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Akromegalie

Markus Kny

Akromegalie

»Ich lebe nicht für meine Krankheit.«

Markus Kny Patient

Einen Hörsturz würde man nicht unbedingt als glücklichen Zufall bezeichnen. Für Markus Kny, 50, war dies aber so. An Weihnachten im Jahr 2001 hörte er plötzlich sehr schlecht, hatte Schwindelanfälle mit dem Gefühl, dass sich alles um ihn drehe. Die Diagnose „Hörsturz“ war schnell gestellt, jedoch wollten die Ärzte mit verschiedenen bildgebenden Diagnostikverfahren der Ursache auf den Grund gehen. Das Durchchecken im Krankenhaus ersparte dem Patienten einen Leidensweg, wie er sonst oft bei seltenen Erkrankungen mit unspezifischen Symptomen zu finden ist. Denn während der Untersuchungen fanden die Ärzte ein 4 cm großen, gutartigen Tumor in der Hirnanhangsdrüse. „Vier Zentimeter im Kopf drinnen sind zu viel“, beschreibt Markus Kny das Ausmaß der Veränderungen in seinem Kopf.

Es folgt ein Zitat das nicht in den Lesefluß gehört:

Ich lebe nicht für meine Krankheit.

Markus Kny

Zitatende

Oft fällt diese Krankheit nur Bekannten auf, die die betroffene Person für eine längere Zeit nicht gesehen haben.

Ob der Tumor für den Hörsturz verantwortlich war, ist unklar. Verantwortlich war der Tumor aber unter anderem für das langsame Wachsen von Markus „Körperspitzen“, wie zum Beispiel das Wachsen der Finger oder der Wülste über den Augen. Eine Veränderung, die seine Familie und Freunde über die Jahre hinweg nicht wahrgenommen haben. Oft fällt diese nur Bekannten auf, die die betroffene Person für eine längere Zeit nicht gesehen haben. Und dies erschwert die richtige Diagnose. Die Fachwelt nennt diese seltene Erkrankung Akromegalie. „Akren sind die Enden des Menschen“, erläutert Markus den Fachbegriff. Megal heißt „übermäßig“. Durch den Druck des Tumors auf die Hirnanhangsdrüse schüttet diese vermehrt Wachstumshormon aus, sodass bei Erwachsenen beispielsweise die Finger, Nase, Wülste über den Augen, die Ohren oder die Zunge weiter wachsen. Bei Markus Kny hatte sich auch der Kiefer nach vorne geschoben. Zudem schwitzte er übermäßig stark, hatte oft Kopfschmerzen und litt teilweise an völliger Erschöpfung - alles typische Symptome dieser seltenen Erkrankung. 

Lebenslange Behandlung

In einer anschließenden Operation konnte der Tumor aufgrund seiner Größe nicht vollständig entfernt werden. Deshalb musste sich Markus einer Bestrahlung unterziehen und nimmt seitdem regelmäßig Medikamente ein. „Zum Glück ist der Tumor nicht weiter gewachsen“, so der Familienvater aus Thüringen. Durch die richtige Behandlung hat sich sein verändertes Aussehen auch wieder zurückgebildet. Das Gesicht ist wieder schmaler geworden, doch seine Hände sind groß geblieben. Und die Gelenke schmerzen ihm beim Laufen oder Heben, denn sie wurden durch die Akromegalie geschädigt. Schmerzen, mit denen Markus Kny nun leben muss. Die jedoch ohne die glückliche zufällige Diagnose durch weitere schwerwiegende Verformungen noch größer hätten sein können.

Wichtig für ihn ist es, dass er nicht für seine Krankheit lebt, sondern ein fast normales Leben führt. Sehr gerne hätte er sich mit der Erkrankung frühzeitig auseinandergesetzt – und so ist dies auch sein Rat an alle Patienten, die neu diagnostiziert werden. Eine Selbsthilfegruppe kann jedem Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen – denn obwohl es sich um eine seltene Erkrankung handelt: man ist nicht alleine.

Akromegalie

Bei der Akromegalie1 handelt es sich um eine erworbene Erkrankung, bei der vermehrt Wachstumshormon (Somatotropin) produziert wird. Ursächlich dafür ist ein gutartiger Tumor in der Hirnanhangsdrüse, ein sogenanntes Hypohphysenadenom. Dieses produziert unkontrolliert Wachstumshormon, wodurch es zu einer Vergrößerung der Körperendglieder (= Akren, z.B. Hände, Füße oder Zunge) und zu charakteristischen Veränderungen der Gesichtszüge sowie zu vielfältigen anderen Symptomen, wie Erschöpfung, übermäßiges Schwitzen, Weichteilschwellungen oder Gelenkschmerzen kommen kann. Bei einer Akromegalie können auch weitere Begleiterkrankungen vorkommen. Dazu gehören Bluthochdruck, Schlafapnoe, Glukoseintoleranz oder Diabetes, als auch Muskelschmerzen. Die Akromegalie gehört zu den seltenen Erkrankungen. In Europa sind ca. 5-7 von 100.000 Menschen erkrankt.

Es folgt ein Inhalt, der nicht in den Lesefluss gehört:

Interessantes!

Ca. 5 bis 7 von 100.000 Menschen sind in Europa an Akromegalie erkrankt.

Ende des Inhaltes

Quellen:

1. Akromegalie. Orphanet. www.orpha.net/consor4.01/www/cgi-bin/OC_Exp.php [Zugriff: 20.11.2018]

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