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Cholesterin

Cholesterin verstehen

»Cholesterin verstehen: Warum ist es so wichtig, seine Blutfettwerte zu kennen?«

Unser Video zum Thema „Blutfettwerte“ zeigt einfach und verständlich, warum es so wichtig ist, seine Blutfettwerte zu kennen und diese individuell durch seinen Arzt bewerten zu lassen.

Es folgt ein Zitat das nicht in den Lesefluß gehört:

Ein zu hoher Cholesterinspiegel macht sich zunächst nicht bemerkbar. Er kann allerdings das kardiovaskuläre Risiko erhöhen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

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Zitatende

Cholesterin kommt in nahezu allen Geweben des menschlichen Körpers vor. Es ist ein lebenswichtiger fettähnlicher Stoff, den der Körper benötigt, um:

  • stabile Zellmembranen aufzubauen,
  • Gallensäuren herzustellen, ohne die bestimmte Speisen nicht verdaut werden können,
  • Vitamin D zu produzieren, das zum Aufbau der Knochen benötigt wird,
  • und um Geschlechtshormone, z. B. Testosteron und Östrogene, sowie Hormone der Nebennierenrinde, wie das Cortison, zu bilden.

Woher kommt das Cholesterin in unserem Körper?

Aus körpereigener Herstellung:

Der Körper produziert bis zu 2 g Cholesterin pro Tag beim Erwachsenen. Diese Menge deckt den Eigenbedarf, auch bei einer völlig cholesterinfreien Ernährung.

Die Eigensynthese des Cholesterins findet in der Leber, dem Darm und in Geweben außerhalb der Leber, z.B. in der Nebennierenrinde und in den Geschlechtsorganen statt.

Aus der Nahrung:

Cholesterin kommt nur in tierischen Nahrungsmitteln vor. Es wird im Dünndarm mithilfe der Gallensäuren aufgenommen und in der Leber gespeichert.

Es folgt ein Inhalt, der nicht in den Lesefluss gehört:

Interessantes!

≈ 59 % der Menschen in Deutschland haben ein zu hohes Gesamtcholesterin.(1) Das kann zu Gefäßablagerungen führen. Davon spürt man zunächst nichts. Verengen die Gefäße stärker, kann es z.B. zu Herzinfarkt und Schlaganfall kommen.

Ende des Inhaltes

Das Gleichgewicht zwischen benötigtem, eigen produziertem und über die Nahrung aufgenommenem Cholesterin regelt im Körper eines der wichtigsten Enzyme des Cholesterinstoffwechsels, die HMG-CoA-Reduktase.

Das „gute“ und das „schlechte“ Cholesterin

Blut besteht zum größten Teil aus Wasser – Cholesterin dagegen ist fettlöslich, es würde also auf dem Wasser schwimmen. Um trotzdem mit dem Blut überall in den Körper zu gelangen, braucht das Cholesterin Trägersubstanzen, die es im Blut transportieren: die Lipoproteine. Diese Eiweiße umgeben das Cholesterin wie eine Hülle.

Es gibt verschiedene Lipoproteine, die entsprechend ihrer Dichte im Wesentlichen in Low Density Lipoproteins (LDL) und High Density Lipoproteins (HDL) unterteilt werden.

Ob Cholesterin als Atherosklerose-Faktor gefährlich ist oder als wichtiger Körperbaustein sogar eine nützliche Aufgabe erfüllt, hängt von dieser Verpackung ab.

LDL – das „schlechte“ Cholesterin:

Das LDL bringt das Cholesterin von der Leber über das Blut zu den Organen. Auf diesem Weg muss das LDL die Wand der Blutgefäße passieren. Dies geschieht mithilfe von LDL-Rezeptoren, die das LDL aus dem Blut aufnehmen und in die Gefäßwand einlagern. Überschreitet das Angebot an LDL-Cholesterin die Nachfrage aus dem Gewebe, so bleibt das Cholesterin in der Gefäßwand liegen. Dies ist der Auslöser für eine Kaskade von Gefäßwandveränderungen, an deren Ende die Gefäßverkalkung (Atherosklerose) steht. Deshalb sollte der Blutwert für LDL-Cholesterin möglichst niedrig sein.

HDL – das „gute“ Cholesterin:

HDL hingegen hat erfreulicherweise genau die umgekehrte Wirkung. Es transportiert nicht benötigtes Cholesterin aus dem Blut und den Körpergeweben in die Leber, wo es dann zu Gallensäuren umgewandelt und mit dem Gallensaft über den Darm ausgeschieden wird.

HDL wirkt so der Gefäßverkalkung entgegen und wird darum als „gutes Cholesterin“ bezeichnet.

Fragen und Aussagen rund um Cholesterin

 
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Kardiovaskuläres Risiko und Cholesterin

Der Begriff „kardiovaskuläre Erkrankungen“ umfasst verschiedene Krankheiten: Neben der koronaren Herzkrankheit und dem Herzinfarkt fallen auch Schlaganfälle und Aortenerkrankungen unter diesen Oberbegriff. Häufig spricht man in diesem Zusammenhang von kardiovaskulären Ereignissen, die meist Folge einer krankhaften Einlagerung von Cholesterin in den Arterien (Arteriosklerose) sind.

Das kardiovaskuläre Risiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu erleiden. Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem Anwachsen dieses Risikos beitragen können. Dazu gehören u. a. das Alter, Rauchen, Adipositas, Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte oder Diabetes mellitus. Es konnte gezeigt werden, dass ein erhöhtes LDL-Cholesterin (LDL-C) zur Zunahme kardiovaskulärer Ereignisse wie beispielsweise Herzinfarkt oder Schlaganfall führt. Anderseits wurde durch umfangreiche Studien bewiesen, dass eine LDL-C-Reduktion das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senkt. Es ist deshalb wichtig, den LDL-C-Wert zu kennen und im Rahmen des individuellen kardiovaskulären Gesamtrisikos zu bewerten.

Wenn Cholesterinwerte zu hoch sind

Eine Fettstoffwechselstörung, die durch erhöhte Cholesterinspiegel im Blut gekennzeichnet ist, wird als Hypercholesterinämie bezeichnet. Verschiedene Ursachen können dafür verantwortlich sein. Bei der primären oder familiären Hypercholesterinämie ist ein Gendefekt, der familiär gehäuft auftritt, für die erhöhten LDL-C-Werte verantwortlich. Häufiger tritt die sekundäre Hypercholesterinämie auf, die durch andere Erkrankungen oder individuelle Risikofaktoren verursacht werden kann. Hierzu gehören beispielsweise Adipositas, Diabetes mellitus, chronische Niereninsuffizienz, Hypothyreose, aber auch eine ungesunde Lebensweise.

Vorrangiges Ziel der Behandlung bei zu hohen LDL-C-Werten ist die größtmögliche Reduzierung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse. Den lebensstilmodifizierenden Maßnahmen kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Solche nichtmedikamentösen Interventionen können eine bedarfsgerechte Anpassung der Ernährung, eine regelmäßige und vermehrte körperliche Aktivität sowie eine Gewichtsreduktion und ein Rauchstopp sein. Meistens lassen sich die individuellen Therapieziele durch nichtmedikamentöse Maßnahmen allein nicht erreichen. In der Regel kommen dann als evidenzbasierte Standardtherapie Medikamente aus der Gruppe der Statine zum Einsatz. 

Quelle: 1. Scheidt-Nave C, Du Y, Knopf H et al. Verbreitung von Fettstoffwechselstörungen bei Erwachsenen in Deutschland. Bundesgesundheitsbl. 2013; 56:661–667

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