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27.02.2018

So können sie einer Pneumokokken-Erkrankung vorbeugen

Patienten mit Immunschwäche

  • Eine aktuelle Studie1 zeigt: Nur 4,4 Prozent der immungeschwächten Patienten erhalten in den zwei Jahren nach Diagnose eine Pneumokokken-Impfung
  • Krebspatienten werden am seltensten geimpft
  • Neben Impfungen sind Bewegung, Ernährung und regelmäßige Check-ups wichtige Bausteine der Vorsorge

Patienten mit Immunschwäche haben ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten. Zu den gefährdeten Personen zählen beispielsweise Krebspatienten, Menschen mit Niereninsuffizienz, chronischentzündlichen Erkrankungen wie Rheuma oder Psoriasis oder einer HIV-Infektion. Nach einer aktuellen Studie1 wurden nur 4,4 Prozent der immungeschwächten Patienten in den zwei Jahren nach ihrer Diagnose gegen Pneumokokken geimpft. Innerhalb dieser Studie untersuchten Forscher die Daten von über 200.000 gesetzlich Versicherten.1 Was auffiel: Immungeschwächte Patienten erhalten trotz des erhöhten Risikos, eine durch Pneumokokken bedingte Erkrankung zu erleiden, selten den Vorsorgebaustein der Impfung.

Pneumokokken gehören zur Familie der Streptokokken-Bakterien. Sie können schwere Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung verursachen. Übertragen werden sie durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Husten, Niesen oder Küssen. Mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung, medizinischen Check-ups oder medizinischen Vorsorgemaßnahmen wie einer Impfung kann einer durch Pneumokokken bedingten Erkrankung aber vorgebeugt werden.

Unterschiedliche Impfvorsorgequoten je nach Grunderkrankung

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass die Vorsorge durch Pneumokokken-Impfung je nach Erkrankung variiert. So wurden innerhalb von zwei Jahren nach Diagnose nur 11,5 Prozent der Patienten mit Rheumatoider Arthritis unter einer Therapie mit Immunsuppressiva geimpft; bei den HIV-Patienten war es nur knapp jeder Zehnte. Besonders selten impften die Ärzte chronisch Nierenkranke (5,7 Prozent) sowie Krebspatienten (4,7 Prozent). Die niedrigen Impfraten sind besonders erschreckend, weil eine Pneumokokken-Erkrankung bei Menschen ohne intaktes Immunsystem lebensgefährdend sein kann. Umso alarmierender ist die niedrige Anzahl derjenigen, die durch die Impfung gegen eine durch Pneumokokken bedingte Erkrankung vorsorgen.

So zählt die ambulant, also außerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzündung weltweit zu den häufigsten infektionsbedingten Todesursachen.2 Jährlich erkranken schätzungsweise 400.000 bis 680.000 Erwachsene in Deutschland an ihr.3 Darüber hinaus besagen jüngste Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI), dass zwischen den Jahren 2007 und 2017 etwa 190.000 Menschen in Deutschland an Infektionen gestorben seien, gegen die eine Impfung schützen kann. Dabei komme es laut RKI bei Erkrankungen, die besonders im höheren Lebensalter schwere Krankheitsverläufe verursachten (z. B. bei Pneumokokken-Infektionen), zu einer beträchtlichen Zahl von Todesfällen.4

Weil Patienten mit Immundefiziten oder Immunschwäche gesundheitlich besonders gefährdet sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI ihnen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen.5 Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten der Pneumokokken-Impfung für die betroffenen Personen.

Hausärzte können über Vorsorge beraten

Bei den in der Studie untersuchten Patienten führte in neun von zehn Fällen der behandelnde Hausarzt die Pneumokokken-Impfung durch. Obwohl besonders gefährdete Personen wie HIV-Patienten, Rheumatiker, Nierenpatienten oder Krebspatienten in der Regel kontinuierlich den Facharzt besuchen, ist für viele Patienten – ganz gleich unter welcher Grunderkrankung sie leiden – der Hausarzt der Hauptansprechpartner für Fragen rund um ihre Gesundheit.

Hintergründe der Studie:

Einschlusskriterien der repräsentativen Stichprobe aus rund vier Millionen Versicherten aus der InGef-Forschungsdatenbank (Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin) waren: Sie zählten ab dem Jahr 2013 oder 2014 zu den Patienten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung (Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem oder erworbenem Immundefekt bzw. Immunsuppression), waren vorher mindestens zwei Jahre ohne dokumentierte Immunschwäche versichert sowie mindestens zwei Jahre alt. Ihre Daten wurden bis Ende der Studienperiode oder bis zum Tod vom WIG2 beobachtet.

Quellen:

  1. Nils Kossack, Niklas Schmedt; 24. Jahrestagung der GAA, Pneumokokkenimpfraten bei immungeschwächten Patienten in Deutschland; Abstract 100, 30.11.2017 Erfurt
  2. European Respiratory Society (ERS). European Lung White Book – Chapter 18. Abrufbar unter www.erswhitebook.org/chapters/acute-lower-respiratory-infections/pneumonia
  3. Schnoor M et al., The CAPNETZ study group – Approaches to estimate the population-based incidence of community acquired pneumonia, J Infect 2007; 55: 233-9
  4. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der FDP. Drucksache 19/179
  5. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 37/2016,
    www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/37_16.pdf?__blob=
    Zweite Referenz

 

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