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14.08.2017

Atemwegserkrankungen: Umfrage zeigt mangelnde Hilfestellung bei der Rauchentwöhnung

Patienten mit Atemwegserkrankungen wünschen sich mehr Unterstützung bei der Rauchentwöhnung. Das hat eine französische Umfragei im Auftrag der FFAAIR, einer französischen Vereinigung von Patientenorganisationen für Atemwegserkrankte (Fédération française des associations et amicales de malades insuffisants ou handicapés respiratoires FFAAIR) unter 352 Betroffenen gezeigt. Bei ihren Entwöhnungsversuchen fühlten sich die Befragten allein gelassen.

Tabakkonsum verursacht vielseitige Begleit- bzw. Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislaufkrankheiten, Krebs, Typ 2 Diabetes.1 Eine der schwerwiegendsten Folgeerkrankungen ist die Atemwegserkrankung chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Rund 80 bis 90 Prozent der COPD-Erkrankungen sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen.2

Auch unter den 352 Teilnehmern der französischen FFAAIR-Befragung leiden insgesamt 46 Prozent an einer COPD; bei den befragten aktiven Rauchern (8 Prozent) ist der Anteil fast doppelt so hoch (82 Prozent). Die COPD-Patienten unter ihnen leiden zudem häufig (77 Prozent) an zusätzlichen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Adipositas oder Herzinsuffizienz. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie ist darum ein unverzüglicher Rauchstopp das wirksamste und kosteneffektivste Mittel, um eine COPD zu vermeiden oder um deren Verschlechterung zu verhindern.3

Doch trotz dieser medizinischen Empfehlung, kann der Rauchstopp-Alltag anders aussehen. Die befragten Atemwegs-Erkrankten fühlten sich von ihren Ärzten bei der Rauchentwöhnung nicht ausreichend unterstützt. 52 Prozent der aktiven und ehemaligen Raucher haben ihren letzten Entwöhnungsversuch daher ohne medizinische Unterstützung unternommen. Entsprechend hoch ist die Anzahl der Versuche: Im Schnitt haben die befragten Raucher und ehemaligen Raucher bereits 3,5 Entwöhnungsversuche absolviert.

Fehlende Hilfestellung ist größte Hürde bei Rauchentwöhnung

Insgesamt offenbart die französische Umfrage fehlende ärztliche Unterstützung bei der Rauchentwöhnung. So fühlen sich fast 40 Prozent der aktiven und ehemaligen Raucher unter den Befragten nicht gut über die Möglichkeiten der Rauchentwöhnung informiert. 81 Prozent haben den Eindruck, ihr Arzt habe zu wenig Zeit, sie bei einem Rauchstopp effektiv zu unterstützen. Bei den COPD-Erkrankten liegt dieser Anteil sogar bei 89 Prozent. Es finde eine grundsätzliche Information zum Thema Rauchentwöhnung statt, jedoch wird das Thema dann nicht weiter verfolgt (78 Prozent). Des Weiteren wünschen sich 78 Prozent der Befragten für den Umgang mit vorhandenen Hilfestellungen mehr Assistenz.

Nach ihrer größten Hürde, einen Tabakstopp zu wagen, gefragt, nennen 22 Prozent der aktiven und ehemaligen Raucher der Umfrage auf Platz eins aber das Fehlen eines klar verantwortlichen Ansprechpartners. Für immerhin 17 Prozent auf Platz zwei würde die Erstattungsfähigkeit aller zur Verfügung stehenden Rauchentwöhnungs-Therapien die Chance erhöhen, eine Rauchentwöhnung zu beginnen. Weiter wurden das Fehlen eines medizinischen Rauchexperten als Begleiter kritisiert (Platz 3: 14 Prozent) und eine bessere Assistenz des eigenen Arztes während der Rauchentwöhnung gewünscht (Platz 4: 13 Prozent).

Rauchentwöhnung in Deutschland bleibt hinter ihren Möglichkeiten

Eine effektive und ganzheitliche Therapie, die medikamentöse und psychotherapeutische Methoden beinhaltet, unterstützt nicht nur Raucher mit einer COPD oder anderen Begleiterkrankungen bei der Rauchentwöhnung. Maßnahmen zur Rauchentwöhnung gehören auch zu den kosteneffektivsten gesundheitlichen Interventionen überhaupt, da sie die Folgekosten durch tabakbedingte Krankheiten und Todesfälle reduzieren. Diese Folgekosten werden in Deutschland auf 33 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Etwa ein Drittel davon entfällt direkt auf das Gesundheitswesen, rund zwei Drittel auf indirekte Kosten, wie Arbeitsunfähigkeit, Produktionsausfälle und Frühberentungen.4

Bei abhängigen und gesundheitlich belasteten Patienten wird eine umfassende Rauchentwöhnung im Regelfall mittels Kombination aus medikamentöser und psychosozialer Unterstützung von anerkannten Leitlinien klar empfohlen. Doch gem. § 34 Abs. 1 S. 7 SGB V sind in Deutschland formell zugelassene und verschreibungspflichtige Arzneimittel zur medikamentösen Rauchentwöhnung von der Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. So stehen Betroffenen nicht alle Therapieoptionen zur Verfügung. Damit ist die Situation in Deutschland grundlegend anders als z.B. im europäischen Umfeld.

Raucherquoten und Zahl der COPD-Betroffenen verdeutlichen Handlungsbedarf

Die Zahl der Tabakkonsumenten in Deutschland ist mit 27 Prozent bei Frauen und sogar 33 Prozent bei Männern ab 18 Jahren vergleichsweise hoch5 und Deutschland liegt unter den Staaten mit dem höchsten Tabakkonsum weltweit.6 In Frankreich ist die Situation noch bedenklicher: 34,4 Prozent der französischen Männer und 27,9 Prozent der Frauen rauchen.7 Wenig überraschend also, dass sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Atemwegserkrankungen weit verbreitet sind: Aktuellste Zahlen zur Entwicklung der COPD in Deutschland gingen 2012 von einer Prävalenz bei der erwachsenen Bevölkerung von zehn bis 15 Prozent aus,8 in Frankreich von rund 6 Prozent. Vor dem Hintergrund von ca. 7 Mio. COPD Erkrankten sehen medizinische Fachgesellschaften in Deutschland eine erfolgreiche und schnelle Rauchentwöhnung insbesondere für Raucher mit Atemwegserkrankungen wie COPD als entscheidend an.2

i Online-Befragung unter 352 Patienten mit Atemwegserkrankungen, wie das Schlafapnoesyndrom, Asthma oder COPD. Die Daten wurden im Zeitraum vom 12. Juni bis 5. Oktober 2015 erhoben.

Quellen:

  1. Deutsches Krebsforschungszentrum - Stiftung des öffentlichen Rechts. Gesundheitliche Folgen des Rauchens (online) URL: www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Gesundheitliche_Folgen_des_Rauchens.html (Stand 25.04.2017)
  2. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (2013). Leitlinie 020/005: Tabakentwöhnung bei COPD – S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. Verfügbar unter: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-005l_S3_Tabakentwöhnung_bei_COPD_2014-03.pdf. Zugriff am 08.05.2017.
  3. Ebenda.
  4. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (2009): Die Kosten des Rauchens für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft in Deutschland. Verfügbar unter: www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/AdWfP/AdWfP_Die_Kosten_des_Rauchens.pdf . Zugriff am: 15.06.17.
  5. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Raucherquote bei Erwachsenen. Verfügbar unter: www.rauchfrei-info.de/informieren/verbreitung-des-rauchens/raucherquote-bei-erwachsenen/. Zugriff am 09.05.2017.
  6. Tobacco Atlas (2017): Cigarette use globally. Verfügbar unter: www.tobaccoatlas.org/topic/cigarette-use-globally/ . Zugriff am: 08.07.17
  7. Ebenda.
  8. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (2012). Programm für Nationale Versorgungsleitlinien. Verfügbar unter: www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/copd/copd-vers1.9-lang.pdf. Zugriff am 08.05.2017.

 

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