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Personalisierte Krebsmedizin

»Die Krebsmedizin hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht.«

Dr. Michael Warmbold Vice President Medical Affairs Oncology Europe, Africa & Middle East

Die zahlreichen neuen Therapiemöglichkeiten, die in den letzten Jahren in der Krebstherapie entwickelt wurden, sind vielversprechend und machen Hoffnung. Nach wie vor sind aber viele Krebsarten – besonders im fortgeschrittenen Stadium – weiterhin schwer behandelbar. Über die zunehmende Bedeutung von personalisierten Behandlungen spricht Dr. Michael Warmbold, Vice President Medical Affairs Oncology Europe, Africa & Middle East.

Es folgt ein Zitat das nicht in den Lesefluß gehört:

Wir verstehen die Entstehung von Krebs und die Bedeutung von bestimmten genetischen Faktoren heute viel besser. Dadurch können viele Patienten wesentlich gezielter behandelt werden.

Dr. Michael Warmbold

Zitatende

Wie stecken Sie Rückschläge weg?

Die gehören leider dazu. Ich muss auch mit Enttäuschungen leben. Die Krebsmedizin ist ein forschungsintensiver Bereich, sie braucht einen langen Atem. Aber der Gedanke, dass wir mit neuen wirkungsvollen Behandlungen die Prognose und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern können, treibt mich weiter an. Je nachdem in welcher Zeit wir uns befinden, stellt die Medizin uns verschiedene Aufgaben. Noch vor zwanzig Jahren war es eine große Herausforderung, Herzkreislauferkrankungen zu bekämpfen. Heute gibt es sehr wirkungsvolle Medikamente, die bei fast allen Patienten zu einer deutlichen Prognosebesserung führen können. Viele Probleme sind gelöst. Aber wir haben neue Herausforderungen: Die Krebsmedizin ist eine davon.

Wenn ein neuer Wirkmechanismus entdeckt ist – wie lange dauert es dann, bis der Patient davon profitiert?  

Das Ziel der Behandlung besteht in vielen Fällen darin, zusätzliche Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität zu gewinnen. Bis zur Marktreife vergehen Jahre. Aber wir setzen uns dafür ein, dass es so schnell wie möglich geht. Etwa, indem wir bei vielversprechenden Medikamenten beschleunigte Zulassungsverfahren beantragen. In solchen Fällen erkennen die Behörden das Potenzial für eine „Breakthrough-Therapie“ an, sprich, sie erwarten einen erheblichen Behandlungsfortschritt. Wir fiebern dann alle mit. Bei unserem Medikament für eine bestimmte Gruppe von Lungenkrebspatienten war das bereits der Fall. Wir bekamen Briefe von Patienten, die zuvor kaum noch zu hoffen wagten und plötzlich sprunghafte Verbesserungen ihres Befindens erlebten. Zwar war ihr Krebs nicht ausgeheilt – das ist die Ausnahme –, aber sie konnten trotz ihrer Erkrankung ein gutes Leben führen.

Personalisierte Medizin

In der Krebstherapie wurden in den letzten Jahren neue Behandlungsoptionen entwickelt, die bei vielen Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bewirken. Neben chirurgischen Eingriffen, Chemo- und Strahlentherapie setzt die moderne Krebsmedizin zunehmend auf gezielte Therapien, die in den Stoffwechsel der Tumorzellen eingreifen und den Krebs hemmen können. Bei vielen Krebserkrankungen wird zudem eine molekulare Diagnostik angewendet. Dabei werden Krebszellen auf bestimmte Genveränderungen und Mutationen untersucht, die das Krebswachstum auslösen oder verstärken können. So kann man Ansatzpunkte für gezielte Therapien finden, die auf die molekulare Beschaffenheit der Tumorzellen von bestimmten Patientengruppen ausgerichtet sind und deshalb als "personalisierte Medizin" bezeichnet werden.

Wo finden Krebspatienten spezialisierte Behandlungen?

Die Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen setzt eine hohe medizinische Expertise und Erfahrung voraus. Deshalb sollten Patienten sich informieren, ob es in ihrer Umgebung medizinische Einrichtungen gibt, die entsprechende Diagnoseverfahren durchführen können und auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert sind. Der erste Ansprechpartner für alle Fragen zur Diagnose und Therapie sollte der Hausarzt sein. Er kann weiterführende Informationen vermitteln und die Patienten bei der Orientierung in der Versorgungslandschaft unterstützen.

Fundierte Informationen zu den Behandlung- und Diagnoseverfahren sowie zu den Versorgungsmöglichkeiten für Krebspatienten gibt es auch bei medizinischen Fachgesellschaften, Krankenkassen und Patientenorganisationen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass deren Auskünfte das Arztgespräch nicht ersetzen können und nur als zusätzliche Informationsquelle herangezogen werden sollten.

Die Deutsche Krebshilfe hat einen Informations- und Beratungsdienst eingerichtet, der telefonisch und per Email angefragt werden kann.

http://www.krebshilfe.de/wir-helfen/informations-und-beratungsdienst.html

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums hat im Internet Informationen zur Arzt- und Kliniksuche zusammengestellt und bietet dazu ein hilfreiches Informationsblatt an, das man herunterladen und ausdrucken kann.

http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-arzt-klinik-suchen.pdf

Über eine spezielle Suchfunktion kann man zudem Krebsberatungsstellen finden, die sich in der persönlichen Umgebung befinden.

http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/krebsberatungsstellen.php

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) bietet eine deutschlandweite Übersicht über zertifizierte Behandlungszentren. Die Zertifizierung gewährleistet einen hohen Standard für die Versorgung onkologischer Patienten.

http://www.krebsgesellschaft.de/deutsche-krebsgesellschaft/zertifizierung/zentrumssuche.html