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Impfschutz

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Lebenslanges Impfen – nachhaltiger Schutz für den Einzelnen und die Gesellschaft

Impfungen schützen Menschen vor schweren Erkrankungen, die mitunter tödlich enden können. Dabei können Impfungen nicht nur das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern stärken, sondern auch von älteren Menschen oder immunschwachen Personen, die zum Beispiel an einer chronischen Erkrankung wie Rheuma oder an Krebs leiden. Infektionskrankheiten verlaufen bei ihnen oft schwerwiegender und erhöhen das Sterberisiko.

Auf dem Bild zu sehen ist ein Kampf des Körpers gegen Eindringlinge: Drei Bakterien (Streptococcus Pneumoniae), die von einem weißen Blutkörperchen angegriffen werden.
Der Körper wehrt sich gegen Eindringlinge: Drei Bakterien (Streptococcus Pneumoniae), die von einem weißen Blutkörperchen angegriffen werden. (Quelle: Centers for Disease Control and Prevention (CDC))

Forschung

Wir forschen an neuen Impfstoffen.

Unser Ziel ist es, bestehende Impfungen weiter zu verbessern und neue Impfstoffe zum Schutz gegen Erkrankungen zu entwickeln. Pfizer stellt Impfstoffe gegen schwerwiegende Infektionskrankheiten her. Hierzu zählen Impfstoffe gegen folgende Erreger:

  • Pneumokokken: Die Bakterien können zum Teil lebensbedrohliche Entzündungen der Lunge, der Hirnhaut sowie Mittelohrentzündungen verursachen.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Das vorwiegend durch Zecken übertragene FSME-Virus kann schwerwiegende Hirnhautentzündungen, die zu Lähmungen oder gar zum Tod führen können, verursachen.
  • Meningokokken: Die Bakterien können schwerwiegende Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen verursachen, die zum Tod führen können.

Derzeit forschen wir an neuen Generationen bestehender Impfstoffe, an Impfungen für Schwangere, an Impfstoffen gegen schwere bakterielle Infektionen, zum Beispiel hervorgerufen durch sogenannte Krankenhauskeime, und an therapeutischen Impfungen – beispielsweise Impfungen gegen Krebs.

Meilensteine der Medizin

Impfungen als Errungenschaft der Medizin

Was sich in den vergangenen 150 Jahren in der Medizin getan hat und wie im gleichen Zeitraum die Lebenserwartung der Menschen gestiegen ist.

Warum ist die Forschung an neuen Impfstoffen wichtig?

„Grundsätzlich gilt, dass die Impfforschung niemals stillstehen kann, da sich Bakterien und Viren verändern. Wir sind immer noch und immer wieder aufs Neue mit schweren Infektionskrankheiten konfrontiert, gegen die es keinen Impfstoff gibt, ausgelöst etwa durch Bakterien wie Clostridioides difficile. Ein relativ neues Feld sind sogenannte therapeutische Impfstoffe, etwa gegen Krebserkrankungen. Hier besteht noch großes Potenzial.“ 

Prof. Dr. med. Christof von Eiff

Medizinischer Mikrobiologe und Infektionsepidemiologe, Leiter der medizinischen Abteilung im Bereich der Impfstoffe von Pfizer in Deutschland

Impfstoffe gegen getarnte Bakterien in Zuckerhüllen

Wenn Bakterien, die Krankheiten wie Hirnhaut- oder Lungenentzündung verursachen, mit Zucker umhüllt sind, wird es gefährlich: Denn sie nutzen den Zucker als Tarnung. Mit modernen Konjugatimpfstoffen konnte man dem Immunsystem beibringen, diese Mikroben zu erkennen und zu bekämpfen.

Unsichtbar für das Immunsystem

Bakterien, die eine Kapsel aus Polysacchariden besitzen, können sich vor dem Immunsystem verstecken. Durch die Kapsel können einige Zellen der angeborenen Immunabwehr das Bakterium nicht erkennen und bekämpfen. Diese Fresszellen stellen die erste Line der Immunabwehr dar.

Weitaus effektiver sind B-Lymphozyten, die Teil der erlernten Immunabwehr sind. Diese erkennen bakterielle Strukturen (Antigene) über spezielle Rezeptoren und werden so aktiviert. Die Aktivierung der B-Lymphozyten wird durch T-Lymphozyten unterstützt. Nach Aktivierung produzieren B-Lymphozyten Antikörper und schütten diese aus, was dann zum Abtöten der Erreger führt. Zusätzlich werden Gedächtniszellen gebildet, die bei einer erneuten Infektion schnell mit dem Ausschütten von Antikörpern reagieren können.

 T-Lymphozyten werden durch Polysaccharide allein nicht in ausreichendem Maße stimuliert. Dadurch kommt es zu einer verminderten Aktivierung von B- Lymphozyten und somit zu einer schwachen und kurzfristigen Immunantwort gegen Bakterien mit Polysaccharidkapsel.

So funktioniert ein Polysaccharid-Impfstoff 

Reine Polysaccharid-Impfstoffe können das Immunsystem nicht ausreichend stimulieren. Es entsteht eine nur schwache und kurzfristige Immunreaktion, da T- und B-Lymphozyten nicht ausreichend aktiviert werden und sich keine Gedächniszellen bilden.

Darum werden für die Impfung gegen Bakterien mit Polysaccharidkapsel Konjugatimpfstoffe verwendet. Dabei wird das Polysaccharid mit einem Protein verbunden (konjugiert). Dadurch werden T- und B-Lymphozyten ausreichend aktiviert und die Wirkung der Impfung stark erhöht.

Herstellung

So entsteht ein Impfstoff gegen Viren

Es dauert mehrere Monate, teilweise auch Jahre, bis ein Impfstoff produziert ist. Impfstoffe sind komplexe biologische Produkte, daher ist ihre Herstellung sehr aufwendig. Schließlich unterliegen Impfstoffe wie Arzneimittel höchsten Qualitätsstandards in der Herstellung. Voraussetzung für die Produktion des Impfstoffs sind höchste Sicherheit für das Produkt und die MitarbeiterInnen sowie Keimfreiheit. Während des gesamten Prozesses wird jedes Zwischenprodukt getestet, als Teil der laufenden Qualitätskontrolle. Dies sind einige wesentliche Schritte am Beispiel eines Impfstoffs gegen eine Viruserkrankung.

Zellkultur infizieren

Impfstoffe werden dadurch herstellt, dass man den gefährlichen Erreger in großen Mengen herstellt. Im Anschluss wird er inaktiviert, sodass er nicht mehr krank machen kann, der Körper aber eine schützende Immunreaktion gegen den Erreger aufbauen kann. Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Sie brauchen lebende Zellen, um sich vermehren zu können. Daher werden sie in Zellkulturen vermehrt. Die Infektion dieser Zellkultur findet hinter luftdicht verschlossenen Türen statt. Ausgehend von einer Sicherheitswerkbank wird das aktive Virus durch Edelstahlrohre in acht Bioreaktoren à 100 Liter geleitet. Dort können die Zellen wachsen und die Viren sich vermehren (Upstream).

Edelstahltank, aus dem Viren über eine Zentrifuge geerntet werden.

Viren ernten

Anschließend werden die Viren über eine Zentrifuge geerntet und chemisch in speziellen Tanks inaktiviert. Die inaktivierte Viruslösung ist die Grundlage für den Impfstoff. Die Viren können sich nun nicht mehr vermehren und keine Infektion hervorrufen, aber sie können das Immunsystem auf das Erkennen des Erregers trainieren.

Forscher öffnet Edelstahlrohr im Labor.

Impfstoff reinigen

Diese chemische Verbindung wird schließlich mit den anderen Nebenprodukten, die im biotechnologischen Prozess entstehen, in einer Ultrazentrifuge mit 110.000-facher Erdbeschleunigung wieder herausgereinigt (Downstream). Übrig bleibt eine hochreine und hochkonzentrierte Virussuspension.

Flaschen in einem Laborregal gefüllt mit einer hochreinen und hochkonzentrierten Virussuspension.

Suspension lagern

Bei  -30°C wird die aufgereinigte Virussuspension gelagert, bis sie die Reise zur Abfüllung antritt.

Große Maschine aus Metall füllt die Virussuspension ab.

Impfstoff abfüllen

Schließlich wird die Virussuspension verdünnt und in Spritzen abgefüllt. Unter strengster Einhaltung der Kühlkette wird der Impfstoff ausgeliefert.

Prävention

Im deutschen Gesundheitssystem werden seit jeher Leistungen honoriert, die bei der Behandlung von Patienten erbracht werden. Dabei setzt unser System zu wenig Anreize zur Vermeidung von Krankheiten. Vorsorge und Prävention, darunter auch Impfungen, kommen zu kurz. Wenn es uns besser gelingt, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen, wären wir einen großen Schritt weiter.

Aylin Tüzel, Leiterin des Bereichs Impfstoffe bei Pfizer in Deutschland:

„Gesundheitsvorsorge in Deutschland – Mehr Orientierung und Anreize sind nötig!“

Umdenken im Gesundheitssystem

Drei mögliche Ansatzpunkte für eine Präventionswende

  • Gesundheit steht zukünftig stärker im Vordergrund als Krankheit: Aktuell fließen nur 3 Prozent der Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen in die Vorsorge. Ein stärkerer politischer Wille, mehr in Vorsorge zu investieren, könnte viel bewegen.
  • Vorsorge muss einfach sein: Die Menschen wünschen sich mehr Anreize und Erinnerungen, um Vorsorgeangebote auch zu nutzen. Es wäre ein großer Mehrwert, wenn es gelingt, den Zugang zu Vorsorgeangeboten einfacher zu gestalten – ohne Termin und Wartezeit. Auch die Digitalisierung bietet uns Chancen, zum Beispiel in Form eines elektronischen Impfpasses, der automatisiert Erinnerungen für Auffrischimpfungen verschickt. Wir können aber auch innerhalb des Gesundheitssystems noch mehr Anreize setzen, Vorsorge proaktiv anzubieten.
  • Mehr Orientierung: Wir sollten weiterhin gemeinsam an einer besseren Aufklärung arbeiten, zum Beispiel mit Informationskampagnen für mehr Vorsorge. Gleichzeitig brauchen wir aber auch stärkere Bemühungen, die Menschen im täglichen Alltag, der Schule oder am Arbeitsplatz zu erreichen – zum Beispiel durch den öffentlichen Gesundheitsdienst. Nur wer Vorsorgemaßnahmen kennt und versteht, kann sie auch nutzen.

Investitionen und Mühen gerade in der Frage, die Vorsorge der Menschen zu verbessern, lohnen sich. Denn was wir heute in Präventionsmaßnahmen investieren, zahlt sich in der Zukunft aus.

Prävention in Deutschland

Wenn das Auto mehr Fürsorge bekommt als die Gesundheit

Wem schenken die Deutschen mehr Aufmerksamkeit: der Zuverlässigkeit ihrer Autos oder der eigenen Gesundheit? Eine rhetorische Frage, mag man meinen. Aber weit gefehlt. 

4 gute Gründe für das Impfen

Impfen hat einen positiven Einfluss auf viele Lebensbereiche

  1. Fortschritt
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    Fortschritt

    Impfungen sind eine der größten Errungenschaften der Medizin

    Impfungen sind ein lebender Beweis für den medizinischen Fortschritt. Mit Ausnahme von sauberem Trinkwasser hat keine andere Maßnahme mehr Leben gerettet. Durch einen Impfschutz können Infektionskrankheiten verhindert werden, die zuvor nur schwer behandelbar waren und bei denen ein Risiko besteht, dass Betroffene trotz erfolgreicher Behandlung Folgeschäden davontragen. Bei einer hohen Durchimpfungsrate ist es sogar möglich, Infektionskrankheiten vollständig zu überwinden. Lebensbedrohliche Krankheiten wie Diphtherie, Polio oder Pocken kommen heute entweder deutlich seltener oder gar nicht mehr vor, weil hohe Teile der Bevölkerung gegen die Erreger geimpft wurden bzw. sind. 

  2. Gesellschaft
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    Gesellschaft

    Impfen schützt auch andere

    Nicht alle Menschen können geimpft werden, beispielsweise weil ihr Immunsystem nicht reif oder stark genug dafür ist. Der sogenannten Herdenimmunität verdanken wir, dass diese Menschen trotzdem vom Impfschutz profitieren. Denn je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger können sie Krankheitserreger an nicht geimpfte Personen übertragen und desto größer ist der Schutz für die Gesellschaft als Ganzes. Bei einer hohen Immunität in der Bevölkerung kann ein Erreger nicht weiter übertragen werden. Impfraten in Deutschland sind seit Jahren rückläufig, was zur Folge hat, dass sich schon besiegt geglaubte Erkrankungen wieder ausbreiten. Aktuelle Beispiele sind Masern, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und sogar Kinderlähmung. 

  3. Sicherheit
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    Sicherheit

    Herausforderungen durch demografischen Wandel und internationale Mobilität

    Der demografische Wandel und die zunehmende internationale Mobilität der Menschen bringen neue gesundheitliche Risiken mit sich. Erreger werden schneller verbreitet, und die Zahl älterer, Personen wächst. Im Alter kommt es – wie bei Muskeln – auch beim Immunsystem zu einem Abschwächen der Funktion. Darum bieten Impfungen für Ältere sowie kommende Generationen einen wichtigen Schutz. Dieser ist aber nur wirksam, wenn die Durchimpfungsraten so hoch wie möglich sind und die Herdenimmunität voll wirksam ist.

  4. Wirtschaftlichkeit
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    Wirtschaftlichkeit

    Wer durch Impfen vorsorgt, muss nicht nachsorgen

    Und schließlich gibt es auch eine volkswirtschaftliche „Schutzdimension“ beim Impfen: Durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen wie Grippe oder Lungenentzündung bedeuten mitunter eine große wirtschaftliche Belastung für unser Gesundheitssystem, zum Beispiel durch längere Krankenhausaufenthalte und die entsprechende medikamentöse Behandlung. Die ist gerade vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft hochrelevant. Die Kosten für einen intakten Impfschutz sind relativ gering. Im Verhältnis zu den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland machen Impfungen weniger als ein Prozent aus. Eine bessere Impfvorsorge wäre ein wichtiger Schritt zu einem nachhaltigen Gesundheitssystem. Impfungen sind eine nachweislich kosteneffektive Präventionsmaßnahme und haben gerade bei Erwachsenen noch viel Potenzial, Infektionen zu verhindern und damit Behandlungskosten zu sparen. 

Weiterführende Informationen und Angebote über Impfungen und speziell FSME finden Sie unter folgenden Links: