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Darmprobleme durch Schmerzmitteltherapie

Darmprobleme und Verstopfungen gehören zu den gesundheitlichen Beschwerden, die viele Menschen kennen. Für die meisten sind sie „nur“ lästig und gehen schnell vorbei. Bei anderen wird die Lebensqualität durch solche Leiden extrem beeinträchtigt – etwa bei Krebspatienten, die starke Schmerzmittel einnehmen müssen.

Pfizer hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Personen effektiv zu helfen. Dazu möchten wir Ihnen erläutern, wie es zu diesen Darmproblemen kommt und was man dagegen unternehmen kann.

Krankheitsbild

Wie entstehen Darmprobleme durch eine Schmerzmitteltherapie?

Modell des Darms

Viele Krebspatienten erhalten während ihrer Therapie regelmäßig Schmerzmittel. Bei starken Tumorschmerzen werden so genannte Opioid-Analgetika in Form von Schmerzpflastern, Tabletten, Kapseln oder Tropfen verwendet, die zuverlässig wirken.

Leider haben sie – wie viele andere Arzneimittel auch – unangenehme Nebenwirkungen. Durch Opioid-Analgetika kommt es vor allem zu einer Verstopfung (Obstipation), die sich nicht durch andere Maßnahmen verhindern lässt.

Die Verstopfung kann die Betroffenen sehr quälen und ihre Lebensqualität so stark beeinträchtigen, dass deshalb die Schmerztherapie abgebrochen wird.

Betroffene

Wer ist von Darmproblemen durch eine Schmerzmitteltherapie betroffen?

Die Vermeidung von Schmerzen ist eine wichtige Säule bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Für die Schmerztherapie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Stufenplan entwickelt.

Danach werden Schmerzen in einem ersten Schritt mit so genannten nicht-opioiden Schmerzmitteln behandelt, die dort wirken, wo die Schmerzen entstehen. Sie enthalten zum Beispiel Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Wirkstoffkombinationen. Wenn die Wirkung dieser Medikamente nicht mehr ausreicht, werden Opioid-Analgetika eingesetzt, die vor allem die Schmerzverarbeitung in Gehirn und Rückenmark beeinflussen – zunächst schwache und schließlich stark wirkende Opioide.

Oft treten die Verdauungsprobleme bereits bei der Behandlung mit einem schwach wirkendenden Opioid auf. Schätzungsweise etwa 90 Prozent der Patienten leiden während der Therapie mit einem Opioid unter einer chronischen Verstopfung.1

Symptome

Wie äußern sich Darmprobleme durch eine Schmerzmitteltherapie?

Wer starke Schmerzmittel einnimmt, leidet meist recht schnell unter Verdauungsproblemen. Die typischen Beschwerden sind dabei:

  • seltenerer Stuhlgang als vor der Therapie
  • ein fester, trockener Stuhl
  • Unwohlsein oder Schmerzen beim Absetzen des Stuhls durch starkes Pressen
  • das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung

Diese Beschwerden werden durch die Wirkstoffe der Schmerzmittel hervorgerufen. Der gewünschte schmerzstillende Effekt der Medikamente lässt sich nicht von dem „verstopfenden“ Begleiteffekt trennen.

Hinzu kommt, dass weitere Faktoren die Verdauung der Betroffenen beeinträchtigen können – etwa ein hohes Alter, Bewegungs- und Flüssigkeitsmangel, eine ballaststoffarme Ernährung und weitere Medikamente, welche die Probleme verstärken.

Behandlung
Tab4

Wie werden Darmprobleme behandelt, die durch eine Schmerzmitteltherapie verursacht werden?

Um einer möglichen Verstopfung vorzubeugen, werden parallel zu einer Schmerzmitteltherapie mit Opioiden über den ganzen Zeitraum hinweg Abführmittel (Laxanzien) verschrieben. Sie können den Stuhlgang über verschiedene Wirkmechanismen fördern. Manche erhöhen die Flüssigkeitsmenge im Darm und fördern dadurch die Darmbewegung. Andere vermischen sich mit dem Stuhl und machen ihn dadurch weicher.

Abführmittel können aber nur die Beschwerden und nicht die Ursache der Verstopfung bekämpfen und sind leider nicht bei allen Betroffenen wirksam. In mehr als der Hälfte der Fälle reicht die Behandlung mit Abführmitteln nicht aus.2

In letzter Zeit wurden neue Medikamente entwickelt, die gezielt die unerwünschte Nebenwirkung der starken Schmerzmittel auf den Darm und auf diese Weise effektiv eine Verstopfung bekämpfen.

Sind Sie Krebspatient und leiden Sie während Ihrer Schmerztherapie unter Verstopfung?

Sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt auf Ihr Problem an. Er kann Ihnen Medikamente gegen die Verstopfung verordnen und weiß über neue Wirkstoffe Bescheid.

Spezial

Was können Sie selbst tun?

Eine Verstopfung, die durch eine Schmerztherapie ausgelöst wird, hat andere Ursachen als eine normale Verstopfung. Daher kann man sie in den meisten Fällen nicht durch die bekannten Hausmittel wie Trockenobst oder Buttermilch bekämpfen. Auch eine ballaststoffreiche Ernährung hilft meist nicht.

Trotzdem sollten Sie zusätzlich zur Therapie mit Abführmitteln auf einige Dinge achten:

  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich (mindestens 1,5 Liter pro Tag).
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Änderung Ihrer Ernährung sinnvoll und hilfreich sein könnte.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Machen Sie kurze Spaziergänge, nehmen Sie statt des Fahrstuhls die Treppe oder laufen Sie ein paar Schritte im Zimmer auf und ab.

Weiterführende Informationen

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Referenzen

  1. Clemens KE, Klaschik E. Managing opioid-induced constipation in advanced illness: focus on methylnaltrexone bromide. Ther Clin Risk Manag 2010; 6: 77-82

  2. Mancini I, Bruera E. Constipation in advanced cancer patients. Support Care Cancer 1998; 6(4): 356-64

Zuletzt aktualisiert: 07.03.2011