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Colitis ulcerosa

Lara

»Die Erkrankung gehört zu mir, aber ich versuche trotzdem das Beste daraus zu machen.«

Lara, 31 Patientin

Die 31-jährige Lara lebt seit zehn Jahren mit Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Trotz eines schweren Krankheitsverlaufs hat sie Wege gefunden, im Alltag damit zurechtzukommen. Besonders wichtig ist für sie dabei die Unterstützung durch ihre Familie und eine vertrauensvolle ärztliche Betreuung.

Es folgt ein Zitat das nicht in den Lesefluß gehört:

Man hat die Krankheit immer im Hinterkopf und muss deshalb darauf achten, dass man sich nicht isoliert.

Lara Günther

Zitatende

Bauchschmerzen, blutiger Durchfall, Erschöpfung, Fieber – für die 31-jährige Lara ist es inzwischen normal geworden, dass die Symptome ihrer Erkrankung zu ihrem Alltag gehören. Seit zehn Jahren lebt sie mit Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Die Beschwerden kommen in Schüben, manchmal werden sie durch Stress ausgelöst, aber sie können auch ohne äußeren Anlass beginnen. Dann müssen Betroffene wie Lara jederzeit damit rechnen, dass sie dringend eine Toilette aufsuchen müssen. Das heißt für die junge Frau aus Süddeutschland aber nicht, dass sie kaum noch das Haus verlässt – im Gegenteil: „Man hat die Krankheit immer im Hinterkopf und muss deshalb darauf achten, dass man sich nicht isoliert.

Es folgt ein Inhalt, der nicht in den Lesefluss gehört:

Zwischen dem 16. und 25. Lebensjahr

macht sich Colitis ulcerosa in der Regel das erste Mal bemerkbar. In Deutschland zählt man etwa 220.000 Betroffene. Frauen und Männer sind gleichermaßen von dieser chronisch entzündlichen Darmerkrankung betroffen.

Ende des Inhaltes

Ursachen teils noch ungeklärt

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut und die Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass eine Störung des Immunsystems an der Entstehung der Krankheit beteiligt ist, aber auch Umweltfaktoren wie Ernährung und Hygiene scheinen dabei eine Rolle zu spielen. Neben den typischen Beschwerden im Verdauungstrakt können verschiedene Begleiterkrankungen hinzukommen, etwa Augenentzündungen oder Gelenkschmerzen. 

Behandlung der Erkrankung

Bei einem Verdacht auf Colitis ulcerosa ist es ratsam, möglichst frühzeitig zu einem Facharzt zu gehen. Je früher die Behandlung startet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die gewünschte Wirkung erzielt und dass die Erkrankung einen günstigen Verlauf nimmt. Für die Behandlung sollten die Betroffenen einen Gastroenterologen (Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen) aufsuchen – möglichst einen Experten, der sich auf dem Gebiet der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen spezialisiert hat.

Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist Colitis ulcerosa nicht heilbar, doch moderne Therapien können die Beschwerden reduzieren und in vielen Fällen längere beschwerdefreie Phasen ermöglichen. Meist wird die Erkrankung medikamentös behandelt. In seltenen Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein, bei der Teile des Darms entfernt werden. „Wichtig ist, dass man zu seinem Arzt ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann, dass man über alles reden kann“, sagt Lara. Sie wird von einer Gastroenterologin behandelt und kann ihre Ärztin auch außerhalb der Sprechstunde per Email erreichen. „Das gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man jemanden anschreiben kann, der fachlich kompetent ist.“

Individueller Krankheitsverlauf

In Deutschland sind bis zu 470.000 Menschen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen betroffen, davon etwa 220.000 von Colitis ulcerosa. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich von Fall zu Fall. Bei manchen Menschen treten die Krankheitsschübe nur selten auf und werden durch bestimmte Faktoren wie Ernährung oder Stress ausgelöst, was es für die Betroffenen etwas einfacher macht, ihre gesundheitliche Situation im Alltag in den Griff zu bekommen. In anderen Fällen ist der Krankheitsverlauf unberechenbar: „Ich führe seit vielen Jahren Tagebuch und habe immer noch nicht herausgefunden, in welchen Fällen eine Verschlechterung eintritt“, berichtet Lara. „Es treten oftmals willkürlich Schübe auf, aber in manchen Situationen kann ich schon einige Faktoren bestimmen, die daran beteiligt sind.“

Leben mit der Erkrankung

Lara hat gelernt, mit der Erkrankung umzugehen. So verzichtet sie auf Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr, um Probleme im Bus oder in der U-Bahn zu vermeiden. Wenn sie einen Termin hat, isst sie vorher wenig oder nichts, damit keine Komplikationen auftreten können. Im Umgang mit der Krankheit gibt ihre Familie ihr viel Kraft und Halt. Sie hat zwei kleine Kinder und einen Partner, der von Anfang an „cool“ reagiert hat und sie auffängt, wenn es ihr schlecht geht. „Und was ich ihm außerdem wahnsinnig hoch anrechne, ist, dass er mit der Situation humorvoll umgeht, und das schon seit vielen Jahren.“

Trotz eines schweren Krankheitsverlaufs lebt Lara „zu 99 Prozent in Frieden damit.“ Ihre Strategie: die Phasen ohne Beschwerden möglichst intensiv genießen und nicht ständig daran denken, dass schon bald wieder ein Krankheitsschub kommen könnte. Zu einem bewussten Umgang mit der Colitis ulcerosa gehört für sie, die Krankheit in den guten Phasen zu verdrängen: „Das ist wichtig, damit man nicht immer diese Last auf den Schultern hat. Ich weiß, dass die Erkrankung zu mir gehört, aber ich versuche trotzdem, das Beste daraus zu machen.“