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„Wir finden die Lösungen für die medizinischen Herausforderungen der Zukunft“
Dr. Andreas Penk ist der erste Arzt an der Spitze von Pfizer in Deutschland. Zudem leitet er die europäische Pfizer-Geschäftseinheit Onkologie. Im Interview spricht er über unternehmerische Innovationskraft, aktuelle Forschungsfelder und die Perspektiven einer personalisierten Medizin.
Herr Dr. Penk, seit mehr als 160 Jahren entwickelt Pfizer innovative Arzneimittel. Forschung ist der Kern des Geschäftsmodells. Wird das Unternehmen mit dieser Strategie auch in Zukunft erfolgreich sein?
Wir sind überzeugt, dass der medizinische Fortschritt einen breiten gesellschaftlichen Nutzen mit sich bringt. Pfizer hat viele hervorragende Arzneimittel entwickelt, die Patienten in aller Welt – Menschen und auch Tieren – zu einem längeren, gesünderen Leben verhelfen. Wir stiften Nutzen, und dieser Nutzen macht uns zu einem erfolgreichen Unternehmen. Deshalb wird Pfizer auch in Zukunft alles daran setzen, neue, innovative Arzneimittel zu entwickeln und die bereits vorhandenen Wirkstoffe kontinuierlich zu verbessern.
Oft wird gesagt, dass viele neue Medikamente nicht besser sind als die bereits vorhandenen. Ist die Zeit der großen Innovationen in der Pharmakologie vorbei?
Auf keinen Fall. Die Innovationskraft der forschenden Arzneimittelhersteller ist ungebrochen. Durch die Weiterentwicklung von Arzneimitteln werden Medikamente Schritt für Schritt verbessert, ihre Wirksamkeit erhöht, ihre Nebenwirkungen reduziert. Für die Patienten bedeutet das einen Gewinn an Lebensqualität. Außerdem sind neue Medikamente oft auf die Bedürfnisse von bestimmten Patientengruppen zugeschnitten. Hinzu kommen die vielen bisher nicht behandelbaren Erkrankungen, für die wir Lösungen finden müssen.
Aber der Eindruck besteht, dass nicht viel Neues aus den Laboren der Hersteller kommt.
Ich teile diesen Eindruck nicht. Durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und die Fortschritte der Biotechnologie dringt die Forschung in ganz neue Dimensionen vor. Die Zeit der großen Innovationen ist noch lange nicht vorbei. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Wir arbeiten an einem Wirkstoff, der bei fünf Prozent der Patienten mit einem bestimmten Lungenkrebs wirkt. Diese fünf Prozent können wir weitestgehend aus der großen Gruppe an Patienten per Test auswählen, sodass wir hohe Ansprechraten ermöglichen und verhindern, dass Patienten mit dem Mittel behandelt werden, denen es nicht nutzt. Das sind neue Wege, die wir heute gehen können. Sehr viel versprechende Wege.
Die Menschen werden immer älter, die Kosten im Gesundheitswesen steigen. Welche Rolle spielen dabei die Arzneimittel?
Dass die Menschen immer älter werden, ist doch eine tolle Sache, eine echte Errungenschaft unserer Gesellschaft. Innovative Arzneimittel leisten einen Beitrag, Lebensqualität und Gesundheit bis ins hohe Alter zu erhalten. Das ist für die Menschen wichtig, aber auch für die Stärkung unserer Produktivkraft. Zudem erhöhen innovative Arzneimittel die Effizienz des Gesundheitswesens. Wir verdanken ihnen beispielsweise in der Rheumatologie, dass viele Patienten trotz der Erkrankung heute normal an ihrem Arbeitsplatz weiter tätig sein können. Davon profitieren die Patienten – und zugleich werden die sozialen Sicherungssysteme entlastet, da Arbeitskraft und Know-how wertschöpfend erhalten bleiben und Frühverrentungen entfallen. Und genau darum geht es doch: die begrenzten finanziellen Mittel so sinnvoll wie möglich einzusetzen und dabei das Ganze im Blick zu haben. Wettbewerbliche und vertragliche Lösungen sind aus unserer Sicht der richtige Rahmen, um diese Sichtweise umsetzen zu können.
Pfizer setzt auf Wachstum. Das Unternehmen hat knapp 70 Milliarden Dollar investiert, um das Unternehmen Wyeth zu übernehmen. Was versprechen Sie sich von dieser Akquisition?
Durch den Zusammenschluss ist das führende Unternehmen auf dem Gebiet der Biopharmazie entstanden und eines der am meisten diversifizierten Unternehmen der internationalen Gesundheitsbranche überhaupt. Gemeinsam finden wir die Lösungen für die medizinischen Herausforderungen der Zukunft. In den entwickelten Ländern werden aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren Demenzerkrankungen zunehmen, auch Krebs. In anderen Ländern ist dies auch der Fall. Gleichzeitig sind dort Infektionskrankheiten noch immer stark verbreitet. Ziel unserer Forschungen ist es, für die zentralen Therapiegebiete der Zukunft neue Medikamente mit einem noch höheren Nutzen zu entwickeln. Vor uns liegen große Aufgaben, und ich bin fest überzeugt, dass wir einen guten Beitrag leisten können, diese zu meistern.
Dr. Andreas Penk ist President Oncology Europe und Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland.
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