Bereichsnavigation "Gesundheit"
Inhalt
Blähungen/Koliken
Blähungen und Koliken treten bei kleinen Kindern sehr häufig auf, vor allem in den ersten Lebensmonaten. Obwohl sie dem Kind sehr zu schaffen machen, ist meist keine organische Ursache vorhanden. Pfizer möchte Sie über die Entstehung von Blähungen informieren und Ihnen zeigen, wie Sie erkennen können, ob Ihr Kind darunter leidet.
Lesen sie außerdem, wie Sie die Beschwerden Ihres Kinds lindern können und worauf Sie bei den Mahlzeiten Ihres Säuglings achten sollten.
Was sind Blähungen und Koliken?
Dass ein Baby weint und schreit, gehört zum ganz normalen Alltag junger Familien. Wenn aber in den ersten Lebensmonaten heftige Schreiattacken auftreten und das Kind kaum zu beruhigen ist – man spricht in solchen Fällen von einem „Schreibaby“ –, kann es daran liegen, dass das Kind an Blähungen oder Koliken leidet.
Bei Blähungen befindet sich zuviel Luft im Darm. Sie können entstehen, wenn der Säugling Luft verschluckt oder wenn im Darm zu viele Gase gebildet werden. Häufig ist der Bauch dabei aufgebläht und vorgewölbt. Die Luft geht bei Blähungen durch den Darm nach außen ab (Flatulenz).
Koliken sind krampf- und wehenartige Bauchschmerzen. Sie nehmen wellenförmig an Stärke zu und wechseln sich mit Phasen ab, in denen keine Schmerzen vorhanden sind.
Viele Babys leiden in den ersten drei Lebensmonaten an solchen Bauchschmerzen, den so genannten Dreimonatskoliken. Die dabei auftretenden Schreiattacken haben meist keine organische Ursache.
Ist Ihr Kind ein Schreibaby? Das hängt davon ab, ob das Kind die so genannte 3-er Regel erfüllt:
Sie ist erfüllt, wenn das Baby über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen an mindestens drei Tagen in der Woche mehr als drei Stunden pro Tag schreit.1
Welche Kinder sind von Blähungen und Koliken betroffen?
In den ersten Lebensmonaten leiden sehr viele Babys unter Blähungen. Bei schätzungsweise 10 bis 30 Prozent der Kinder treten dabei auch schmerzhafte Koliken auf. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Zudem scheinen besonders sensible oder temperamentvolle Kinder eher zu schmerzhaften Blähungen mit Schreiattacken zu neigen.
Häufig entstehen die Blähungen durch die Ernährung mit Milch. Da beim wenige Wochen alten Säugling das Verdauungssystem noch nicht vollständig entwickelt ist, bildet die Milch im Darm einen kleinblasigen, trägen Schaum. Die Gase, die in den Luftschaum eingeschlossen sind, können nicht entweichen. Der aufgeblähte Schaum drückt auf die Darmwand und kann Bauchschmerzen auslösen. Noch größer werden die Probleme, wenn das Baby beim Trinken viel Luft verschluckt, die sich mit dem Milchschaum vermischt und ihn zusätzlich aufbläht.
Es macht übrigens keinen Unterschied, ob das Kind gestillt wird oder Flaschennahrung erhält. Entscheidender ist, wie der Säugling trinkt. Wenn er sehr gierig ist oder in einer ungünstigen waagerechten Haltung gestillt oder gefüttert wird, kann er mehr Luft verschlucken. Auch ein zu großes Saugerloch am Fläschchen verleitet zu einem hastigen Trinken, wobei das Baby viel Luft verschluckt.
Wie äußern sich Blähungen und Koliken?
Ein typisches Anzeichen für Blähungen und Koliken: Der Säugling beginnt regelmäßig etwa eine halbe Stunde nach dem Trinken intensiv zu weinen. Diese Schreiphasen können stundenlang andauern, ohne dass das Kind sich beruhigen lässt. Manchmal geht es ihm besser, nachdem Darmgase oder Stuhl abgegangen sind.
Körperlich erkennt man die Blähungen an einem aufgeblähten, vorgewölbten und gespannten Bauch, der auf Berührungen sehr empfindlich reagiert. Wenn schmerzhafte Koliken auftreten, zieht das Baby häufig seine Beine krampfartig an und streckt sie wieder. Es ballt die Hände zu kleinen Fäusten und das Gesicht kann sich rot oder bläulich verfärben oder blass werden. Außerdem kann es passieren, dass der Säugling weitere Nahrung verweigert.
Manchmal werden die Koliken von Erbrechen, Durchfall oder Fieber begleitet. In diesen Fällen könnten organische Ursachen oder Erkrankungen vorliegen. Die Kinder sollten deshalb von einem Kinderarzt untersucht werden.
Wie werden Blähungen und Koliken behandelt?
In den meisten Fällen müssen Blähungen und Koliken nicht behandelt werden. Obwohl sie den Kindern schwer zu schaffen machen können, besteht keine körperliche Erkrankung. Nach drei bis fünf Monaten hören die Blähungen und Schreiattacken in der Regel von alleine auf.
Verschiedene Maßnahmen können helfen, den Blähungen und Koliken entgegenzuwirken oder sie zu lindern und das Kind zu beruhigen. Sehr wichtig ist Körperkontakt. Viele Säuglinge reagieren positiv darauf, wenn sie auf den Arm genommen und herumgetragen oder geschaukelt werden. Manchmal reicht es schon, dem Kind eine Hand auf den Bauch zu legen oder einen Finger zum Nuckeln zu geben. Sehr hilfreich gegen Blähungen und Schmerzen ist auch eine handwarme Wärmflasche auf dem Bauch oder eine sanfte Bauchmassage.
Gegen Schmerzen und Völlegefühl helfen – übrigens auch bei älteren Kindern oder Erwachsenen – Tropfen mit dem Wirkstoff Simeticon (sab simplex®). Dieser Wirkstoff löst die im Milchschaum eingeschlossenen Luftbläschen auf. Die Gase können nun entweder von der Darmwand aufgenommen werden oder gehen als „Bäuerchen“ oder über den Darmausgang ab.
sab simplex® mit Simeticon können Sie ohne Rezept in jeder Apotheke bekommen. Sollten Sie Fragen zur Anwendung oder zu möglichen Nebenwirkungen haben, dann wird Sie Ihr Arzt oder Ihr Apotheker ausführlich beraten.
Tipps für das richtige Trinken
Um Blähungen und Koliken vorzubeugen, sollte man bei den Mahlzeiten ein ruhiges Trinkverhalten unterstützen, damit das Kind nicht zuviel Luft schluckt. Besonders wichtig ist dabei eine entspannte Atmosphäre, am besten an einem ungestörten Platz und mit viel Zeit. Die beste Position beim Trinken ist eine leichte aufrechte Körperhaltung statt einer liegender. Die verschluckte Luft kann dann schon beim Trinken nach oben steigen und leichter wieder nach außen gelangen.
Nach dem Trinken sollten Sie das Kind aufrecht halten und ihm leicht auf den Rücken streichen oder klopfen, damit es gut aufstoßen kann und die verschluckte Luft gleich wieder entweicht. Wenn das Kind sehr hastig trinkt, sollte man zwischendurch Pausen zum Aufstoßen machen und das Kind danach weiter trinken lassen.
Wenn Sie Ihr Kind stillen, hilft es, vor dem Stillen erst etwas Milch abzudrücken, sodass der Milchfluss gut in Gang kommt. Viele Babys kommen nicht damit zurecht, dass es einige Zeit dauert, bis die Milch einschießt. Sie saugen zu Beginn des Stillens zu hastig und schlucken dabei viel Luft.
Wenn das Kind Flaschennahrung bekommt, sollte der Sauger kein zu großes Loch haben. Außerdem sollte man die Flasche nach dem Zubereiten der Trinknahrung eine Weile ruhen lassen, damit die beim Schütteln entstandenen Luftblasen aus der Milch entweichen können.
Weiterführende Informationen
Login für Fachkreise
Sie haben die Möglichkeit, sich mit DocCheck® oder einem Pfizer-Account anzumelden, um Informationen zu erhalten, die aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) medizinischen Fachkreisen vorbehalten sind.
Wenn Sie bei DocCheck® registriert sind, tragen Sie Ihre Nutzerdaten bitte hier ein:
Wenn Sie bei Pfizer registriert sind, tragen Sie Ihre Nutzerdaten bitte hier ein:
Websites zum Thema
Verwandte Seiten
Hier finden Sie als "Tags" Verweise zu Seiten, die thematisch passende oder weiterführende Informationen enthalten
Tags dieser Seite:ArzneimittelfälschungenForschungMedikamenteRezeptfreie ProdukteRezeptpflichtige MedikamenteServiceVerdauung
Referenzen
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Regulationsstörungen im Säuglings- und Kleinkinderalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 028/028, 2003





