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Herausragende Forschungsleistungen gewürdigt
Universität Freiburg und Pfizer haben die Pfizer Forschungspreise 2008 verliehen
Pressemitteilung vom 01.12.2008
Freiburg, 1. Dezember 2008 - Für ihre exzellenten Dissertationen erhielten in diesem Jahr eine Nachwuchsforscherin und zwei Nachwuchsforscher aus der Fakultät für Mathematik und Physik sowie der Medizinischen Fakultät den "Pfizer Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Freiburg". Die Auszeichnungen sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert und wurden in diesem Jahr zum 42. Mal in Folge vergeben. Bereits zum vierten Mal wurde der "Deutsche Pfizer Forschungspreis für Medizin" verliehen. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis ging an die Juniorprofessorin Dr. Christine Peinelt, die derzeit am Institut für Biophysik der Universität des Saarlandes lehrt. Mit der Auszeichnung würdigte die Jury ihre zukunftsweisenden Erkenntnisse auf dem Gebiet der immunologischen Grundlagenforschung und das Aufzeigen neuer Therapiemöglichkeiten. Die Verleihung fand am 28. November 2008 im Rahmen eines Festaktes in der Aula der Universität Freiburg statt.
"Mit Stolz dürfen wir auf eine lange Tradition zurückblicken - die Pfizer Forschungspreise werden heute zum 42. Mal vergeben", resümierte der Rektor der Universität, Professor Dr. Hans-Jochen Schiewer bei der diesjährigen Verleihung der Preise vor über 200 Gästen. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1967 stehen die Preise für eine beispiellose Verknüpfung von Forschung, Lehre, Transdisziplinarität und Innovation. Eine Ganzheitlichkeit, die auch die Universität selbst widerspiegelt, wie Schiewer betonte.

Pfizer Forschungspreisträger 2008 (von links): Juniorprofessorin Dr. Christine Peinelt, Medizinische Fakultät, Universität des Saarlandes, Dr. Daniel Urban, Fakultät für Mathematik und Physik, Dr. Eva-Maria Schopp, Fakultät für Mathematik und Physik, Markus Hören, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
"Mit der Fakultät für Angewandte Wissenschaften, dem Freiburger Materialforschungszentrum und anderen Kooperationen, insbesondere im Bereich von Medizin und Biologie, besitzt die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hervorragende und zum Teil einzigartige Bedingungen, um Grundlagenforschung als originäre universitäre Aufgabe mit angewandter Forschung zu verknüpfen", erklärte er. Eine besondere Rolle spielen dabei auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen: "Freiburg gehört zu den größten Standorten von Fraunhofer-Instituten, mit einigen von denen wir über Professuren nicht nur eng verbunden sind, sondern auch intensiv kooperieren." Als zentrale Forschungsfelder sollen Sicherheit, bioinspirierte Materialien und erneuerbare Energien die künftige Zusammenarbeit bestimmen und neue Felder anwendungsorientierter Grundlagenforschung bilden.
Dr. Andreas Penk, Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, wies auf den hohen Stellenwert von Innovationen in der Wissenschaft und den damit verbundenen Anstrengungen hin. "Wir wissen aus Erfahrung, dass es viel Geduld und Mühe braucht, um einen neuen Wirkstoff zu entwickeln und daraus ein neues Arzneimittel zu machen", erklärte Dr. Penk. "Doch nur so ist medizinischer Fortschritt möglich. Wir glauben an die positive Gestaltungskraft von Wissenschaft und Forschung."
Dr. Penk betonte außerdem die Bedeutung von starken Kooperationspartnern für eine effektive und erfolgreiche Forschung. "Deshalb pflegen wir seit Jahren die Beziehungen zur Universität Freiburg." Zudem verbindet Pfizer in Zukunft eine weitere Partnerschaft mit der Stadt Freiburg: Die Pfizer Foundation unterstützt ein neuartiges Rauchentwöhnungsprogramm am Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer - Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF). "Das CCCF ist eines der fünf ersten deutschen onkologischen Spitzenzentren, die 2007 von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet wurden" sagte der Pfizer Deutschland-Chef. "Dort werden neue Wege der Krebsprävention bestritten."
Dr. Michael Warmbold, Vice President Medical bei Pfizer, würdigte die Arbeiten aller Preisträger und sprach ihnen seine persönliche Anerkennung aus: "Sie verknüpfen in vorbildlicher Weise Grundlagenforschung mit praktische Anwendung."
Deutscher Pfizer Forschungspreis für Medizin der Universität Freiburg
Den Deutschen Pfizer Forschungspreis für Medizin erhielt die 34-jährige Biologin und Juniorprofessorin Dr. Christine Peinelt für ihre grundlegenden Arbeiten, die besser verstehen lassen, wie unsere körpereigene Abwehr funktioniert. Sie hat darüber hinaus neue Therapiemöglichkeiten aufgezeigt, um das Immunsystem gezielt zu unterdrücken, beispielsweise nach der Transplantation eines Organs. Nur so kann verhindert werden, dass der Körper das lebensrettende Organ wieder abstößt.
Im Idealfall verdanken wir dem Immunsystem - der ebenso mächtigen wie unauffälligen Schutzmacht unseres Körpers - über 70 Jahre gesundes Leben. Es besteht aus Millionen mal Millionen Abwehrzellen, die unseren Organismus vor gefährlichen Erregern schützen und von Krebszellen befreien. Entscheidend sind dabei die so genannten T-Zellen, spezielle Zellen des Immunsystems. Sie arbeiten beispielsweise als Einsatzleiter (T-Helferzellen) und koordinieren andere Immunzellen; als so genannte Killerzellen greifen sie gefährliche Viren an und als Gedächtniszellen merken sie sich die molekularen Charakteristika von Viren und schlagen beim nächsten Überfall sofort Alarm. Sie können auch andere Immunzellen nach getaner Arbeit bremsen (Immunsuppression) und auf diese Weise gefährliche Überreaktionen verhindern.
Die T-Zellen werden mithilfe von Kalzium-Ionen, die über Kanäle in der Membran in das Innere der Zelle gelangen, aktiviert. Bis vor kurzem war zwar bekannt, dass es diese Kanäle gibt, nicht aber, aus welchen Bausteinen (Proteinen) sie aufgebaut sind. Christine Peinelt war im Jahr 2006 entscheidend an der Aufklärung der Kanalproteine beteiligt. Sie hat seither weitere hochrangige Arbeiten zu Kanalproteinen veröffentlicht und sich hohe internationale Reputation erworben.
Pfizer Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern der Universität Freiburg
Dr. Eva-Maria Schopp von der Fakultät für Mathematik und Physik hat sich in ihrer Doktorarbeit komplexer Algorithmen angenommen. Algorithmen sind eine Folge von Anweisungen zur Lösung eines Problems. Die Bedienungsanleitung für ein Handy ist ein Algorithmus; in Form von Programmen und elektronischen Schaltkreisen steuern Algorithmen Computer und andere Maschinen. Je besser das Verhalten komplexer Algorithmen beschrieben werden kann, desto zuverlässiger und schneller lassen sich mit ihrer Hilfe Probleme lösen, beispielsweise die Optimierung der Einsatz- und Routenpläne für den Bahnverkehr. Eva-Maria Schopp ist es mit neuen Methoden gelungen, eine Vielzahl besonders wichtiger Algorithmen besser als bislang zu beschreiben.
Dr. Daniel Urban von der Fakultät für Mathematik und Physik bewegte sich mit seiner Doktorarbeit an der Grenze zwischen den Molekülen und Festkörpern. Sein Forschungsgegenstand sind metallische Nanodrähte, die so dünn sind, dass sie nur noch wenige Atome im Querschnitt aufweisen. Daniel Urban hat entgegen einer bislang geltenden Annahme herausgefunden, dass unter gewissen Bedingungen solche Nanodrähte bei Raumtemperatur noch bis zu einer Länge von 0,1 Mikrometern stabil sein können. Dies sagt den Nanodrähten eine große Zukunft für ihre Anwendung in Nano-Elektronik und Nano-Technologie voraus.
Markus Hören von der Medizinischen Fakultät beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit mit der Wirkung von Medikamenten. Er hat herausgefunden, wie bestimmte Wirkstoffe auf die Zellen im Körper einwirken und sie zu einer Reaktion veranlassen. Dabei konnte er auf der Ebene der Bindungseigenschaften detailliert klären, warum mit manchen Arzneistoffen ein maximaler, mit anderen nur ein partieller Effekt zu erzielen ist. Dies lässt Arzneimittelwirkungen besser verstehen und hilft, Medikamente zu entwickeln, die eine bestmögliche Wirkung bei möglichst geringen Nebenwirkungen entfalten.
Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Wolfgang Weber, Ärztlicher Direktor der Abteilung Nuklearmedizin der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg. Unter dem Titel "Von Molekülen zu Patienten - Molekulare Bildgebung in der Medizin" gab Weber einen Einblick in die modernen Verfahren der "Molekularen Bildgebung", die eine bessere Diagnose und einen gezielteren Nachweis von Therapieeffekten, beispielsweise bei Krebs- oder Alzheimer-Erkrankungen, als bisher versprechen. Während bis vor wenigen Jahren zum Beispiel Tumore allein auf der Basis von Gewebeuntersuchungen und Stadienbestimmung nur unvollständig charakterisiert werden konnten, kann mithilfe der modernen Verfahren der Molekularen Bildgebung der Funktionszustand von Zellen oder Molekülen erkannt werden. Das Verfahren macht biologische Prozesse auf zellulärer und molekularer Ebene sichtbar und kann dadurch auch Veränderung im Körper anzeigen, ohne dass dafür Gewebeproben entnommen werden müssen. Weber erklärte zudem, dass ein weiteres Anwendungsgebiet der Molekularen Bildgebung in der Medikamentenentwicklung liegt: "Durch die Molekulare Bildgebung können Effekte eines neuen Medikaments frühzeitiger und auf molekularer Ebene bestimmt werden."
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