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Nierenkrebs
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 17.000 Menschen neu an Nierenkrebs. Damit macht dieser Tumor etwa zwei Prozent aller Tumorerkrankungen aus und ist eine recht seltene Krebsart, die öffentlich bislang nur wenig beachtet wird. Da Nierenkrebs keine typischen Frühsymptome verursacht, wird die Erkrankung häufig erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Dabei kann eine rechtzeitige Diagnose lebensrettend sein. Dann gibt es noch Heilungschancen. Im fortgeschrittenen Stadium ist dagegen – trotz enormer therapeutischer Fortschritte in den letzten Jahren – Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Dann geht es bei der Behandlung darum, für die Patienten wertvolle Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität zu gewinnen.
Nierenkrebs – eine bislang wenig beachtete Tumorerkrankung
Die Diagnose Krebs ist immer ein Schock – für die Betroffenen ebenso wie für ihre Angehörigen. Besonders schwierig stellt sich die Situation bei seltenen Krebsarten dar: Die Unsicherheit ist groß, nützliche Informationen häufig nur schwer zu bekommen und der Austausch mit anderen Erkrankten nur begrenzt möglich. Nierenkrebs gehört zu diesen seltenen Krebsarten, die wenig öffentliche Beachtung finden: In Deutschland erkrankten im Jahr 2006 knapp 17.000 Menschen neu an diesem Tumor, Männer etwa doppelt so häufig wie Frauen. Damit betreffen nur ungefähr drei bis vier von hundert bösartigen Krebsarten die Niere. Die Erkrankung wird in der Regel in einem Alter von durchschnittlich 75 bis 79 Jahren festgestellt.

- Abb.: Männer und Frauen, bei denen Nierenkrebs festgestellt wurde, hatten bei einer Erhebung 2006 meist ein Alter von 75 bis 79 Jahren.
Die Tumorentstehung (Wucherungen) können von verschiedenen Geweben ausgehen. Mit Abstand am häufigsten sind die so genannten Nierenzellkarzinome. Sie entstehen meistens aus den Zellen der Harnkanälchen (Tubulussystem) und machen rund 85 Prozent aller bösartigen Nierentumoren aus. Bei der Mehrheit der Patienten ist nur eine der beiden Nieren betroffen. Dank ihrer gesunden zweiten Niere haben sie daher keine Probleme mit der Harnausscheidung.
Rauchen und Passivrauchen sind wichtige Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von Nierenkrebs sind bislang noch nicht eindeutig geklärt. Es spielen innere und äußere Faktoren eine Rolle. Die wichtigsten äußeren Faktoren stellen Rauchen und Passivrauchen dar. Übergewicht, Umweltgifte, chronische Erkrankungen, Alkohol-, Drogen- oder Schmerzmittelmissbrauch und Veranlagungen erhöhen das Risiko ebenfalls.
Frühe Therapie verbessert Chance auf Heilung
Da Nierenkrebs keine typischen Frühsymptome verursacht, wird er oft nur zufällig und erst spät entdeckt, etwa bei einer Vorsorgeuntersuchung. Hat der Arzt einen entsprechenden Verdacht, kann er durch weiterführende Untersuchungen, zum Beispiel Ultraschall, Computertomographie und Gewebeentnahme, feststellen, ob es sich tatsächlich um einen bösartigen Tumor handelt, wo dieser liegt, wie weit er fortgeschritten ist und ob weitere Organe betroffen sind.
Die Möglichkeiten, Nierenkrebs zu behandeln, hängen stark davon ab, wie groß der Tumor ist und ob er bereits bösartige Tochtergeschwülste (Metastasen) gestreut hat. So überleben im frühen Stadium, wenn der Krebs noch auf die Niere begrenzt ist und durch eine Operation vollständig entfernt werden kann, schätzungsweise 96 Prozent der Patienten die ersten fünf Jahre. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen haben sich jedoch bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet, wenn die Erkrankung entdeckt wird. In diesem späten Stadium überleben durchschnittlich nur noch 23 von hundert Patienten die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Erfolgsaussichten einer Therapie steigen, wenn der Nierenkrebs früh entdeckt wird: Bei rechtzeitiger Diagnose gibt es sogar durchaus noch Heilungschancen. Im fortgeschrittenen Stadium ist – trotz enormer therapeutischer Fortschritte in den letzten Jahren – Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Dann geht es bei der Behandlung darum, für die Patienten möglichst viel Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität zu gewinnen
Positive Entwicklung in den letzten Jahren
Doch die Entwicklung der letzten Jahre ist positiv. Zum einen erkennen Ärzte Nierenkrebs heute immer früher. Zum anderen konnte die Therapie auch im späten, fortgeschritten Stadium verbessert werden. So lebten 2006 in Deutschland etwa 60.000 Menschen, bei denen in den zurückliegenden fünf Jahren ein Nierenkrebs festgestellt worden war.
Quellen:
- Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Ausgabe. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.). Berlin, 2010.
- www.krebsgesellschaft.de
- Lam JS, et al. J Clin Oncol. 2006;24(35):5565-75.
- NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology™. Kidney Cancer. v.2.2010.
Therapie
Fortschritte in der Nierenkrebs-Therapie
Wenn Menschen erfahren, dass sie an Krebs erkrankt sind, stellt sich ihnen und auch ihren Angehörigen nach dem ersten Schock schnell die Frage nach der richtigen Behandlung. Zu welchem Arzt soll ich gehen, welche Therapie bietet die beste Chance auf Heilung, mit welchen Folgen muss ich rechnen? Die Antworten sind von Krebs zu Krebs verschieden. Denn den einen Krebs gibt es nicht, jeder Krebs ist anders. Entsprechend gibt es für bösartige Tumore inzwischen ein ganzes Spektrum an unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Diese entfalten bei unterschiedlichen Erkrankungen häufig eine sehr unterschiedliche Wirksamkeit. Entsprechend komplex ist die Krebstherapie heute.
Frühes Stadium: Operation steht im Vordergrund
Beim Nierenkrebs kann eine rechtzeitige Diagnose lebensrettend sein. So gibt es beim Nierenzellkarzinom, der weitaus häufigsten Form von Nierenkrebs, im frühen Stadium eine hohe Chance auf Heilung.
Hier besteht die wichtigste Behandlung darin, den Tumor durch eine Operation möglichst vollständig zu entfernen. Bei Patienten, die nur noch eine Niere besitzen, streben die Ärzte eine organerhaltende Operation an, um eine Dialysebehandlung („Blutwäsche“) zu vermeiden.
Spätes Stadium: Operation nur noch in Einzelfällen
Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich bereits bösartige Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben, ist die Behandlung schwierig und eine Heilung meist nicht mehr möglich. Dann geht es vor allem darum, Beschwerden der Patienten zu lindern und wertvolle Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität zu gewinnen. Hier entscheiden die Ärzte im Einzelfall, ob es sinnvoll oder möglich ist, das bösartige Gewebe durch eine Operation – zumindest teilweise – zu entfernen.
Als Standardbehandlung galt lange Zeit die so genannte Immuntherapie, die das körpereigene Abwehrsystem bei seinem Kampf gegen die Krebszellen unterstützen soll. Insgesamt hat sie die anfänglichen Erwartungen beim Nierenkrebs jedoch nicht erfüllt und kommt heute nur noch selten bei ausgewählten Patienten zum Einsatz.
Daher ist es ein großer Fortschritt, dass mit den so genannten zielgerichteten Therapien seit einigen Jahren modernere Medikamente für die Behandlung des Nierenzellkarzinoms zur Verfügung stehen. Wie der Name schon andeutet, greifen diese Wirkstoffe direkt und gezielt in den Stoffwechsel des Tumors ein. Beispielsweise unterbinden sie seine Versorgung mit wichtigen Nährstoffen über die Blutbahn, wodurch der Krebs „ausgehungert“ werden soll. Dadurch ist es heute möglich, bei vielen Patienten das Tumorwachstum beim Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium zu reduzieren oder zeitweise sogar zu stoppen.
Übliche Behandlungen wirken oft nicht
Behandlungsmethoden, die bei anderen Krebserkrankungen üblich sich, wie Bestrahlung, Hormon- und Chemotherapie, spielen beim Nierenzellkarzinom dagegen kaum eine Rolle. Sie entfalten bei diesem Tumor keine zufrieden stellende Wirksamkeit.
Quellen:
Umfrage
Nierenkrebs: Ärzte blicken zuversichtlicher in die Zukunft
Viele Menschen, die an Nierenkrebs erkrankt sind, konnten in den letzten Jahren von Fortschritten in der Behandlung profitieren. Denn bis 2005 kam beim Nierenzellkarzinom, dem häufigsten Nierenkrebs, im fortgeschrittenen Stadium vor allem die so genannte Immuntherapie zum Einsatz. Sie soll die körpereigene Abwehr in ihrem Kampf gegen die Krebszellen unterstützen.
Doch die Immuntherapie erfüllte die in sie gesetzten Erwartungen nicht oder nur teilweise. Daher wurde sie in der ärztlichen Praxis in den vergangenen Jahren mehr und mehr durch moderne Medikamente aus der Gruppe der zielgerichteten Therapien ergänzt. Diese greifen an unterschiedlichen Stellen gezielt in das Tumorwachstum ein und trugen maßgeblich dazu bei, die Therapiesituation der Patienten auch im fortgeschrittenen Stadium zu verbessern.
Neue Medikamente stimmen Ärzte optimistisch
Die Entwicklung in der Therapie von fortgeschrittenem Nierenkrebs wird auch von behandelnden Ärzten aus ganz Europa positiv bewertet. Das belegt eine Umfrage unter 372 Spezialisten für Krebs- und urologische Krebserkrankungen in Europa, die von Medimix International im Auftrag von Pfizer Oncology – dem auf die Krebsforschung und Krebstherapie spezialisierten Bereich des Arzneimittelherstellers Pfizer – anlässlich des Weltnierentages 2011 durchgeführt wurde (Quelle: Pfizer data on file). Demnach haben Ärzte das erste Mal seit 25 Jahren das Gefühl, die Zukunftsaussichten ihrer Patienten, bei denen ein Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird, optimistischer beurteilen zu können.

- Abb.1: In einer Umfrage beurteilten Krebsspezialisten aus neun europäischen Ländern die Zukunftsaussichten ihrer Patienten mit neu festgestelltem Nierenzellkarzinom im fortgeschrittenen Stadium so optimistisch wie noch nie zuvor. (Quelle: Pfizer data on file)
Die Einschätzung wandelte sich von nahezu vollständigem Pessimismus vor 25, 10 und 5 Jahren in deutlichen Optimismus im Jahr 2010: Der Anteil der Befragten, die die Situation ihrer Patienten zuversichtlich beurteilten, stieg in dieser Zeit von drei bis vier auf 37 Prozent, also auf etwa das 10-Fache. Nahezu zwei Drittel der Ärzte gab als Hauptgrund für den Stimmungswandel die Entwicklung der neuen, zielgerichteten Medikamente für diese Krebserkrankung an. Auch die befragten Ärzte aus Deutschland bewerteten die aktuelle Situation ihrer Patienten durchweg positiver als sie es noch vor 25, 10 und 5 Jahren war.
Quellen:
- nach Informationen von Pfizer Oncology.
- Motzer RJ, et al. N Engl J Med. 2007; 356:115-24.
- Motzer RJ, et al. Abstract 5024 presented at ASCO 2008.
bericht
„Ich fühlte mich von meinem Körper verraten.“
Eine Patientin, 46, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern, berichtet über ihre Nierenkrebserkrankung: Sie beschreibt ihre Empfindungen, als sie mit der Diagnose konfrontiert wurde, schildert die sich anschließenden Untersuchungen und ihren Weg durch die Therapie. Ihre Geschichte steht beispielhaft für die Geschichte vieler anderer Nierenkrebspatienten: für ihre Fragen und Ängste und für ihren ganz persönlichen Umgang mit der Krankheit.
Mehr Aufmerksamkeit für Nierenerkrankungen
Viele Menschen sind sich der gesundheitlichen Bedeutung ihrer Nieren nicht bewusst, denn sie wirken im Verborgenen: Sie filtern und reinigen das Blut kontinuierlich, regulieren den Wasserhaushalt und den Blutdruck, gleichen den Säure-Basen-Haushalt aus und übernehmen zahlreiche weitere wichtige Funktionen. 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche arbeiten sie, ohne dass wir es merken. Um das Bewusstsein für dieses lebenswichtige Organ zu schärfen, wurde 2006 der Weltnierentag ins Leben gerufen. Mit jährlichen Aktionen rund um den Globus will die Initiative der Internationalen Gesellschaft für Nephrologie (ISN) sowie der Internationalen Gemeinschaft der Nierenstiftungen (IFKF) dazu beitragen, die Häufigkeit von Nierenerkrankungen zu senken.
Der sechste Weltnierentag am 10. März 2011 stand unter dem Motto "Nierenschutz ist Herzenssache". Denn Nierenerkrankungen spielen eine zentrale Rolle bei dem weltweiten Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher kann ein sorgsamerer Umgang mit unserer Niere dazu beitragen, die Gesundheit in zweierlei Hinsicht zu verbessern: Senkung der Häufigkeit von Nierenerkrankungen einerseits und von Herz-Kreislauf-Erkrankungen andererseits. Da Nierenerkrankungen oft jahrelang beschwerdefrei verlaufen und erst spät erkannt werden, sollten sich insbesondere Menschen mit Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Bluthochdruck sowie Menschen mit Nierenerkrankungen in der Familie von einem Arzt untersuchen lassen. Ein einfacher Urintest kann bereits wichtige Hinweise liefern, ob die Niere geschädigt ist.
Nierenkrebs: Faktor Zeit spielt eine wichtige Rolle
Pfizer Oncology – der auf die Krebsforschung und Krebstherapie spezialisierte Bereich des Arzneimittelherstellers Pfizer – engagiert sich weltweit für den Weltnierentag. Das Unternehmen nutzt diesen Tag vor allem, um auf die in der Öffentlichkeit wenig beachtete Erkrankung Nierenkrebs aufmerksam zu machen – und auf die schwierige Situation der Betroffenen sowie ihrer Angehörigen. Anlässlich des diesjährigen Weltnierentages hat das Unternehmen eine Befragung von Krebsspezialisten in Europa zur Behandlung von Nierenkrebs durchführen lassen. Wie diese zeigt, beurteilen die Ärzte die Situation ihrer Patienten vor allem beim fortgeschrittenen Nierenkrebs inzwischen sehr viel optimistischer als noch vor fünf Jahren, weil es seitdem enorme Fortschritte in der Therapie gegeben hat.
Beim letztjährigen Weltnierentag veranstaltete Pfizer Oncology die Aktion „Mehr Zeit gewinnen – für Patienten mit Nierenkrebs“: Am 11. März 2010 klingelte um 12.30 Uhr auf dem Potsdamer Platz in Berlin ein aus 200 Mitarbeitern gebildeter Wecker. Der symbolisch mit der „lebenden Uhr“ dargestellte Faktor Zeit sollte darauf aufmerksam machen, dass bei Nierenkrebs eine rechtzeitige Diagnose lebensrettend sein kann, weil es im frühen Stadium durchaus noch Heilungschancen gibt.

- Mit einem „lebenden Wecker“ auf dem Potsdamer Platz in Berlin machten die Mitarbeiter von Pfizer Deutschland am Weltnierentag 2010 auf das Thema Nierenkrebs aufmerksam.
Die Aktion wurde von der Patientenorganisation „Das Lebenshaus e.V.“ unterstützt, die sich für Nierenkrebspatienten und deren Angehörige einsetzt. Im Rahmen der Aktion spendete Pfizer Oncology 20.000 Euro für das Projekt „Gesprächszeit Nierenkrebs“ an „Das Lebenshaus“, bei dem Nierenkrebspatienten praktische Hilfestellung für das Gespräch mit ihrem Arzt erhalten.
Quellen:
- www.weltnierentag.de
- www.worldkidneyday.org
- nach Informationen von Pfizer Oncology.
Weiterführende Informationen
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Websites zum Thema
- Weitere Informationen für medizinische Fachkreise zum Thema Weltnierentag finden Sie auf dem Portal Pfizer Oncology
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