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Berlin, 30.09.2010

Rauchen eine Sucht oder eine Frage des Lebensstils? Ärzte und Allgemeinbevölkerung sind unterschiedlicher Ansicht

13. Deutscher Lungentag am 2. Oktober 2010

  • Ärzte fordern Anerkennung der Nikotinsucht als Krankheit
  • 56% der Deutschen halten Rauchen für einen Lebensstil
  • Rauchbedingte Lungenerkrankung COPD auf dem Vormarsch

Jährlich wird am 2. Oktober mit dem Deutschen Lungentag auf den Stellenwert der Atemwegs- und Lungengesundheit hingewiesen. Doch aller Aufklärung zum Trotz, greifen nach wie vor 17 Millionen Deutsche zur Zigarette. Der Großteil der deutschen Ärzte (80%) sieht im Rauchen eine Suchterkrankung. Mehr als die Hälfte der Bürger (56%) ist dagegen der Ansicht, Rauchen sei eine Frage des Lebensstils – für viele ausstiegsmotivierte Raucher ein Grund, den Weg aus der Sucht ohne Unterstützung anzutreten. Das ergab eine repräsentative Befragung der allgemeinen Bevölkerung, von Rauchern und Ärzten, die das internationale Forschungsunternehmen YouGov im Auftrag von Pfizer durchgeführt hat1,2,3.

„Tabakkonsum ist keine Frage von Lifestyle, sondern eine ernsthafte Suchterkrankung, die es zu behandeln gilt“, betonte Professor Dr. Stefan Andreas von der Lungenfachklinik Immenhausen/Kassel bei einer Pressekonferenz von Pfizer. So ist rund die Hälfte der befragten Ärzte (46%) davon überzeugt, dass ein anderes Verständnis des Tabakkonsums, nämlich als Krankheit, deutlich mehr Raucher dazu veranlassen würde, einen Arzt zur Rauchentwöhnung aufzusuchen3. Jeder zweite Raucher (50%) bestätigte dies2. Auch fast die Hälfte der Allgemeinbevölkerung (48%) ist der Meinung, dass die Anzahl der Raucher durch das Verständnis des Rauchens als Suchterkrankung reduziert werden kann1.

Effektivste Strategie: Ärztliche Beratung und medikamentöse Unterstützung

Die besten Chancen, von der Zigarette loszukommen haben Raucher, wenn sie sich Unterstützung suchen. Durch eine ärztliche Beratung und medikamentöse Hilfe lässt sich die Erfolgsquote deutlich steigern. Dies gilt insbesondere für Raucher, die bereits an einer rauchbedingten Erkrankung leiden, beispielsweise an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die etwa jeder fünfte Raucher entwickelt4. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass ein nikotinfreies verschreibungspflichtiges Medikament zur Rauchentwöhnung die Chance für COPD-Patienten rauchfrei zu werden im Vergleich zu Plazebo um das vierfache erhöht.5 Laut Schätzungen der WHO wird die COPD bis zum Jahr 2020 Rang drei der häufigsten Todesursachen einnehmen (aktuell Rang vier). In 90% der Fälle ist das Rauchen der Grund dafür4.

Ärzte und Gesundheitsökonomen fordern Erstattung der Entwöhnung

Auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bewertet Rauchen bislang als Lebensstil und nicht als Erkrankung. Für Maßnahmen zur Entwöhnung müssen ausstiegsmotivierte Raucher deshalb bislang selbst aufkommen. „Gerade im Hinblick auf die COPD ist eine Tabakentwöhnung nicht nur die wirksamste, sondern auch kosteneffektivste Maßnahme, um das Voranschreiten der Erkrankung zu stoppen“, so Andreas. Dass sich die Erstattung von Rauchentwöhnungs- maßnahmen bei kranken Rauchern auch für Krankenkassen bezahlt macht, zeigte jüngst eine Analyse des Gesundheitsökonomen und Regierungsberaters Professor Dr. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen. Er berechnete, dass eine medikamentös unterstützte Tabakentwöhnung den Krankenkassen im Falle der COPD 1.338 Euro pro Patient spart und gleichzeitig das Leben der Patienten verlängert. Die gesetzliche Regelung, dass Medikamente zur Entwöhnung als Lifestyle-Präparate gelten – wie beispielsweise auch Präparate gegen Haarausfall – und deshalb aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ausgeschlossen sind, sei schwer nachzuvollziehen, so Wasem.

Mehr als drei Viertel (78%) aller Raucher in Deutschland haben mindestens einmal versucht mit dem Rauchen aufzuhören. Der Großteil der Raucher scheitert jedoch bereits nach wenigen Tagen. Nur drei Prozent sind mit der häufigsten Methode, Willenskraft alleine (67%), nach einem Jahr noch rauchfrei2. Die hohe Versagensrate zeigt die Notwendigkeit auf, ein neues Verständnis für den Weg aus der Nikotinsucht zu schaffen und so die Erfolgsquote beim Rauchausstieg zu steigern.

Weitere Informationen unter: www.rauchfrei-durchstarten.de

Quellen:

  1. YouGov Plc Online-Befragung von 16.036 Personen in 16 europäischen Ländern, November bis Dezember 2009
  2. YouGov Plc Online-Befragung von 16.080 Rauchern in 16 europäischen Ländern, November bis Dezember 2009
  3. YouGov Plc Online-Befragung von 1.600 Ärzten in 16 europäischen Ländern November bis Dezember 2009
  4. Bundesverband der Pneumologen, 2010 (http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/show.php3?id=35&nodeid)
  5. Tashkin D et al. CHEST 2009: Abstract 450
  6. Bundesärztekammer, Beschlussprotokoll 113. Deutscher Ärztetag. S. 121 (2010)
  7. Andreas S et al.: Tabakentwöhnung bei COPD. Pneumologie; 62: 255–272 (2008)

Kontakt und weitere Informationen:

Pfizer Deutschland GmbH                  
Unternehmenskommunikation    
Linkstraße 10    
10785 Berlin    
Thomas Biegi                              
Tel: 030 – 550055 – 51088                   
Email: presse[at]pfizer.com


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Zuletzt aktualisiert: 10.01.2011