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Schmerz

Es ist schwierig, eine optimale medizinische Versorgung zu finden.

Susanne Wüste, 47

Patientin

Diagnose:

Chronischer Schmerz

Behandlung:

seit 1991

Hauptinhalt

Susanne Wüste, 47, ist gelernte Krankenschwester und leidet seit mehr als 20 Jahren an chronischen Schmerzen. Eine multimodale Therapie hilft ihr, im Alltag den oft schwierigen Umgang mit der Erkrankung und den oft heftigen Schmerzschüben zu bewältigen. Als Vizepräsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V. setzt sie sich dafür ein, das allgemeine Bewusstsein für Schmerz als eigenständiges Krankheitsbild zu stärken und die Versorgung der Betroffenen zu verbessern.

Wünschenswert wäre eine flächendeckende Versorgung durch spezialisierte Schmerztherapeuten, aber davon sind wir noch weit entfernt.

"Ich bin seit 23 Jahren Schmerzpatientin. Wie sich das anfühlt, kann niemand nachvollziehen, der nicht selbst von chronischem Schmerz betroffen ist. Ich habe das Gefühl, dass meine gesamten Muskeln straff gezogen werden, sodass die gesamte Muskulatur schmerzt. Dazu kommen einschießende Schmerzen in den Beinen und im Gesäß, die bewirken, dass ich manchmal nicht stehen kann. Ich habe oft damit zu kämpfen, dass man mir den Schmerz nicht ansieht. Das soll aber nicht heißen, dass es mir immer schlecht geht, im Gegenteil. Ich habe ein gutes Leben, aber es funktioniert nur mit Hilfsmitteln. Wichtig ist eine multimodale Behandlung – mit Medikamenten gegen den Schmerz, aber auch mit Bewegungs- und Entspannungstherapie. In bestimmten Situationen benutze ich zudem ein Wärmebett, und im Alltag benötige ich auch einen Stützgürtel, weil ich ohne ihn nicht stehen oder laufen könnte. Und wenn es ganz schlimm wird, benutze ich auch mal einen Rollator.

12 Millionen

Menschen leiden in Deutschland an chronischen Schmerzen. Sie alle müssten eigentlich von einem Schmerzspezialisten behandelt werden, schon um eine Verschlimmerung der Chronifizierung zu vermeiden.

Ich bin gelernte Krankenschwester und habe aufgrund meiner eigenen Erfahrungen eine Weiterbildung zur 'Pain Nurse' und 'Pain Nurse Plus' absolviert – das sind Krankenschwestern, die auf den Umgang mit Schmerzpatienten besonders geschult sind. Außerdem habe ich zur Bewältigung meiner Schmerzgeschichte den Austausch mit anderen Betroffenen gesucht und auf diesem Weg den Kontakt zur Deutschen Schmerzliga geknüpft. Unter ihrem Dach sind rund 120 Selbsthilfegruppen organisiert, mit deren Hilfe man die Schmerzerkrankung und auch den Alltag besser bewältigen kann. Für mich war der Austausch mit anderen Betroffenen sehr wertvoll. Meine Arbeit als Krankenschwester konnte ich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr ausüben und habe mich dann immer mehr für andere Schmerzpatienten engagiert.

Was mich bei meiner Arbeit für Patienten bis heute antreibt, sind meine eigenen Erfahrungen als Schmerzpatientin. Bei mir hat es Jahre gedauert, die richtige Behandlung zu bekommen. Es ist für die Betroffenen heute leider immer noch sehr schwierig, die bestmögliche medizinische Versorgung zu finden, obwohl wir in Deutschland rund 12 Millionen Schmerzpatienten haben. Wünschenswert wäre eine flächendeckende Versorgung durch spezialisierte Schmerztherapeuten, aber davon sind wir noch weit entfernt.

In der Medizin gab es lange Zeit kein Verständnis von Schmerz als eigenständigem Krankheitsbild. Schmerztherapie wird erst jetzt als eigenständiges Fach in die curriculare Ausbildung der Universitäten integriert, so dass erst 2020 die ersten Mediziner von der Uni kommen, die sich während des Studiums mit  dem Thema Schmerz befasst haben. Das bedeutet, dass die Allgemeinmediziner von heute in ihrer Ausbildung niemals Schmerz als eigenständiges Fach kennengelernt haben – deshalb sind sie mit den besonderen Erfordernissen der Schmerztherapie manchmal überfordert. Wir müssen also noch viel Aufklärungsarbeit leisten, um die Versorgung der Patienten zu verbessern."

Weiterführende Links und Dateien zum Herunterladen

Mehr Informationen zur Schmerzmedizin

Hilfreiche Websites

Deutsche Schmerzliga e.V.

Neben medizinischen Informationen bietet die Deutsche Schmerzliga praktische Hilfe für Patienten – etwa ein Verzeichnis von lokalen Selbsthilfegruppen auf der Internetseite sowie telefonische Sprechzeiten für die Anliegen der Betroffenen.

www.schmerzliga.de

Wege aus dem Schmerz

Die Initiative verfolgt das Ziel, in Deutschland ein stärkeres Bewusstsein für chronischen Schmerz als eigenständiges Krankheitsbild zu erreichen. Sie wird getragen von der Deutschen Schmerzliga (DSL), der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS), der Deutschen Schmerzgesellschaft und Pfizer.

www.wegeausdemschmerz.de

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