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Neuropathischer Schmerz
Wie entsteht Schmerz? Oft hat er äußere Ursachen, zum Beispiel eine Verletzung oder Entzündung, die von den Nerven ans Gehirn „gemeldet“ wird. Es gibt jedoch auch Schmerzen, die durch beschädigte Nerven entstehen. Diese Art Schmerz wird als Nervenschmerz oder auch als neuropathischer Schmerz bezeichnet.
Als Fördermitglied der Deutschen Schmerzliga möchte Pfizer Schmerzpatienten und ihren Angehörige helfen, den Umgang mit der Erkrankung zu meistern. Es gibt heute sehr gut wirksame Medikamente und Behandlungsverfahren, mit denen sich Nervenschmerzen erfolgreich bekämpfen lassen.
Was sind neuropathische Schmerzen?
Bei neuropathischen Schmerzen fungieren die Nerven nicht mwhe nue als reine „Melder“ eines akut von außen verursachten Schmerzes, sondern sind selbst Schmerzverursacher. Der Schmerz entsteht, weil Nervenfasern geschädigt oder zerstört sind. Da dies oft ein dauerhafter Zustand ist, spricht man in diesem Zusammenhang auch von chronischen Schmerzen.
Häufig ist nur ein einzelner Nerv betroffen (Mononeuropathie, griech.: mono = eins). Sind mehrere Nerven geschädigt, spricht man von Polyneuropathien (griech.: poly = viele).
Dank der heute verfügbaren Therapiemöglichkeiten lassen sich die Beschwerden von Patienten mit neuropathischen Schmerzen wesentlich lindern. Durch die Behandlung werden auch die möglichen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Ängste oder Depressionen effektiv beeinflusst und die Patienten können wieder Lebensqualität erfahren.
Wer ist von neuropathischen Schmerzen betroffen?
Rund 7,5 Millionen Menschen deutschlandweit werden von Schmerzen geplagt, etwa ein Viertel leidet an neuropathischen Schmerzen. Neuropathische Schmerzen sind meist chronisch und gehören zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche. Über die Hälfte der „Nervenschmerz“-Patienten leidet außerdem an Depressionen.1
Frauen erkranken häufiger an chronischen Schmerzen als Männer. Das unterschiedliche Schmerzempfinden hat zum einen anatomische und hormonelle Gründe. Zum anderen wird es auch durch psychische, soziale und kulturelle Faktoren beeinflusst.
Wie äußern sich neuropathische Schmerzen?
Wird ein Nerv verletzt oder über längere Zeit gereizt, so kann er überempfindlich reagieren. In diesem Fall führt bereits die geringste Berührung zur Schmerzempfindung. Dabei kann zunächst ein eingegrenztes Nervengebiet auf diese Weise reagieren (Mononeuropathie).
Die niedrige Reizschwelle kann sich auch auf mehrere Nervengebiete erstrecken, so dass ein größerer Bereich überempfindlicher Nerven entsteht (Polyneuropathie).
Dadurch verliert der Schmerz seine eigentliche Funktion als Warnsignal und wird selbst zur Krankheit.
Die Ursachen von Nervenschmerzen sind vielfältig: Ausgelöst werden sie zum Beispiel durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Der hohe Blutzuckerspiegel ist „Gift“ für die Nerven, da die Zuckerabbauprodukte die Nervenzellen angreifen können. So entstehen Polyneuropathien, die sich durch kribbelnde Missempfindungen bis hin zu brennenden Schmerzeindrücken bemerkbar machen. Auch Sehstörungen sind typisch für diese diabetische Polyneuropathie.
Neuropathische Schmerzen können unterschiedliche Ursachen haben.
Eine Übersicht finden Sie auf unserem Portal neuroschmerz.de.
Wie werden neuropathische Schmerzen behandelt?
Folgende Medikamente und medizinischen Hilfsmittel werden zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt:
- Antikonvulsiva: Sie dienen eigentlich zur Behandlung von Epilepsie (antikonvulsiv = entkrampfend), helfen aber auch bei neuropathischen Schmerzen. Einige Antikonvulsiva reduzieren die Ausschüttung bestimmter Signalstoffe und verhindern so, dass Nervenzellen permanent Schmerzimpulse aussenden.
- Antidepressiva: Sie wirken stimmungsaufhellend und schmerzlindernd – auch in relativ geringen Dosierungen. Diese Wirkstoffe sind bei den meisten Formen von neuropathischen Schmerzen einsetzbar.
- Opioide: Sie werden hauptsächlich bei starken und sehr starken Schmerzen verschrieben. Unter strenger ärztlicher Aufsicht und vor allem in retardierter Form eingenommen rufen sie kaum Suchterscheinungen hervor.
- Lokale Behandlung: Spezifische Schmerzcremes, -salben oder -gele eignen sich, um die Schmerzempfänglichkeit an der behandelten Stelle zu verringern.
- Nervenblockade: Bei lokal begrenzten Schmerzen wird ein örtliches Betäubungsmittel in oder um die betroffenen Nerven gespritzt, was die Schmerzen für ein paar Stunden ausschalten kann.
Neben Medikamenten können auch alternative Behandlungsmethoden wie physikalische und psychologische Therapien oder Akupunktur helfen, die Beschwerden zu lindern.
Schmerztagebuch
In einem Schmerztagebuch können Betroffene festhalten, wann und unter welchen Bedingungen ihre Schmerzen auftreten. Diese Informationen helfen dem behandelnden Arzt, die Therapie an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anzupassen.
Leiden Sie unter Schmerzen? Dann nehmen Sie sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um zu notieren, wann die Schmerzen auftreten und wann sie besonders stark sind.
Bringen Sie das Schmerztagebuch unbedingt zum nächsten Arztbesuch mit. So kann Ihnen schneller mit einer geeigneten Therapie geholfen werden.
Hier geht es zum Download: Schmerztagebuch der Deutschen Schmerzliga (PDF, 30KB).
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Neuropathischer Schmerz - Der lange Weg zur richtigen Therapie. Med Trib 2007; 39(47)



