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Metastasierter Brustkrebs

»Wir sehen beeindruckende Fortschritte in der Krebsforschung – auch bei metastasiertem Brustkrebs.«

Dr. Carolin Guenzel Medical Advisor bei Pfizer Oncology

Pfizer setzt sich dafür ein, Bewusstsein für Erkrankungen zu schaffen, die nur wenig beachtet werden. In der Krebsmedizin gehören dazu seltene Erkrankungen wie Nierenkrebs, aber selbst bei weit verbreiteten und viel diskutierten Krebsarten wie Brustkrebs gibt es Aufmerksamkeits- und Wissensdefizite…. Oder was wissen Sie über fortgeschrittenen, metastasierten Brustkrebs?

Dr. Carolin Guenzel ist Mikrobiologin und arbeitet seit drei Jahren bei Pfizer. Als Medical Advisor ist sie für alle medizinischen Fragen zu metastasiertem Brustkrebs zuständig. Im Interview gibt sie Einblicke in die vergessene Seite einer viel beachteten Erkrankung.

Frau Dr. Guenzel, ab wann spricht man von metastasiertem Brustkrebs?

Von den rund 70 000 Menschen pro Jahr, bei denen in Deutschland eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert wird, haben die meisten einen sogenannten frühen Brustkrebs. Bei ihnen lässt sich der Tumor eindeutig in der Brust lokalisieren und kann mit ziemlich hoher Heilungschance behandelt werden. Von metastasiertem Brustkrebs spricht man dagegen, wenn sich der Krebs von der Brust aus ausgebreitet hat, wenn andere Körperbereiche und Organe mit Metastasen befallen sind. Das ist für die Patientinnen und für die behandelnden Ärzte eine komplett andere Situation. In diesem Stadium geht es in der Behandlung vor allem darum, dass die Patientinnen mit der Erkrankung möglichst lange und normal bei guter Lebensqualität weiterleben können.

Warum wird so viel über Brustkrebs gesprochen, aber so wenig über die fortgeschrittene Form der Erkrankung?


Eine gute Frage. Es ist schon erstaunlich, dass Brustkrebs im frühen Stadium in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent ist, fortgeschrittener Brustkrebs dagegen so gut wie gar nicht. Und das obwohl bei etwa 30 Prozent aller Brustkrebspatientinnen nach erfolgreicher Erstbehandlung die Erkrankung in einer fortgeschrittenen Form wieder auftritt. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Eventuell liegt es daran, dass Brustkrebs heute sehr erfolgreich behandelt und in den meisten Fällen sogar geheilt werden kann, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Hier gibt es viele hoffnungsvolle Beispiele von Frauen, die die Erkrankung gut überstanden haben. Bei metastasiertem Brustkrebs ist Heilung in der Regel nicht möglich und es gab lange Zeit kaum Therapiefortschritte. Über diese Seite der Erkrankung fällt es vielen Menschen schwerer zu reden.

Bildergalerie Metastasierter Brustkrebs

 
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Warum ist es wichtig, mehr über metastasierten Brustkrebs und die betroffenen Frauen zu erfahren?

Ich finde es sehr wichtig, dass wir diese Frauen nicht vergessen und sie bei ihrem Kampf gegen den Krebs unterstützen. Bei meiner Arbeit lerne ich viele Frauen kennen, die sich in beeindruckender Weise in ihrer schwierigen Situation zurechtfinden und sich mit der Erkrankung auseinandersetzen. Hinzu kommen Angehörige, deren Leben sich mit der Diagnose metastasierter Krebs ebenfalls schlagartig ändert und eine Vielzahl von Menschen und Organisationen, die sich unermüdlich für die Patientinnen und für die Verbesserung der Therapiesituation einsetzen. Nicht übersehen werden darf zudem, dass wir – ebenso wie bei vielen anderen Krebserkrankungen –  auch bei metastasiertem Brustkrebs aktuell große Fortschritte in Forschung und Therapie sehen. Das alles ist es wert, wahrgenommen zu werden.

Forscht Pfizer auch in diesem Bereich? 

Ja, bei Pfizer forschen wir sehr intensiv an neuen Therapien gegen Krebserkrankungen, bei denen ein besonders hoher medizinischer Bedarf besteht. Dazu zählt auch metastasierter Brustkrebs. Unser Ziel ist es, Krebserkrankungen durch neue innovative Medikamente zu heilen oder zumindest zu kontrollieren, damit die Patienten trotz der Krankheit noch ein mögliches langes und beschwerdefreies Leben führen und ihren normalen Alltag aufrechterhalten können. Hier gibt es noch viel zu tun, aber es tut sich momentan auch sehr sehr viel. Die Krebsforschung ist aktuell auf einem guten Weg, wir sehen beeindruckende Fortschritte bei vielen Krebserkrankungen, auch bei metastasiertem Brustkrebs.

 
Was können Sie als Medical Advisor bei Pfizer persönlich dafür tun?

Ich tausche mich zum Beispiel mit den medizinischen Experten aus, die sich in Deutschland mit metastasiertem Brustkrebs beschäftigen. Wir sprechen darüber, wo es derzeit den größten Handlungsbedarf in der medizinischen Versorgung gibt und welchen Beitrag Pfizer leisten kann. Es geht aber auch um Fragen wie: Was bedeutet es, wenn wir Patientinnen mit innovativen Therapien deutlich mehr Zeit geben können, in denen der Brustkrebs und die Metastasen nicht mehr fortschreiten? Dahinter verbirgt sich eine komplexe wissenschaftliche Diskussion - zum Beispiel wenn es darum geht, Arzneimittel in klinischen Studien zu erforschen. Wie können wir die Lebensqualität der Patientinnen und das sogenannte progressionsfreie Überleben angemessen berücksichtigen, wenn wir neue Therapien auf ihren Nutzen untersuchen? Mir ist es ein besonderes Anliegen, diese Diskussion im Sinne der Patientinnen mitzugestalten.

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