die übermäßige Erregung verantwortliche Hirnregion. Dieser Eingriff ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Anfälle immer an derselben Stelle im Gehirn entstehen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass nach der Operation keine Funktionsstörungen des Gehirns zu befürchten sind.

Viele Epileptiker ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Eine Psychotherapie kann helfen, die soziale Isolation der Betroffenen aufzubrechen.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie umfassend über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufklären und die für Sie beste Therapie auswählen.

Spezial

Erste-Hilfe-Leitfaden

Die meisten Menschen wissen nicht, wie sie mit Epileptikern umgehen sollen, die gerade einen Anfall haben. Besonders wichtig ist es, in dieser Situation ruhig zu bleiben und den Betroffenen vor Verletzungen zu schützen.

Folgendes sollten Sie tun, wenn Sie einen epileptischen Anfall beobachten:

  • Lagern Sie den Betroffenen frei auf dem Boden. Sorgen Sie dafür, dass sich in seiner Umgebung keine Gegenstände befinden, an denen er sich verletzen kann.
  • Schützen Sie den Kopf des Betroffenen durch eine weiche Unterlage oder indem Sie ihn in Ihren Händen halten.
  • Schränken Sie die Anfallsbewegungen nicht durch Festhalten ein
  • Schieben Sie keinen Gegenstand zwischen die Zähne.
  • Bringen Sie den Betroffenen, wenn die Zuckungen aufgehört haben, in die stabile Seitenlage. So verhindern Sie Atmungsprobleme.
  • Sprechen Sie den Betroffenen an, wenn er zu sich kommt. Bleiben Sie bei ihm, bis er wieder richtig wach ist.
  • Bitten Sie eventuell neugierige Passanten weiterzugehen.
  • Begleiten Sie ihn eventuell nach Hause oder rufen Sie einen Angehörigen oder Freund an, wenn der Betroffene es für erforderlich hält.

In der Regel müssen Sie bei einem epileptischen Anfall keinen Arzt rufen. Dies ist nur nötig, wenn

  • die Zuckungen länger als fünf Minuten anhalten.
  • nach dem Erschlaffen mehr als fünf Minuten vergehen, bis der Betroffene zu sich kommt.
  • der Betroffene zwischen wiederholten Anfällen nicht das Bewusstsein erlangt.
  • der Betroffene sich beim Sturz eine behandlungsdürftige Verletzung zugezogen hat.

Weiterführende Informationen

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Referenzen

  1. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/041, 2008

Zuletzt aktualisiert: 01.07.2010