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05.02.2020

„Wollen wir in der Krebsmedizin Innovator oder Importeur sein? Deutschland und Europa stehen an einem Scheideweg“

Ein Plädoyer für eine stärkere Vernetzung in der Krebsforschung, mehr Translation von Forschungsergebnissen in Europa, mehr Inventionen, gesunde Ökosysteme und einen attraktiven Markt. Von Carl Janssen, Leiter der Onkologie von Pfizer in Deutschland.

"Der rasante Fortschritt in der Krebsmedizin allein in den letzten zehn Jahren war nur möglich durch eine Zusammenarbeit in internationalen Netzwerken. Doch sind die Kooperationen in europäischen Netzwerken ausbaufähig. Die USA und China sind deutlich besser vernetzt – und zwar sowohl innerhalb dieser beiden Länder als auch untereinander. Dies ist eines der Ergebnisse einer Analyse*, die wir als forschendes, im Feld der Onkologie auch in Deutschland und Europa sehr aktives Unternehmen in Auftrag gegeben hatten. Die Untersuchung belegt: Auch in Europa wird Spitzenforschung geleistet. Doch ist der Austausch der großen europäischen Länder (England, Frankreich, Deutschland, Italien) miteinander weniger intensiv als der Austausch, den jedes dieser Länder für sich mit den USA pflegt. Das heißt, wir schöpfen das Potenzial Europas in der Onkologie nicht aus.

Und die Analyse deckt einen weiteren eklatanten Punkt auf. Sie zeigt, dass es in Europa an einer Translation der Forschungsergebnisse in Wertschöpfung mangelt. Wenn die Wertschöpfung jedoch nicht hier in Deutschland und Europa stattfindet, drohen wir hier zunehmend vom medizinischen Fortschritt abgekoppelt und damit abhängig von anderen zu werden.

Ich ziehe daraus den Schluss, dass wir unsere Bedeutung in der Krebsforschung nur halten können, wenn wir als Europa gemeinsam handeln. Wir brauchen mehr Vernetzung untereinander und gesunde Ökosysteme, wenn wir nicht zu einem Importeur von Innovationen werden wollen. Ich wünsche mir ein Europa auf Augenhöhe mit den „Hubs“ USA und China, damit wir gemeinsam mehr medizinischen Fortschritt erreichen und weil Patientinnen und -patienten mit Krebs auf diesen Fortschritt dringend angewiesen sind."

 

* Der Report „’Zentrum oder Peripherie?’ Europas Stellung in der globalen Forschungslandschaft – Netzwerkanalyse am Beispiel der Onkologie“ basiert auf einer Netzwerk- und Resilienzanalyse der globalen wie nationalen Innovationssysteme im Feld der Onkologie. Die von FAS Research im Auftrag von Pfizer durchgeführte Analyse beruht u. a. auf einer Zeitreihen-Auswertung von Millionen wissenschaftlicher Publikationen, Zehntausender Patente, Clinical Trials und Biotech Startups. Der vollständige Report in Druckform ist unter Angabe der Postadresse auf Anfrage erhältlich ([email protected]), die digitale Version können Sie hier herunterladen. 

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