Impfstoffe
Die Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten hat im 20.Jahrhundert in zahlreichen Ländern die allgemeine Lebenserwartung und -qualität erheblich verbessert. Neben hygienischen und alimentären Fortschritten sowie der Einführung von Antibiotika haben wirksame und sichere Impfstoffe den wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung.
In Deutschland werden Empfehlungen für die Impfungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) erarbeitet und veröffentlicht. Seit 2006 hat die STIKO die Impfung gegen Pneumokokken und Meningokokken in den Standardimpfkalender aufgenommen.
Trotz moderner Antibiotika können diese Bakterien nach wie vor schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen. Pfizer möchte vor solchen Infektionen schützen und hat dazu wichtige Informationen zusammen gestellt.
Warum ist Impfen wichtig?
Bakterien und Viren können zahlreiche Erkrankungen auslösen. Gefährdet sind vor allem kleine Kinder, deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, aber auch Erwachsene mit chronischen Erkrankungen.
Die häufigsten Keime bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Bakterien Streptokokkus pneumonia (Pneumokokken) und Neisseria meningitidis (Meningokokken).
Sie können schwerwiegende Infektionen verursachen, oftmals sogar mit Streuungen in den Blutkreislauf. Für die betroffenen Kinder sind längere Krankenhausaufenthalte die Folge. Schlimmstenfalls können solche Infektionen geistige Schäden verursachen oder sogar zum Tod führen.
Die ständige Impfkommission (STIKO), ein vom Bundesgesundheitsministerium berufenes Expertengremium, empfiehlt eine frühzeitige Impfung gegen die beiden Erreger. Sie ist sinnvoll, weil die Keime zunehmend antibiotikaresistent sind und weil inzwischen ein spezieller Impfstoff entwickelt wurde, der bereits Kindern unter 2 Jahren verabreicht werden kann.
Die Impfungen schützen übrigens nicht nur den Impfling selbst, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld.
Welche Erkrankungen rufen Pneumokokken hervor?
Pneumokokken sind Bakterien, die bei vielen Menschen den Nasen- und Rachenraum besiedeln, ohne Erkrankungen auszulösen.
Bei Säuglingen, Kleinkindern, chronisch Kranken und alten Menschen können sie jedoch schwere Entzündungen der Lunge (Pneumonie), der Hirnhäute (Meningitis), des Mittelohrs (Otitis media) sowie der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) hervorrufen.
Nur eine frühzeitige Impfung mit speziellem Pneumokokken-Impfstoff kann Säuglinge und Kleinkinder vor einer schweren Lungenentzündung schützen.
Im Jahr 2007 wurde die Impfung eingeführt, da Antibiotika bei diesen Erregern häufig nicht mehr wirksam sind. Seither ist die Erkrankungs- und auch die Todesrate der Kinder drastisch gefallen1,3. Lassen Sie sich von Ihrem Haus- bzw. Kinderarzt beraten.
Welche Erkrankungen rufen Meningokokken hervor?
Weitere für Kinder gefährliche Erreger sind die Meningokokken (Neisseria meningitidis).
Sie verursachen Hirnhautentzündungen (Meningitis) und sind oft auch die Ursache von Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen.
Da die gefürchtete Meningitis auch von anderen Bakterien und Viren ausgelöst werden kann, sollten Eltern wissen, welche typischen Symptome eine Hirnhautentzündung begleiten. Dazu zählen:
- Fieber
- Erbrechen
- starke Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- Lichtempfindlichkeit
- Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma
Wie wirken Impfstoffe?
Das Immunsystem ist die natürliche Verteidigung des Körpers gegen Angriffe fremder Organismen wie zum Beispiel Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Menschen werden krank, wenn ihr Immunsystem einen Krankheitserreger nicht ausreichend bekämpfen kann.
Impfstoffe sind Medikamente, die Menschen vor bestimmten Krankheiten schützen. Sie können aus abgeschwächten oder abgetöteten Erregern, sowie aus Teilen solcher Erreger hergestellt werden.
Wenn ein Mensch geimpft (oder „immunisiert“) wird, erhält sein Körper die Möglichkeit, die Abwehr einer Erkrankung zu „trainieren“. Bei diesem „Training“ bildet der Körper schützende Proteine, die so genannten Antikörper, die im Ernstfall dann sofort die eindringenden Krankheitserreger zerstören. Manche Impfstoffe helfen dem Immunsystem, sich über Jahrzehnte an einen bestimmten Erreger zu erinnern.
Dieses „immunologische Gedächtnis“ erlaubt es den Abwehrzellen jederzeit und ohne Zeitverlust den Kampf gegen eine beginnende Infektion aufzunehmen. Ein geimpfter Mensch bemerkt nicht einmal, dass er soeben eine oft kritische Erkrankung quasi im Keim erstickt hat.
Impfstoffe haben in der Vergangenheit mehr Leben gerettet als irgendeine andere Gesundheitsmaßnahme.
Impfen ist eine der wirksamsten Vorbeugemaßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen. Sind viele Menschen geimpft, können sich Krankheitserreger nicht mehr so leicht ausbreiten. Davon profitieren vor allem Kinder, die noch keinen ausreichenden Impfschutz aufgebaut haben, und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Impfung von Säuglingen und Kleinkindern
Bei der Geburt überträgt die Mutter dem Kind Abwehrkörper, wie sie selber sie auch hat. So ist das Neugeborene zunächst geschützt. Dieser so genannte Nestschutz reicht aber bald schon nicht mehr aus. Deshalb empfiehlt die ständige Impfkommission STIKO Kinder möglichst früh gegen die gefährlichsten Erreger impfen zu lassen2.
Die STIKO hat hierzu einen Impfplan erarbeitet, der auflistet, wann welche Impfungen sinnvoll sind. Die Immunisierung gegen Pneumokokken und Menigokokken kann dank des speziell zubereiteten und gut verträglichen Impfstoffes bereits vor dem 2. Lebensjahr erfolgen.
Um einen vollständigen Impfschutz aufzubauen, ist es wichtig, das Impfschema einzuhalten.
Alle Impfungen, die für die Grundimmunisierung notwendig sind, sollten im richtigen zeitlichen Abstand durchgeführt werden. Wenn Sie einen Impftermin nicht wahrnehmen können, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Anpassung des Impfschemas.
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Weiterführende Informationen
Referenzen
CG Grijalva and others. Decline in pneumonia admissions after routine childhood immunisation with pneumococcal conjugate vaccine in the USA. Lancet 2007; 369: 1179
Epidemiologisches Bulletin, 25. Juli 2008 / Nr. 30, Aktuelle Daten und Informationen zu Infektionskrankheiten und public health; Mitteilung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/Stand: Juli 2008
Pneumokokkenimpfung: Weniger Pneumonie-Hospitalisierungen und weniger Otitis media, www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp


