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Antimikrobielle Resistenzen: Die stille Pandemie

Antimikrobielle Resistenzen: Die stille Pandemie

Wir befinden uns mitten in einer der größten Gesundheitskrisen der Menschheitsgeschichte. Es ist nicht die einzige. Antimikrobielle Resistenzen stehen für eine der nächsten großen Bedrohungen globalen Ausmaßes.

Wir befinden uns mitten in einer der größten Gesundheitskrisen der Menschheitsgeschichte. Es ist nicht die einzige. Bei weitem nicht.

Antimikrobielle Resistenzen, kurz: AMR, stehen für eine der nächsten großen Bedrohungen globalen Ausmaßes. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass bis 2050 rund zehn Millionen Menschen an Infektionen durch multiresistente Keime sterben könnten. Diesen Krankheitserregern ist es egal, was die Medizin gegen sie auffährt. Alle heute bekannten Therapien sind gegen sie nahezu wirkungslos.

Zehn Millionen Menschen? Das entspricht der Einwohnerzahl einer Megacity wie Bangkok.

AMR-Bekämpfung: Die Instrumente sind (fast) alle da

Die gute Nachricht ist: Wir haben (fast) alle Instrumente in der Hand, um die Krise abzuwenden.

Zunächst zu den Fakten: Schon jetzt trifft es in Deutschland jedes Jahr über 50.000 Menschen, die an einer Infektion mit Resistenzen gegenüber mehreren Antibiotika (oder Antiinfektiva) leiden – mehr als 2.000 sterben an den Folgen. In den nächsten Jahren werden sich die Resistenzwerte noch erhöhen. Eine Resistenz gegen verfügbare Wirkstoffe kann jeden von uns treffen. Jederzeit.

Das ist bekannt. Wenn wir nicht gegensteuern, stehen nichts weniger als die Errungenschaften der modernen Medizin auf der Kippe. Erste Gegenmaßnahmen sind eingeleitet. Aber zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir konstatieren: Sie reichen nicht aus. Obwohl wir die Risiken kennen.

Wenn es um gesundheitliche Risiken geht, pflegen wir gern das „Wird-mich-schon-nicht-treffen“-Prinzip.

Zu gesundheitlichen Risiken haben wir Menschen eine mitunter merkwürdige Beziehung. Um das zu sehen, muss man sich nur die Impflücken in Deutschland anschauen. Damit sind nicht nur die rund 15 Millionen Menschen gemeint, die sich trotz der bekannten möglichen Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion nicht impfen lassen. Wir rennen in Deutschland in fast allen Indikationen, in denen uns Impfstoffe zur Verfügung stehen, nationalen und internationalen Empfehlungen hinterher: Grippe? Pneumokokken? HPV? Wenn es um gesundheitliche Risiken geht, pflegen wir gern das „Wird-mich-schon-nicht-treffen“-Prinzip.

Das aber können wir uns nicht leisten. Wir bei Pfizer setzen uns für eine größere Bedeutung von Prävention ein und haben fünf Stellschrauben identifiziert, um den antimikrobiellen Resistenzen wirkungsvoll begegnen zu können:

  • Wir müssen Infektionskrankheiten in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen und AMR gezielter managen. Wir müssen die Antimicrobial-Stewardship-Programme für einen rationalen und verantwortungsvollen Einsatz in allen Einrichtungen unseres Gesundheitswesens verbessern und standardisieren. Dazu gehören Qualitätsmanagement, eine bessere Aus- und Fortbildung und schlicht mehr Geld.
  • Noch immer wird jede zweite Antibiotikabehandlung ohne Diagnose des Erregers begonnen; in der Folge wird die Infektion falsch behandelt, neue Resistenzen entstehen. Der Zugang zu und die Schnelligkeit von Diagnosen müssen verbessert werden. Der Faktor Zufall ist in Sachen AMR ein schlechter Berater.
  • Die Wirkung von Impfstoffen bei der Bekämpfung und Eindämmung von AMR muss besser genutzt werden. Niedrige Durchimpfungsraten untergraben Fortschritte bei der Bekämpfung von Resistenzen. Die Prävention muss gestärkt werden, um Infektionskrankheiten schon vor ihrer Entstehung zu verhindern.
  • Schon heute wird fast 40 Prozent der AMR-Last durch Resistenzen gegen Reserveantibiotika verursacht. Patientinnen und Patienten benötigen daher dringend Zugang zu neuen wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Unternehmen, die neuartige Antibiotika entwickeln, sind hierzulande mit Herausforderungen in Bezug auf Preisgestaltung und Finanzierung konfrontiert.
  • Forschung und Entwicklung brauchen Anreize. Bei neuen Antibiotika-Klassen erreicht nur jeder 30. Wirkstoffkandidat aus der präklinischen Entwicklung das Krankenbett. Gleichzeitig sind forschende Unternehmen mit begrenzten Umsatzerlösen konfrontiert – denn neu entwickelte Antibiotika sollen möglichst sparsam eingesetzt werden. Das aktuelle Geschäftsmodell für die Entwicklung neuer Antibiotika funktioniert nicht. Die Politik muss ihre Bemühungen verstärken, ein nachhaltiges Ökosystem für Innovationen sicherzustellen.

Wie gesagt: Die Instrumente sind (fast) alle da. Jetzt ist es Zeit zu handeln. Denn AMR steht für eine (noch) stille Pandemie. Wer aber will schon in einer Welt leben, in der globale Gesundheitskrisen Alltag werden – vor allem, wenn sie vermeidbar sind.