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Akromegalie

Pfizer setzt sich dafür ein, seltene Erkrankungen zu erforschen und in die Öffentlichkeit zu rücken. Akromegalie ist eine solche Erkrankung. Sie bewirkt ein übermäßiges Wachstum von Teilen des Körpers.

Wir möchten den Betroffenen und ihren Familien, Freunden und Arbeitskollegen helfen, die Hintergründe, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Akromegalie besser zu verstehen. Außerdem möchten wir dazu beitragen, Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen, mit denen die Betroffenen oft konfrontiert sind.

Krankheitsbild

Was ist die Akromegalie?

Hirnanhangsdrüse mit Tumor

Die Akromegalie ist eine Erkrankung, bei der eine Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin auftritt. Der Auslöser ist meist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Der aus dem Griechischen stammende Begriff Akromegalie setzt sich zusammen aus den Wortteilen „Akren“ und „megalie“. Akren sind „Körperspitzen“, also Nase, Kinn, Zehen, Hände usw. Megalie bedeutet übermäßiges Wachstum. Bei einer Akromegalie betrifft das nicht nur die Körperspitzen, sondern auch innere Organe und Gewebe wie das Herz oder die Zunge.

Auch wenn es sich in den meisten Fällen um einen gutartigen Tumor der Hirnanhangsdrüse handelt und dieser glücklicherweise keine Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet, muss er – wenn möglich – operativ entfernt werden.

Betroffene

Wer ist von Akromegalie betroffen?

Die Akromegalie ist eine seltene Erkrankung. Von einer Million Menschen sind etwa 40 bis 60 betroffen.1

Sie tritt meist im Alter von ungefähr 40 Jahren auf. Frauen und Männer sind in etwa gleich häufig betroffen.2 Bis die Diagnose Akromegalie getroffen wird, vergehen jedoch durchschnittlich acht Jahre, weil sich die beschriebenen körperlichen Veränderungen sehr langsam entwickeln.3

Auch Kinder können an Akromegalie erkranken. Betroffene Kinder wachsen schneller und mehr als ihre Altersgenossen. Solang die so genannten Wachstumsfugen der Kinder und Jugendlichen noch nicht geschlossen sind, wächst der Körper in der Länge. Zunächst bleiben dabei die normalen Körperproportionen erhalten. Später, im jungen Erwachsenenalter, setzt dann das übermäßige Wachstum der beschriebenen Körperstellen (Akren) ein.

Besteht der Verdacht auf Akromegalie, sollte unbedingt ein auf Hormonstörungen spezialisierter Facharzt, ein Endokrinologe, aufgesucht werden.

Eine Liste der Endokrinologen erhalten Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie unter www.endokrinologie.net

Symptome

Wie äußert sich eine Akromegalie?

Der Tumor der Hirnanhangsdrüse bewirkt eine vermehrte Ausschüttung des Wachstumshormons.

Die Folge: Alle Körperteile (Hände, Füße, Nase, Kinn, Kopf etc.) und Organe (z.B. Herz, Leber, Darm), bei denen auch im Erwachsenenalter noch ein Wachstum möglich ist, fangen an sich zu vergrößern.

Ein zusätzliches Längenwachstum des Körpers tritt nur dann auf, wenn die Wachstumsfugen noch nicht verschlossen sind (d.h. im Kindesalter).

Neben den sichtbaren Symptomen kommt es auch zu inneren Veränderungen, die die Gesundheit beeinträchtigen:

  • Herzvergrößerung: Gefahr einer Herzmuskelschwäche oder von Herzrhythmusstörungen
  • Bluthochdruck: Belastung der Blutgefäße und des Herzens
  • Gelenkbeschwerden: hervorgerufen durch das Wachstum der Gelenkknorpel
  • Kopfschmerzen: hervorgerufen durch Veränderungen am Schädelknochen
  • Syndrom der Schlafapnoe: nächtliche Phasen von Atemstillstand, die länger als 10 Sekunden dauern. Der Betroffene fühlt sich am Tag müde und unausgeschlafen.
  • Erhöhter Blutzuckerspiegel: Gefahr von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), da das Wachstumshormon die blutzuckersenkende Wirkung des Insulins beeinflusst.
Behandlung

Wie wird eine Akromegalie behandelt?

Am Anfang der Behandlung steht bei den meisten Patienten die operative Entfernung des Tumors, da er weiterwachsen und gesundes Gewebe schädigen könnte. Außerdem soll die Behandlung die auf Dauer ungesunden Stoffwechselveränderungen verhindern.

Nach der Operation sollte der Patient etwa einmal jährlich seinen Endokrinologen aufsuchen, um sicherzustellen, dass der gesunde Teil der Hirnanhangsdrüse nicht geschädigt wurde und kein neuer Tumor entsteht.

Sehr große Tumore, die nicht oder nicht vollständig operativ entfernt werden können, werden mit einer Strahlentherapie behandelt.

Außerdem werden zur Behandlung folgende Medikamente eingesetzt:

  • Dopaminagonisten wirken direkt auf die Hirnanhangsdrüse. Sie können bei einigen Patienten die Bildung des Wachstumshormons drosseln.
  • Somatostatin-Analoga ähneln einem körpereigenen Stoff (Somatostatin), der die Bildung des Wachstumshormons hemmt.
  • Wachstumshormonrezeptor-Antagonisten blockieren im Körper die übermäßigen Effekte des Wachstumshormons.
Spezial

Akromegalie bei Kindern

Entwickelt sich ein Tumor der Hirnanhangsdrüse im Kindesalter, kann eine Akromegalie das Wachstum der betroffenen Kinder extrem ankurbeln. Die Erkrankung beeinflusst zunächst nicht die Körperproportionen, aber sie kann einen so genannten Riesen- oder Hochwuchs auslösen. Man spricht von Hochwuchs, wenn ein Kind größer ist als 97 Prozent aller anderen Kinder seines Alters und Geschlechts.

Eltern sollten wissen, dass die Akromegalie eine sehr seltene Erkrankung ist. Hochwuchs kann ein Anzeichen sein, aber auch viele andere Faktoren können dazu führen, dass ein Mensch überdurchschnittlich groß wird. Wenn Eltern meinen, dass ihr Kind deutlich mehr und schneller wächst als gleichaltrige Freunde, sollten sie deshalb einen Kinderarzt oder einen Facharzt für Hormonstörungen um Rat fragen.

Sollte eine Akromegalie diagnostiziert werden, unterscheidet sich die Behandlung betroffener Kinder nicht von der Behandlung Erwachsener. Wenn möglich wird in einem ersten Schritt operiert.

Weiterführende Informationen

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Referenzen

  1. Kaltsas GA et al. Predictors of the outcome of surgical treatment in acromegaly and the value of the mean growth hormone day curve in assessing postoperative disease activity. J Clin Endocrinol Metab 2001; 86(4): 1645-52

  2. Chanson P, Salenave S. Acromegaly. Orphanet J Rare Dis 2008; 25: 3-17

  3. Moore DJ et al. Clinical effectiveness and cost-effectiveness of pegvisomant for the treatment of acromegaly: a systematic review and economic evaluation. BMC Endocr Disord 2009; 8: 9-20

Zuletzt aktualisiert: 01.07.2010