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Blogbeitrag vom 12.08.2020

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Patientendaten-Schutz-Gesetz: Die private Forschung beteiligen!

Fokus Digital Health

Um es vorwegzunehmen – es passiert viel in Sachen Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Gesundheitsminister Spahn hatte den Weg vorgegeben, als er zu Beginn seiner Amtszeit erklärte, es müsse „cool“ werden, dabei zu sein. Andererseits gilt: Der Nachholbedarf ist enorm.

Die Digitalisierung in der Medizin ermöglicht Chancen, die wir erst teilweise erahnen. Eine auf Basis patientenindividueller Daten erstellte Krebstherapie gibt Patienten eine Hoffnung auf Leben, wo vorher keine war. Menschen mit seltenen Erkrankungen profitieren, wenn Forscher den Ursachen ihres Leidens schneller auf die Spur kommen. Dank anonymisierter Patientendaten lassen sich Krankheitsrisiken im Vorfeld identifizieren – lange, bevor eine Erkrankung ausbricht. Es ist eine Liste, die kein Ende nimmt: Beispielsweise kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, dringend benötigte Medikamente und Impfstoffe schneller zu entwickeln.

Patientendaten-Schutz-Gesetz: Die private Forschung bleibt außen vor

Problem erkannt – Problem (bald) gebannt? Schön wäre es ja. Aber selbst auf dem Weg nach vorne rollt Deutschland manchmal noch zurück. Das zeigt die Debatte um das Patientendaten-Schutz-Gesetz: Es will anonymisierte Krankendaten nutzen, um genau diese Möglichkeiten zu heben, die unsere Medizin noch besser – auch: noch präventiver – machen kann. Doch bisher soll nur die öffentliche Forschung ein Antragsrecht auf Nutzung dieser Daten haben – die private bleibt außen vor.

Das kann man machen – ist aber angesichts der Tatsache, dass in Deutschland rund drei von vier in medizinische Forschung investierte Euros aus der Industrie kommen, wenig sinnvoll. Andere Länder gehen da einen anderen Weg. Sie wollen aus Big Data Smart Data machen. Sie sind schneller als wir. Deutschland will aufholen? Das wird nicht gelingen, wenn wir nur etwas weniger langsamer sind. Auch dann wir der Abstand immer größer.

Der geschützte, sichere, anonymisierte Zugang zu Krankheitsdaten ist längst zu einem Standortfaktor geworden. Und zur Voraussetzung für eine Medizin, die mit den Möglichkeiten, die uns die Wissenschaft eröffnet, auch in Zukunft Schritt hält.

 

Martin Fensch ist Mitglied der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland