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Schlaganfallvorsorge

Dr. Werner Rieker

Experteninterview

»Die große Gefahr ist, dass Vorhofflimmern von den meisten Patienten nicht wahrgenommen wird.«

Dr. Werner Rieker, 54 Niedergelassener Kardiologe in Berlin-Charlottenburg

Dr. Werner Rieker ist Kardiologe und seit mehr als zehn Jahren als niedergelassener Arzt in Berlin-Charlottenburg tätig. Der Experte für Herzrhythmusstörungen erklärt, wie man durch eine herzgesunde Lebensweise und eine frühzeitige Prävention bei erkanntem Vorhofflimmern einen Schlaganfall verhindern kann.

Es folgt ein Zitat das nicht in den Lesefluß gehört:

In Deutschland ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache.

Dr. Werner Rieker

Zitatende

"Stellen wir uns einen Motor vor, der so groß ist wie eine Faust. Dieser Motor lässt jeden Tag 30.000 Liter Blut in unserem Organismus zirkulieren, ohne jemals eine Ruhepause zu haben. Dieser Motor ist unser Herz. Es besteht aus der linken und der rechten Herzseite. Ein Vorhof links, ein Vorhof rechts, zwei Hauptkammern. Ich bin Kardiologe und spezialisiert auf die Behandlung von Gerinnungsstörungen und Herzrhythmusstörungen. Letztere haben Auswirkungen auf den gesamten Organismus, insbesondere auf das Gehirn – beispielsweise das Vorhofflimmern. Das ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe unregelmäßig und schnell schlagen. Das Blut in den Vorhöfen kann stehen bleiben und sich zu Blutgerinnseln formen. Das bedeutet: Sobald sich das Blutgerinnsel aus dem Vorhof löst, dauert es nur wenige Sekunden, bis das Gerinnsel im Gehirn ankommt. Dort werden die Blutbahnen immer enger, und das Gerinnsel kann die Blutbahn verstopfen wie ein Korken in der Flasche. Dann kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung. Der Patient erleidet einen Schlaganfall.

Es folgt ein Inhalt, der nicht in den Lesefluss gehört:

Interessantes!

270.000 Schlaganfälle ereignen sich jedes Jahr in Deutschland, davon sind 200.000 erstmalige Schlaganfälle.

Ende des Inhaltes

Bildergalerie Schlaganfallvorsorge

 
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In Deutschland ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache. Wir wissen heute, dass das Vorhofflimmern bei 30 bis 35 Prozent aller Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, die Ursache ist. Die große Gefahr besteht darin, dass Vorhofflimmern von den meisten Patienten nicht wahrgenommen wird. Sie gehen nicht zum Arzt, und der Arzt kann nicht die entsprechenden Maßnahmen, wie Blutverdünnung, einleiten. Vielleicht spürt der Patient leichte Symptome wie Leistungsabfall oder etwas Luftnot, aber die bewertet er vielleicht anders. Das heißt, dass der Schlaganfall das erste und zum Teil dramatische Anzeichen dafür ist, dass jemand unter Vorhofflimmern leidet.

Symptome

Wenn ein Mensch einen Schlaganfall erleidet, zählt jede Minute. Es kommt darauf an, dass die betroffenen Personen möglichst schnell medizinisch versorgt werden. Deshalb ist es wichtig, dass man die Symptome eines Schlaganfalls erkennt und sofort einen Notarzt ruft.

Folgende plötzlich auftretende Symptome können durch einen Schlaganfall hervorgerufen werden:

  • Sehstörung: Vermindertes Sehvermögen, eingeschränktes Gesichtsfeld, Störung des räumlichen Sehens, Sehen von Doppelbildern (Probleme beim Greifen von Gegenständen)
  • Sprach- und Sprachverständnisstörung: Abgehackte Sprache, Verdrehen von Silben, Verwendung von falschen Buchstaben, Kommunikation im Telegrammstil, undeutliche Sprache, Sprachverständnisstörungen
  • Lähmungserscheinungen: Lähmungen einer Gesichtshälfte (z.B. herunterhängender Mundwinkel), Lähmung von Arm und Hand auf einer Körperseite , Taubheitsgefühl, Störung des Berührungsempfindens (z.B.  eingeschlafener Fuß oder "Pelzigkeitsgefühl" auf einer Körperseite)
  • Schwindel mit Unsicherheit beim Gehen: Drehschwindel oder Schwankschwindel, Unischerheit beim Gehen, Gleichgewichts- und Koordinationsverlust
  • Starker Kopfschmerz: Heftige Kopfschmerzen, auch verbunden mit Übelkeit und Erbrechen

Die schnelle Diagnose mit dem FAST-Test

Mit dem FAST-Test kann man die zentralen Schlaganfallsymptome schnell überprüfen. Die vier Buchstaben stehen für "Face – Arms – Speech – Time" (Gesicht – Arme – Sprache – Zeit).

Der FAST-Test: Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln, beide Arme gleichzeitig hochzuheben und einen einfachen Satz nachzusprechen.

Wenn die betroffene Person dabei Probleme hat, liegt möglichweise ein Schlaganfall vor. Rufen Sie umgehend einen Notarzt.

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