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HomePressePressemitteilungenFAQ: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – die richtige Vorsorge ist entscheidendIn 14 von 16 Bundesländern Zecken an Sportstätten gefundenFAQ: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) –
die richtige Vorsorge ist entscheidend
Was ist FSME und welche Symptome treten auf?

Bei FSME handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems. Folgen können dauerhafte Schäden wie zum Beispiel Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sein. In Einzelfällen sind Betroffene ans Bett gefesselt oder auf einen Rollstuhl angewiesen. Bei schweren Verläufen kann FSME sogar tödlich enden.

Ausgelöst wird die Erkrankung durch das FSME-Virus, das in Deutschland vor allem von Zecken (primär Gemeiner Holzbock; lat. Ixodes ricinus) übertragen wird. Die Bezeichnung „Frühsommer“ ist hierbei irreführend, da das Risiko einer Infektion nahezu ganzjährig besteht. FSME ist nicht mit Medikamenten heilbar, man kann sich jedoch durch Impfen schützen.

Wie verläuft FSME?

Nach dem Zeckenstich kann der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich aussehen. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen verläuft FSME in zwei Phasen. Zunächst treten unspezifische grippeähnliche Symptome wie Müdigkeit oder Fieber auf. Im Anschluss kann eine vorübergehende Besserung eintreten, in einer zweiten Erkrankungsphase kann es dann zu hohem Fieber und einer Beteiligung des zentralen Nervensystems kommen. In 50 Prozent der Fälle resultiert das in einer Hirnhautentzündung (Meningitis), in 40 Prozent in einer zusätzlichen Gehirnentzündung (Enzephalitis) und in ca. 10 Prozent der Fälle haben Betroffene sogar eine Gehirn- und Rückenmarksentzündung. Vermehrt sich das Virus in Gehirn und Rückenmark, kann die Infektion außerdem schwere Verläufe und bleibende Schäden wie dauerhafte Lähmungen oder Schluck- und Sprechstörungen hervorrufen. In seltenen Fällen (≤ 1%)1 kann die Erkrankung sogar tödlich enden.

Wo liegen die FSME-Risikogebiete?

Aktuell gibt es bundesweit 178 FSME-Risikogebiete. Für Deutschland bedeutet das: Mehr als 40 Prozent aller Stadt- und Landkreise sind betroffen. Die Gefahr, von einer FSME-infizierten Zecke gestochen zu werden, ist in Süd- und Mitteldeutschland besonders hoch. Hierzu gehören große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile von Hessen, Sachsen und Thüringen. Im Jahr 2023 kamen mit dem Stadtkreis München, dem Landkreis Fürstenfeldbruck (beide in Bayern) und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) drei neue Risikogebiete dazu.

Die Verbreitung von FSME ist längst kein rein süddeutsches Phänomen mehr: In den letzten Jahren wurden immer mehr Stadt- und Landkreise im Norden und Osten Deutschlands als Risikogebiet eingestuft, darunter auch Teile Brandenburgs und das niedersächsische Emsland. Zudem ist das FSME-Virus in anderen Teilen Europas, wie zum Beispiel in Finnland, Schweden, Österreich, Kroatien, Polen, Tschechien oder der Schweiz verbreitet.2

Besteht auch außerhalb der FSME-Risikogebiete ein Infektionsrisiko?

Zecken sind inzwischen deutschlandweit aktiv, Menschen können überall im Grünen mit ihnen in Kontakt kommen. Dabei gilt, dass Zecken in den FSME-Risikogebieten zwar häufiger FSME-Erreger in sich tragen, es aber auch außerhalb der Risikogebiete zu Infektionen kommen kann. Im Zeitraum 2002 bis 2022 wurden laut dem Robert Koch-Institut (RKI) 191 Fälle außerhalb der ausgewiesenen FSME-Risikogebiete gemeldet.2 Wenn in einem Kreis besonders viele FSME-Fälle pro 100.000 Einwohner:innen auftreten, kann dieser vom RKI als FSME-Risikogebiet ausgewiesen werden – so wie bei dem niedersächsischen Emsland, das seit dem Jahr 2019 zu den FSME-Risikogebieten zählt.3

Impfen – der zuverlässigste Schutz vor FSME

Laut Expert:innen des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die FSME-Impfung die zuverlässigste Vorsorgemaßnahme, um das Risiko einer Erkrankung nach einem Stich durch eine FSME-infizierte Zecke zu minimieren. Denn FSME ist derzeit nicht mit Medikamenten heilbar. Anders als bei Borreliose ist FSME auch nicht mit Antibiotika behandelbar, da es sich dabei um eine Virusinfektion handelt.

Die in Deutschland verfügbaren FSME-Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich.

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich in Risikogebieten aufhalten und dort mit Zecken in Kontakt kommen können. Das bedeutet, dass die FSME-Impfung auch Personen empfohlen wird, die zum Beispiel einen Ausflug oder Kurztrip in ein Risikogebiet planen. Typische Aktivitäten mit FSME-Risiko umfassen all jene, bei denen man sich im Grünen aufhält, wie etwa beim Grillen im Park, beim Ausführen des Vierbeiners oder bei einem Besuch auf dem Sportplatz oder im Biergarten. Die in Deutschland verfügbaren FSME-Impfstoffe sind für Kinder ab einem Jahr zugelassen.4

Wieso sollten auch Kinder gegen FSME geimpft werden?

Kinder verbringen beim Spielen viel Zeit in der Natur und können dabei mit Zecken in Berührung kommen. Daraus ergibt sich ein höheres Risiko für eine FSME-Infektion. Obwohl FSME bei Kindern in der Regel einen milderen Verlauf nimmt als bei Erwachsenen, können auch bei ihnen schwere Verläufe auftreten und es kann zu bleibenden Schäden wie Lernschwierigkeiten und Konzentrationsschwächen kommen. Die FSME-Impfung ist für Kinder ab einem Jahr möglich und wird von der STIKO für alle Kinder empfohlen, die im FSME-Risikogebiet leben oder sich dort aufhalten und mit Zecken in Kontakt kommen können – also zum Beispiel auch dann, wenn etwa die Großeltern im Schwarzwald besucht werden.

Wo kann man sich gegen FSME impfen lassen?

Der erste Anlaufpunkt für eine Beratung für die FSME-Impfung sind in der Regel die Haus- und Kinderärzt:innen. Besonders praktisch: Eltern können bei Kinderärzt:innen nicht nur ihren Nachwuchs, sondern auch sich selbst gegen FSME impfen lassen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich auch bei anderen Fachärzt:innen wie Gynäkolog:innen oder Reisemediziner:innen gegen FSME impfen zu lassen. Generell empfiehlt es sich, den Impfpass zu jedem Arztbesuch mitzunehmen, damit keine Auffrischungsimpfung vergessen wird. Oft können dann fehlende Impfungen direkt nachgeholt werden.

Wann sollte man sich gegen FSME impfen lassen?

Grundsätzlich lässt sich die FSME-Grundimmunisierung zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Jahr beginnen. Der ideale Zeitpunkt für die FSME-Impfung ist im Winter, da die Zeckengefahr in der kalten Jahreszeit am geringsten ist und man so schon für den Start der Zeckensaison im Frühjahr vorsorgen kann. Für einen umfassenden Impfschutz vor FSME sind insgesamt drei Impfungen nötig. Die ersten beiden Impfungen erfolgen in einem Abstand von ein bis drei Monaten, die dritte – je nach Impfstoff – frühestens nach fünf und spätestens nach zwölf Monaten. Je nach Impfstoff und Alter sollte der Impfschutz alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Ist auch ein kurzfristiger FSME-Impfschutz möglich?

Ja, der Aufbau eines kurzfristigen FSME-Impfschutzes ist möglich. Wer spontan einen Ausflug oder Urlaub in einem FSME-Risikogebiet plant, kann von der sogenannten Schnellimmunisierung profitieren. Innerhalb weniger Wochen kann so ein FSME-Impfschutz für die aktuelle Zeckensaison aufgebaut werden.

Ist die Impfung gut verträglich?

Impfstoffe zählen zu den sichersten Arzneimitteln. Sie werden unter höchsten Qualitätsstandards hergestellt und unterliegen einer ständigen Kontrolle durch die deutsche Arzneimittelaufsicht. Die in der Europäischen Union zugelassenen FSME-Impfstoffe für Erwachsene und Kinder wurden über viele Jahre in umfangreichen Zulassungsstudien geprüft und werden heute millionenfach verabreicht. Die FSME-Impfung ist für Erwachsene und Kinder in der Regel gut verträglich.

Werden die Kosten bei der FSME-Impfung übernommen?

Alle Personen, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder planen, in ein deutsches Risikogebiet zu verreisen, haben bei den gesetzlichen Krankenkassen Anspruch auf Kostenübernahme der FSME-Impfung. Für Reisen in ausländische FSME-Risikogebiete werden die Kosten von vielen Krankenkassen erstattet.

Gut zu wissen: Da die FSME-Impfung bei entsprechender Indikation eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen ist, sollten die meisten Arztpraxen den Impfstoff in der Regel vorrätig haben. Für alle Personen, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder einen Ausflug dorthin planen, bedeutet das, dass die Impfung üblicherweise nicht mit eigenen Kosten verbunden ist und schnell und unkompliziert erfolgen kann.

Wie hoch ist die FSME-Impfquote?

Die für das Jahr 2020 vom RKI genannten FSME-Impfquoten zeigen große Unterschiede innerhalb der im selben Jahr ausgewiesenen Risikogebiete. Das belegen vor allem die Impfquoten von 21,1 Prozent in Bayern, 16,5 Prozent in Baden-Württemberg, 16,7 Prozent in Hessen, 19,7 Prozent in Niedersachsen, 13,9 Prozent in Rheinland-Pfalz, 9,7 Prozent im Saarland, 18,7 Prozent in Sachsen und 29,3 Prozent in Thüringen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es für eine flächendeckende FSME-Vorsorge in den Risikogebieten noch ein weiter Weg ist.2

Neben einem regelmäßigen Impfpass-Check sollten Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder planen, dorthin zu reisen, proaktiv das Gespräch mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin suchen und sich zur FSME-Impfung beraten lassen. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden.

Quellen:
  1. Gesundheitsinformation.de. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Online unter: https://www.gesundheitsinformation.de/fruehsommer-meningoenzephalitis-fsme.html#:~:text=Sie%20kommt%20bei%20%C3%A4lteren%20Menschen,verstirbt%20an%20einer%20schweren%20FSME.;
    letzter Aufruf: 19.12.2023.

  2. Robert Koch-Institut: FSME-Risikogebiete in Deutschland. Epid Bull 2023; 9:3-26.

  3. Robert Koch-Institut: FSME-Risikogebiete in Deutschland. Epid Bull 2019; 7:1-18.

  4. Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2023. Epid Bull 2023; 4:2-68.

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