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Inklusion und Diversität: Keine Frage der Political Correctness

Als Country Managerin werde ich oft gefragt, wie wichtig mir Inklusion und Diversität sind. Meine Antwort: Große Unternehmen können es sich gar nicht mehr leisten, das Thema nicht ganz oben auf ihre Agenda zu setzen.

Pfizer zum Beispiel mit seinen fast 80.000 MitarbeiterInnen, die in fast allen Regionen dieser Welt präsent sind: Was wären wir ohne die Menschen aller Nationen, Geschlechter, Hautfarben, Religionen, sexueller Orientierungen oder ohne die KollegInnen mit Behinderung? Pfizer wäre nicht Pfizer.

Wenn Menschen zusammenkommen, die unterschiedlich sind in ihrem Handeln, im Denken, in der Herangehensweise, in den Lebenserfahrungen, die sie in ihrem kulturellen Umfeld gemacht haben, kann das eine Herausforderung sein. Andere Perspektiven einzunehmen, kann anstrengend sein für den sogenannten ‚Mainstream‘. Aus meiner Erfahrung in den vergangenen Jahren, in denen ich in sehr heterogenen Teams arbeiten (und dabei viel lernen) durfte, sage ich: Zum Glück ist das so. Denn ein Team, das sich in einem Zustand des komfortablen Konsenses bewegt, wird nie so erfolgreich sein wie eines, in dem um die besten Lösungen gerungen wird.

Wir brauchen die besten Köpfe. Kriterien wie Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe oder Religion spielen dabei keine Rolle. Warum auch?

Das ist unser Anspruch: Wir suchen die besten Lösungen. Wir finden, dass wir das den PatientInnen schuldig sind. Die Voraussetzung dafür ist: Wir brauchen die klügsten Köpfe. Kriterien wie Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe oder Religion spielen dabei keine Rolle. Warum auch?

Ich weiß, wovon ich rede: Ich habe jahrelang für Pfizer in der Türkei gearbeitet, in einer Zeit, in der das Pharmageschäft vor allem eine „Men‘s World“ war. Als Türkin leite ich nun unsere Organisation in Deutschland. Und erfahre in unseren diversen, heterogenen Teams ein unglaubliches Potenzial.

Der PRIDE-Index: Gradmesser dafür, was wir schon erreicht haben

Wir haben als Pfizer Deutschland unter anderem am PRIDE-Index teilgenommen – und uns sehr darüber gefreut, dass wir unter den fünf ersten Unternehmen mit den höchsten Werten gelandet sind. Der PRIDE-Index ist mir aus zwei Gründen wichtig: Wir möchten die klare Botschaft vermitteln, dass alle Menschen bei uns so sein können wie sie sind. Gleichzeitig hat uns der Bewerbungsprozess zu dem Index dabei geholfen zu reflektieren, wo wir uns noch verbessern können und müssen. Der Index hat eine klare Botschaft: Pinkwashing gibt es bei uns nicht.

Wir haben schon viel erreicht. Aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch in der gesamten Gesellschaft sind Offenheit und Toleranz großen Schwankungen unterworfen. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Krisenzeiten die negativen Erlebnisse von Minderheiten zunehmen. Aber auch ohne diese Krisen hat die Gesellschaft noch einen weiten Weg vor sich. Denn nur weil es Arbeitgeber gibt, die sich für die Offenheit, Toleranz und Gleichheit aller MitarbeiterInnen einsetzen, ist dies keine generelle Erkenntnis, die sich durchgesetzt hat.

Solange die Selbstverständlichkeit, dass alle Menschen gleich sind, noch keine Selbstverständlichkeit ist, sind wir nicht am Ziel.

Gelebte Inklusion und Diversität sind keine Frage der Political Correctness, sondern Voraussetzung dafür, dass Unternehmen wachsen können – menschlich wie wirtschaftlich. Solange die Selbstverständlichkeit, dass alle Menschen gleich sind, keine Selbstverständlichkeit ist, sind wir nicht am Ziel. Erst wenn solche Artikel wie dieser hier nicht mehr geschrieben werden müssen, erst, wenn wir das Wort Inklusion nicht mehr brauchen – erst dann können wir sagen: Wir haben unser Ziel erreicht.