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15.05.2017

13 Dinge, die jeder über chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wissen sollte

Aktionstag CED am 19. Mai

CED – hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich weder ein neues Online-Rollenspiel noch ein chartstürmender DJ. Die Abkürzung steht für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, auf die der "Aktionstag CED" der Gastro-Liga e. V. am 19. Mai aufmerksam machen möchte. Betroffene und ihre Angehörigen können sich im Rahmen von Veranstaltungen bundesweit über die nicht ansteckenden Erkrankungen informieren. Das ist auch nötig: Denn Morbus Crohnund Colitis ulcerosa, die beiden häufigsten Formen von CED, werden häufig tabuisiert, weshalb viele Menschen kaum etwas darüber wissen. Dabei steigt die Zahl der Erkrankten immer weiter1 und es gibt bis zu 470.000 Betroffene in Deutschland.2 Als forschendes Pharmaunternehmen hilft Pfizer dabei, das Leben und die medizinische Versorgung von Menschen mit CED langfristig zu verbessern undnutzt den Aktionstag CED, um mit unbekannten Fakten über Darmerkrankungen aufzuklären.

1. Was Duisburg mit CED zu tun hat

CED sind keinesfalls seltene Erkrankungen. In Deutschland gibt es bis zu 470.000 Betroffene, die an einer chronischen Darmentzündung leiden – das sind fast so viele wie Duisburg Einwohner hat. Man nimmt an, dass die Zahl in den nächsten Jahren weiter steigen wird.2

2. Wenn der Schutzwall im Bauch schwächelt

Der Darm übernimmt zentrale Aufgaben in unserem Körper. An erster Stelle steht dabei die Verdauung aufgenommener Nahrung. Damit dabei keine Krankheitserreger und schädlichen Substanzen in tiefer liegende Gewebeschichten vordringen können, ist der Darm vollständig mit einer Schleimhaut – der sogenannten Mukosa – ausgekleidet. Bei CED-Patienten ist diese natürliche Barriere oft geschwächt und dadurch können Bakterien in die darunterliegenden Schichten eindringen. Entzündliche Reaktionen sind die Folge, die häufig nicht mehr adäquat durch den Körper reguliert und schließlich chronisch werden können. Diese Entzündungen können dann zu starken Schäden an der Mukosa und den anderen Schichten der Darmwand führen. Die genauen Ursachen, die den CED zugrunde liegen, sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. ,Grundsätzlich können alle Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen sein, bei Morbus Crohn hauptsächlich die untere Hälfte des Dünndarms (Ileum) und der Dickdarm (Kolon), bei Colitis ulcerosa in der Regel nur der Dickdarm.3,4

Grundsätzlich können alle Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen sein, bei Morbus Crohn hauptsächlich die untere Hälfte des Dünndarms (Ileum) und der Dickdarm (Kolon), bei Colitis ulcerosa in der Regel nur der Dickdarm.

3. (K)eine Frage des Alters

CED können in jedem Alter erstmals auftreten. Meistens erkranken jedoch bereits junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren.5 Eine Erkrankung in einem späteren Lebensalter ist auch möglich, wobei Kinder und junge Erwachsene häufiger einen schweren Verlauf erleiden als ältere Betroffene.

4. Frau oder Mann? – Spielt keine Rolle!

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten unabhängig vom Geschlecht auf. Frauen und Männer sind mit gleicher Häufigkeit betroffen. Warum es im Darm plötzlich zu entzündlichen Prozessen kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler gehen von einem Zusammenwirken verschiedener Ursachen und Risikofaktoren aus – das Geschlecht scheint aber keine Rolle dabei zu spielen.6

5. Alles halb so schlimm?

Unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall können typische erste Anzeichen für CED sein. Viele Betroffene vermuten daher zunächst eine harmlose Ursache. Vielleicht war das Essen von gestern Abend schuld an den Verdauungsbeschwerden? Oder der ständige Ärger mit dem Chef ist auf den Darm geschlagen. Bei chronischen Durchfällen (häufig mehrfach am Tag), krampfartigen Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen – oft in Begleitung von leichtem Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit – sollte in jedem Fall ein Facharzt, in diesem Fall ein Gastroenterologe, zu Rate gezogen werden.7 Hier kann die Facharzt-Suche des Berufsverbands niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (BNG) unter www.magen-darm-aerzte.de weiterhelfen.

6. Fehldiagnose Reizdarm

Durchfall, Bauchkrämpfe, häufiger Stuhldrang – wer mit diesen Beschwerden zum Hausarzt geht, erhält häufig zunächst die Diagnose "Reizdarm". Steckt eine CED dahinter, dauert es oft lange, bis diese festgestellt wird. 18 Prozent der Betroffenen warten fünf Jahre darauf.8 Bei fast zwei Dritteln muss es erst zu einem Notfall kommen, bis die richtige Diagnose gestellt wird.8 Auch hier ist der Gastroenterologe der richtige Ansprechpartner.

7. Nicht auf die Stirn geschrieben

CED sieht man den Betroffenen nicht unbedingt an. Die Erkrankungen verlaufen schubweise. So können die Betroffenen eine Zeit lang beschwerdefrei sein, bis wieder ein akuter Schub auftritt. CED sind bislang nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung können viele Patienten teilweise jahrelang beschwerdefrei sein. Die meisten Patienten bleiben daher voll arbeitsfähig und können ihren Alltag gut bewältigen.9

8. Über den Darm hinaus

Was selbst viele Betroffene nicht wissen: CED betrifft nicht nur den Darm. Auch andere Organe können z. B. in Form von Entzündungen beteiligt sein. Diese sogenannten "extraintestinalen Manifestationen" können sich zum Beispiel an den Augen, der Haut, der Leber, der Niere oder den Gelenken zeigen. Sie können während oder außerhalb eines akuten Schubs auftreten oder sogar die ersten Anzeichen einer CED sein.6

9. Risikofaktor Glimmstängel

Die Ursachen von CED sind noch nicht vollständig geklärt. Neben genetischen und immunologischen Faktoren scheint bei Morbus Crohn aber das Rauchen einen großen Einfluss zu haben. So haben Raucher ein doppelt so hohes Risiko zu erkranken. Studien zeigen außerdem, dass betroffene Raucher deutlich mehr Schübe und Rückfälle erleiden als Nichtraucher. Hinzu kommt, dass das ohnehin schon bestehende Darmkrebsrisiko weiter erhöht wird.10

10. Kinder? Kein Problem

Auch mit CED lässt sich ein Kinderwunsch erfüllen. Betroffene Frauen, deren Erkrankung sich in einer Ruhepause befindet, können genauso leicht schwanger werden wie Frauen gleichen Alters ohne CED. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass sich eine Schwangerschaft während einer Ruhepause positiv auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirkt.10

11. Stress ist Gift

Stress und eine ungesunde Lebensweise können Krankheitsschübe begünstigen. Deshalb ist es für Betroffene wichtig, Entspannung im Alltag zu finden, z. B. in Form von Bewegung oder autogenem Training.10,11 Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist essentiell. Sie sollte leicht verdaulich, abwechslungs- sowie nährstoffreich sein.12

12. Stigma CED

Ständiger Durchfall, häufige Toilettengänge, Blähungen – dies sind in unserer Gesellschaft immer noch Tabuthemen. Darüber mit dem Umfeld zu sprechen, ist Betroffenen häufig nur schwer oder gar nicht möglich. 20 Prozent der CED-Patienten leiden auf Grund ihrer Erkrankung unter Diskriminierung.8

13. Ein (fast) normales Leben

Außerhalb der akuten Schübe haben CED-Patienten viele Möglichkeiten, ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ausbildung und Beruf, Partnerschaft und Familie, Sport und Bewegung müssen auch für CED-Patienten nicht zwangsweise außer Reichweite liegen, nicht zuletzt auch dank moderner Therapien, die beschwerdefreie Intervalle ermöglichen können.3

Infografik herunterladen

Quellen:

  1. Molodecky NA et al. Gastroenterology 2012;142:46-54.
  2. Stallmach A et al. Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Herausforderungen an die Versorgung. In: BARMER GEK Gesundheitswesen aktuell 2012: 286-309.
  3. Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. DCCV-Ratgeber „Endlich eine Diagnose“. Überarbeitete Neuausgabe 2008, Nachdruck 2013:8.
  4. Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. DCCV-Ratgeber „Endlich eine Diagnose“. Überarbeitete Neuausgabe 2008, Nachdruck 2013:7.
  5. Ott C et al. Eur J Gastroenterol Hepatol 2008; 20: 917-923.
  6. Kompetenznetz Darmerkrankungen e. V. Darmerkrankungen: Chronisch oder temporär? Online publiziert unter: www.kompetenznetz-ced.de/darmerkrankungen.html. Letzter Zugriff: Mai 2017.
  7. Kompetenznetz Darmerkrankungen e. V. Symptome frühzeitig erkennen hilft Behandlung optimieren. Online publiziert unter: www.kompetenznetz-ced.de/fruehe-erkennung.html. Letzter Zugriff: Mai 2017.
  8. Wilson BS et al. Life impact study. GUT 2012; 61 (Suppl 3):A157.
  9. Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. DCCV-Ratgeber "Endlich eine Diagnose". Überarbeitete Neuausgabe 2008, Nachdruck 2013:15.
  10. Hartmann F, Stange EF. Ratgeber Morbus Crohn. Gastro-Liga e. V. Stand: April 2016.
  11. Terjung B, Kruis W. Ratgeber Colitis Ulcerosa. Gastro-Liga e. V. Stand: Februar 2016.
  12. Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. DCCV-Ratgeber "Endlich eine Diagnose". Überarbeitete Neuausgabe 2008, Nachdruck 2013:16-18.

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