Direkt zum Inhalt springen

Sie sind hier: Startseite > Gesundheit > Humanmedizin > Rheuma  > Morbus Bechterew

Inhalt

Morbus Bechterew

Die Erkrankung Morbus Bechterew (benannt nach dem russischen Neurologen Wladimir von Bechterew) ist eine schmerzhafte, chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung, die vorwiegend die Kreuz-Darmbein-Gelenke und die Wirbelsäule betrifft.

Dank moderner Behandlungsmethoden ist es heute möglich, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Krankheitsaktivität weitgehend zu unterdrücken. Pfizer hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität von Bechterew-Patienten zu verbessern und arbeitet eng mit Patientenorganisationen wie der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e.V. zusammen.

 

Krankheitsbild

Was ist Morbus Bechterew?

Stadien des Morbus Bechterew

Die Erkrankung beginnt in den meisten Fällen mit der Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke (Sakroiliitis). Im weiteren Verlauf kann sich die Entzündung auf verschiedene Bereiche der Wirbelsäule ausdehnen. Man spricht dann von Spondylitis (Wirbelentzündung). Bei weiterem Fortschreiten kann es als Folge der Entzündung zu einer zunehmenden Versteifung (Ankylose) durch Verknöcherung der Wirbelsäule kommen.

Die Krankheit verläuft meist in Schüben: Phasen starker Beschwerden wechseln sich mit symptomarmen Phasen ab. Im fortgeschrittenen Stadium verknöchern die entzündeten Wirbelsäulenabschnitte. Dadurch nimmt die Stärke der Schmerzen zwar oft ab, aber die Wirbelsäule ist in diesem Krankheitsstadium in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt und wird an den erkrankten Stellen steif. Dieser Prozess lässt sich nicht rückgängig machen. Durch eine geeignete Behandlung kann die Krankheitsaktivität jedoch deutlich reduziert werden.

Die Ursachen des Morbus Bechterew sind noch nicht vollständig geklärt. Neben der erblichen Veranlagung und einer Störung im Immunsystem scheinen noch weitere, äußere Faktoren eine Rolle zu spielen.

Betroffene

Wer ist von Morbus Bechterew betroffen?

Morbus Bechterew betrifft in Deutschland etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung. Betroffen sind überwiegend jüngere Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Da der Morbus Bechterew in bestimmten Familien häufiger vorkommt als in anderen, geht man davon aus, dass die Erkrankung auch eine genetische Komponente hat. Kennzeichnend ist, dass fast alle Patienten (über 90 Prozent) ein bestimmtes Gewebe-Merkmal besitzen, das so genannte HLA B27.

Ein großes Problem besteht darin, dass die Erkrankung häufig erst sehr spät erkannt wird. Das liegt insbesondere daran, dass die ersten Symptome meist sehr unspezifisch sind, denn z.B. Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Daher muss der Arzt bei der Diagnosestellung eine ganze Reihe von möglichen Ursachen bzw. anderen Erkrankungen in Betracht ziehen und voneinander abgrenzen.

Die größte Bedeutung für Patienten mit Morbus Bechterew haben deshalb eine frühzeitige Diagnose und die rechtzeitige Einleitung einer adäquaten Therapie.

Symptome

Wie äußert sich Morbus Bechterew?

Bechterew Verlauf
Verlauf der Verknöcherung beim Morbus Bechterew

Wichtigstes und zumeist auch erstes Symptom von Morbus Bechterew sind tief sitzende Rückenschmerzen, die typischerweise vorwiegend nachts oder in den frühen Morgenstunden auftreten und sich bei Bewegung bessern. Sie gehen mit einer eingeschränkten Beweglichkeit nach längerer Ruhigstellung einher, die man als „Morgensteifigkeit“ bezeichnet. Diese hält bei Morbus Bechterew meist länger als 30 Minuten an.

Bei einem nicht geringen Anteil der Betroffenen kommen weitere Beschwerden hinzu, wie z.B.:

  • Sehnenansatzentzündungen (Enthesitis): Vor allem die Sehnenansätze, z.B. am Ansatzpunkt der Achillessehne, können betroffen sein.
  • Regenbogenhautentzündungen (Iritis): Die Augen sind gerötet und schmerzen. Helles Licht wird als unangenehm empfunden
  • Periphere Gelenkentzündungen: Auch außerhalb der Wirbelsäule können Gelenkentzündungen auftreten. Schulter, Hüfte und Knie sind häufig betroffen
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Gelegentlich tritt Morbus Bechterew zusammen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es infolge der zunehmenden Versteifung durch die Verknöcherung der Wirbelsäule zu Bewegungseinschränkungen und Fehlhaltungen. Die Wirbelsäule wird schließlich starr.

Behandlung
Tab4

Wie wird Morbus Bechterew behandelt?

Die Behandlung der typischen Krankheitserscheinungen von Morbus Bechterew am Bewegungsapparat ruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: aktive Bewegungsübungen zur Erhaltung der Beweglichkeit und die Gabe von Medikamenten zur Schmerz- und Symptomlinderung sowie zur Entzündungshemmung. Die wichtigste Behandlungsmaßnahme für den Erhalt der Wirbelsäulenbeweglichkeit, aber auch zur Schmerzbekämpfung ist die Physiotherapie (Krankengymnastik). In der medikamentösen Behandlung orientiert man sich üblicherweise an Erscheinungsform und Schweregrad der Erkrankung sowie auch an Ansprechen und Verträglichkeit einer bereits durchgeführten Therapie.

  • Die medikamentöse Behandlung beginnt oft mit kortisonfreien entzündungshemmenden Arzneimitteln, so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Moderne Antirheumatika zeigen eine gute Wirksamkeit und schonen gleichzeitig den Magen.
  • Bei akuter Entzündung einzelner Gelenke oder im Bereich einer Sehne besteht die Möglichkeit, Glukokortikoide (Kortison) direkt ins Gelenk zu injizieren, um eine rasche Linderung von Schmerzen und Schwellungen zu erreichen.
  • Gegen entzündliche Schmerzen der Wirbelsäule und zur Förderung der Beweglichkeit1,2 lassen sich auch so genannte TNF-alpha-Hemmer einsetzen, eine moderne Generation von Medikamenten, die für eine Vielzahl von Erkrankungen entwickelt wurden. Dabei handelt es sich um gentechnisch hergestellte Eiweißstoffe (Proteine), die therapeutisch wirksam sind, indem sie die Aktivität natürlich vorkommender Substanzen fördern oder hemmen.
  • Zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen werden auch langwirksame Antirheumatika (so genannte Basistherapeutika) eingesetzt. Bei Morbus Bechterew sind diese nur bei Entzündungen der peripheren (von der Körperachse entfernten) Gelenke wirksam – d.h. wenn andere Gelenke als Wirbelsäule und Kreuz-Darmbein-Gelenke betroffen sind.

Morbus-Bechterew-Patienten können ihre Lungenfunktion verbessern, wenn sie zuhause regelmäßig Atemübungen ausführen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von März 2009.3

Experten empfehlen Bechterew-Patienten deshalb, neben der Beweglichkeit der Wirbelsäule auch die Funktion der Lunge und die Herzkreislauforgane gezielt zu trainieren.

Fragen Sie Ihren Arzt nach passenden Atemübungen!

Spezial

Pfizer unterstützt Selbsthilfeorganisationen

Pfizer hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen zu verbessern. Deshalb arbeiten wir eng mit Patientenorganisationen zusammen, die dasselbe Ziel verfolgen, und unterstützen die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew.

Weitere Informationen zu den Zielen und Aktivitäten dieser Selbsthilfeorganisation finden Sie über den Link rechts auf dieser Seite.

Weiterführende Informationen

Medikamentenfinder

Weiterempfehlen
Lesezeichen

Verwandte Seiten

Hier finden Sie als "Tags" Verweise zu Seiten, die thematisch passende oder weiterführende Informationen enthalten

Tags dieser Seite:

Kooperationen

Referenzen

  1. Köhler L et al. Spondylitis ankylosans; Fortschritte in der medikamentösen Therapie. Dt Ärztebl 2004; 21: A1507-13

  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie. Neufassung der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie zur Therapie mit Tumornekrosefaktor-hemmenden Wirkstoffen bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen. Stand: März 2006

  3. Ortancil O et al. The Effect(s) of a Six-Week Home-Based Exercise Program on the Respiratory Muscle and Functional Status in Ankylosing Spondylitis; J Clin Rheumatol 2009; 15(2): 68-70

Zuletzt aktualisiert: 01.07.2010