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Arzneimittelfälschungen
Die Arzneimittel-Versorgung in Deutschland zählt zu den sichersten der Welt. Dennoch sind Arzneimittelfälschungen ein ernstzunehmendes Gesundheits-Risiko. Gefälschte Medikamente können für Patienten lebensgefährlich sein und werden zu einer zunehmenden Gefahr: Der deutsche Zoll hat alleine im Jahr 2010 10 Millionen gefälschte Tabletten sichergestellt. Diese haben keinen, zu wenig, zu viel oder den falschen Wirkstoff enthalten. Auch giftige Substanzen wurden schon in gefälschten Arzneimitteln gefunden.
Versandhandel
Eine zunehmende Gefahr ist der illegale Handel mit gefälschten Medikamenten im Internet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jedes zweite im Internet gekaufte Medikament eine Fälschung ist. Hier müssen Verbraucher besonders wachsam sein: Die Internetseiten vieler Fälscher sehen seriös aus; rezeptpflichtige Medikamente werden ohne Rezept verschickt; es ist kaum ersichtlich, dass es sich um illegale Angebote handelt. Dort wird dann in der Regel Originalware versprochen, geliefert werden aber Fälschungen, die man ohne Laboranalyse nicht oder kaum von den echten Medikamenten unterscheiden kann. Neben Medikamenten gegen erektile Dysfunktion werden zunehmend Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, hohem Cholesterin, Alzheimer, Bluthochdruck, Depressionen, rheumatische Arthritis oder Malaria kopiert. Die Anzahl der weltweit beschlagnahmten Fälschungen von Pfizer-Präparaten lag 2010 bei 8,4 Millionen Tabletten.
Fälscher
Als weltweit führender Arzneimittelhersteller setzt sich Pfizer für die Sicherheit der gesamten Lieferketten ein. Pfizer unterstützt den Kampf gegen gefälschte Arzneimittel, damit Patienten geschützt und Täter gestoppt werden.
Erfolgreiche Kooperation
Pfizer-Sicherheitsexperten arbeiten mit Zollfahndung, Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, um Fälschern das Handwerk zu legen. Ein Spezialisten-Team bei Pfizer fahndet in 35 Ländern der Erde nach gefälschten Arzneimitteln. Die Mitarbeiter des Teams durchsuchen regelmäßig das Internet nach einschlägigen Onlineanbietern und arbeiten eng mit Detektiven und verdeckten Ermittlern zusammen.
Neuste Technologien
Zusätzlich kommen neueste Technologien zum Einsatz, um Medikamenten-Verpackungen fälschungssicher zu gestalten – zum Beispiel durch Hologramm-Etiketten. Sie werden auf die Verpackung gedruckt und ändern ihr Aussehen je nach Lichteinfall.
Securpharm
Securpharm ist eine Initiative zum Schutz des deutschen Arzneimittelvertriebs vor dem Eindringen gefälschter Arzneimittel in den legalen Handel und wird von mehreren Verbänden wie der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) oder dem vfa (Verband forschender Arzneimittelhersteller) getragen. Es geht unter anderem darum, bestimmte Arzneimittel mit Sicherheitsmerkmalen zu versehen, um dadurch die Identifizierung und Authentizität von Arzneimitteleinzelpackungen sicherzustellen. Der Fälschungsschutz eines solchen Systems basiert auf Sicherheitsverpackungen und einem auf der Packung angebrachten 2-D-Barcode, mit dem die Apotheker bei der Abgabe an die Patienten die Echtheit des Arzneimittels überprüfen können.
Nummer sicher
Arzneimittelfälschungen enthalten entweder gar keinen Wirkstoff, einen falschen Wirkstoff oder sind schlecht dosiert. Im besten Fall haben Patienten keinen Gesundheitsgewinn. Im schlechtesten Fall versagt die Therapie, sodass ernsthafte Nebenwirkungen auftreten. Viele Fälschungen enthalten auch giftige Wirkstoffe, die bleibende Schäden verursachen können. Im Extremfall sind sie lebensgefährlich. Nach Schätzungen der WHO sterben jedes Jahr 1 Million Menschen durch Arzneimittelfälschungen.
Sicherheitsregeln
Ihr Arzt ist Ansprechpartner Nr. 1. Nur von ihm erhalten Sie ein Rezept für ein verschreibungspflichtiges Medikament. Es wird dringend davon abgeraten, ein rezeptpflichtiges Arzneimittel im Internet zu erwerben, wenn kein Rezept verlangt wird.
- Nur gegen Rezept erhalten Sie das Original und damit ein sicheres Medikament.
- Kaufen Sie Medikamente nur in zugelassenen Apotheken. Medikamente aus „privater Hand“ oder von zweifelhaften Onlineanbietern bergen unvorhersehbare Risiken für Ihre Gesundheit.
- Auch im Internet gibt es seriöse Apotheken. Diese Apotheken versenden das Medikament nur gegen Rezept. Das „Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information“ (DIMDI ) hält eine Liste mit registrierten Internet- oder Versandapotheken bereit.
- Wenn Sie eine Auslandsreise planen, dann decken Sie Ihren Medikamentenbedarf vorab.
- Nehmen Sie keine Medikamente ein, von denen Sie nicht sicher wissen, woher sie stammen.
Checkliste Fälschungen
Nehmen Sie regelmäßig ein bestimmtes Arzneimittel ein, sind Ihnen Aussehen und andere Merkmale Ihres Präparats gut vertraut. Trotzdem sollten Sie wachsam sein und bei Auffälligkeiten umgehend Ihren Arzt zu Rate ziehen. Die Checkliste hilft Ihnen dabei:
- Hat das Medikament plötzlich eine andere Farbe?
- Stimmen Konsistenz und Größe?
- Schmeckt oder riecht das Medikament anders?
- Sieht die Verpackung anders aus (Logos, Schriften, Farben, Größe etc.)?
- Hat sich der Beipackzettel verändert?
- Sieht die Verpackung aus, als hätte jemand sie manipuliert?
Haben Sie eine Frage mit „Ja“ beantwortet?
Bitte sprechen Sie im Verdachtsfall mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Vielleicht handelt es sich um eine Fälschung. Ihr Medikament könnte allerdings auch völlig legal umgepackt worden sein. Das passiert bei so genannten Parallel- oder Reimporten.
Parallel- oder Reimporte
Im Ausland hergestellte Arzneimittel werden für die Anwendung in Deutschland auch völlig legal umgepackt. Dabei wird die Original-Faltschachtel, sowie die Packungsbeilage gegen eine andere, für Deutschland vorgesehene Verpackung ausgetauscht. In jedem Fall des rechtmäßigen Umverpackens von parallel eingeführten Arzneimitteln muss auf der (neuen) Verpackung angegeben werden, von wem das Arzneimittel umgepackt worden ist. Ihr Arzt oder Apotheker kann helfen zu klären, ob es sich um einen solchen Reimport handelt – oder eine Fälschung.
Der Marktanteil der parallel importierten Arzneimittel im Apothekenmarkt ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die gezielte staatliche Förderung. Der Parallelimport konzentriert sich meist auf patentgeschützte Innovationen.
uns an
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Der Medinfo-Service ist telefonisch montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr sowie auch per Fax oder E-Mail erreichbar:
Tel: +49 30 55 00 55 51 000
Fax: +49 30 55 00 54 10 000
E-Mail: Medinfo_germany[at]pfizer.com
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