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Juvenile idiopathische Arthritis
Nicht nur ältere Menschen leiden unter rheumatischen Erkrankungen, auch viele Kinder und Jugendliche sind betroffen. Mit modernen Therapien lassen sich rheumatische Gelenkerkrankungen im Kindesalter, die so genannte Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA), gut behandeln. In fast der Hälfte der Fälle verschwinden die Krankheitssymptome sogar vollständig.1
Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen gehört seit Jahren zu den Schwerpunkten der Pfizer-Forschung auf dem Gebiet der Rheumatologie. Unsere Wirkstoffe werden mit großem Erfolg eingesetzt und helfen den kleinen Patienten, ihre Erkrankungen zu meistern.
Was ist juvenile idiopathische Arthritis?
Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste rheumatische Erkrankung im Kindesalter.
Typisch für das „Kinder-Rheuma“ sind schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke, besonders der Hand- und Fußgelenke, und der Bindegewebe bei Kindern im Alter unter 16 Jahren. Aber auch andere Organe können betroffen sein, etwa Augen, Haut, Muskulatur sowie innere Organe.
Die Ursachen der juvenilen idiopathischen Arthritis sind bislang noch nicht vollständig erforscht. Sicher ist, dass es sich bei der JIA um eine so genannte Autoimmunkrankheit handelt.
Die Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem körpereigene Strukturen attackiert, führt zu Entzündungsherden in der Gelenkinnenhaut. Die Folge: Es kommt zu Schwellungen und Schmerzen an den Gelenken, oft auch zu Bewegungseinschränkungen. Gerade bei Kindern kann das gravierende Auswirkungen auf die körperliche und psychische Entwicklung haben.
Bei fachgerechter Behandlung stehen die Heilungschancen für betroffene Kinder aber gut: In fast 50 Prozent der Fälle klingt die JIA im Laufe des Lebens vollständig ab.
Wer ist von juveniler idiopathischer Arthritis betroffen?
Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste rheumatische Erkrankung bei Kindern - etwa eines von tausend Kindern ist davon betroffen. Insgesamt sind allein in Deutschland rund 50.000 Kinder und Jugendliche an JIA erkrankt.
Von einer juvenilen idiopathischen Arthritis spricht man, wenn die Arthritis vor dem 16. Lebensjahr mehr als sechs Wochen anhält, ohne dass zuvor ein Grundleiden vorlag.
An JIA erkranken Kinder aller Altersstufen. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.
Wie äußert sich die juvenile idiopathische Arthritis?
Rötungen, Schwellungen und ein Wärmegefühl in den betroffenen Gelenken sind typische Merkmale. Vor allem morgens leiden viele Erkrankte außerdem unter Gelenksteife und Schmerzen.
Je nach Symptomen und Krankheitsverlauf unterscheidet man sieben Subgruppen der JIA:
- Sind weniger als fünf Gelenke betroffen, spricht man von einer „Oligoarthritis“.
- Sind mindestens fünf Gelenke entzündet, und der Patient ist positiv auf einen bestimmten Rheuma-Marker getestet, spricht man von „seropositiver Polyarthritis“.
- Analog dazu gibt es die sero-negative Polyarthritis, bei der ebenfalls fünf oder mehr Gelenke betroffen sind, der Patient aber Rheumafaktor-negativ ist.
- Ist ein naher Verwandter an Schuppenflechte (Psoriasis) erkrankt, nennt man die Subform „juvenile Psoriasisarthritis“.
- Wenn neben den Gelenken auch die Sehnenansätze entzündet sind und die Kinder einen bestimmten genetischen Marker tragen, spricht man von „Enthesitis-assoziierter Arthritis“.
- Außerdem gibt es eine Form der JIA, die mit Fieber und Hautausschlägen verbunden ist, das so genannte „Still-Syndrom“.
- Die siebte Subgruppe umfasst alle anderen Arthritis-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, die sich den ersten sechs Gruppen nicht zuordnen lassen.
Kinder, die an juveniler idiopathischer Arthritis erkrankt sind, schützen sich vor Schmerzen oft durch eine „Schonhaltung“ der Gelenke.
Bitte beachten Sie, dass Kinder außerordentliche kompensatorische Fähigkeiten besitzen. Schwellungen und Schmerzen werden dadurch von Eltern häufig nicht sofort bemerkt. Deshalb gilt es für Eltern, genau hinzusehen und gegebenenfalls den Rat des behandelnden Kinderarztes oder Allgemeinmediziners einzuholen.
Wie wird juvenile idiopathische Arthritis behandelt?
Viele Kinder haben die Chance, ihre Beschwerden durch eine konsequente Therapie innerhalb einiger Jahre loszuwerden oder zumindest eine deutliche Besserung zu erreichen. Ohne fachgerechte Behandlung kann der Krankheitsverlauf viele Jahre dauern und bleibende Schäden verursachen.
Es gibt unterschiedliche Ansätze zur medikamentösen Behandlung.1–4
Erster Schritt ist die Gabe so genannter Basistherapeutika, die direkt in den Krankheitsverlauf eingreifen und entzündliche Schübe und das Einsteifen der Gelenke verhindern. Da die Wirkung dieser Medikamente erst nach einiger Zeit eintritt, sollten bis dahin und später begleitend zu diesen gegen die Schmerzen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt werden. In akuten Phasen können gegen die Entzündungsreaktionen Kortisonpräparate direkt in die betroffenen Gelenke gespritzt werden. NSAR und Kortison greifen aber nicht den Krankheitsverlauf ein.
Wenn die Wirkung der Basistherapeutika nicht ausreichend ist, steht die Medikamentengruppe der so genannten Biologicals zur Verfügung. Diese biotechnologisch hergestellten Wirkstoffe, wie beispielsweise TNF-Alpha-Blocker, können direkt in die Kommunikation zwischen den Immunzellen eingreifen und dadurch der Entzündungsreaktion entgegenwirken.
Die medikamentöse Behandlung sollte stets mit einer Physio- und/oder Ergotherapie kombiniert werden, gegebenenfalls auch mit einer psychologischen Betreuung der Kinder und ihrer Familien.
Forschungsförderung

- Pfizer fördert die Forschung im Bereich Rheumatologie
Pfizer unterstützt Forschungsarbeiten, die zu einer Verbesserung der Behandlungen von rheumatischen Erkrankungen beitragen. Jedes Jahr werden vier Projekte gefördert. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch ein unabhängiges internationales Expertenkomitee. Weiterlesen…
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Referenzen
Foell JD et al. Methotrexate Withdrawals at 6 vs 12 Months in Juvenile Idiopathic Arhtritis in remission. JAMA 2010; 303(13): 1266-73
Borchers AT et al. Juvenile idiopathic arthritis. Autoimmun Rev 2006; 5: 279-98
Hettenkofer HJ. Rheumatologie:Diagnostik - Klinik - Therapie. Thieme, 2003
Leitlinien der Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendrheumatologie: Juvenile Idiopathische Arthritis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 027/020, Stand: 12/2008



