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28.09.2020

Zehn Thesen für eine zukunftsfähige Gesundheitsvorsorge

‚Berliner Erklärung‘ sieht Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe – sie ist unter www.vorsorgederzukunft.de abrufbar

Berlin, 28. September 2020. Mit einem Zehn-Punkte-Plan macht sich ein breites Bündnis gesundheitspolitischer Akteure für einen höheren Stellenwert der Gesundheitsvorsorge in Deutschland stark. „Konsequent gedachte Vorsorge muss weit über die Grenzen des Gesundheitssystems hinaus reichen und viele gesellschaftliche Bereiche wie Bildung, Arbeit, Verkehr und Umwelt miteinschließen“, so Prof. Dr. Reinhard Busse, der wissenschaftliche Leiter der Initiative. Der Gesundheitsökonom von der Technischen Universität Berlin hat die sogenannte ‚Berliner Erklärung‘ auf dem virtuellen Hauptstadtkongress vorgestellt. Hervorgegangen ist sie aus der im Frühjahr 2019 gegründeten Initiative ‚Gesundheitsvorsorge der Zukunft‘ von Springer Medizin (Ärzte Zeitung) und dem forschenden Pharmaunternehmen Pfizer.

„Auch jenseits des Gesundheitssystems wird über Gesundheit und Gesundheitschancen entschieden“, so Prof. Dr. Reinhard Busse. Deshalb müsse für eine nachhaltige Vorsorge das Prinzip ‚Health in All Policies‘ – ‚Gesundheit in allen Politikfeldern‘ – umgesetzt werden. Das seit 2015 gültige Präventionsgesetz unterstreiche zwar den politischen Willen, mehr für die Gesundheitsvorsorge zu tun. Es greife allerdings zu kurz. Die Covid-19-Pandemie zeige eindrucksvoll, dass Gesundheit systemisch relevant für alle Bereiche der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens sei. Gesundheit gehöre somit in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen.

Wie die Gesundheit der Bevölkerung grundlegend verbessert werden könne, stellt die ‚Berliner Erklärung‘ anhand von zehn Leitprinzipien vor und benennt jeweils konkrete Maßnahmen. Dazu zählt etwa ein Gesundheitskabinett, das darauf achtet, dass Gesundheit in politischen Entscheidungen mitbedacht wird, also etwa auch in der Wirtschafts-, Agrar- oder Verkehrspolitik. Vorgeschlagen wird die Stärkung gesundheitlicher Themen an Kindergärten und Schulen sowie der Ausbau nicht-ärztlicher Berufe hin zu Präventionsberufen, beispielsweise Pflegepersonal oder Apotheker. Ärzte bräuchten mehr Anreize für Präventionsarbeit, und Hürden zu wichtigen Präventionsmaßnahmen wie Impfungen sollen abgebaut werden. Außerdem gelte es, Präventionsleistungen auf vulnerable Gruppen wie etwa sozial Schwache oder ältere Menschen zuzuschneiden, da sie sonst nur die ohnehin Gesundheitsbewussten erreichen. Versorgungsdaten müssten genutzt werden, um Präventionslücken zu erkennen und bessere Vorsorgemodelle zu entwickeln. Konsequente Datennutzung brauche es auch, um Medikationsfehler zu verhindern und unnötige medizinische Leistungen zu vermeiden. Nicht zuletzt sollten gesundheitsfördernde Produkte und Aktivitäten vom Staat steuerlich begünstigt, schädliche hingegen verteuert werden.

Die Berliner Erklärung wurde in drei interdisziplinären Zukunftswerkstätten mit mehr als 40 Experten entwickelt. Mit am Tisch saßen niedergelassene Haus- und Fachärzte, Gesundheitswissenschaftler und Gesundheitsökonomen, Patientenvertreter, Krankenkassen, Start-up-Unternehmer und Akteure der Selbstverwaltung.

„Ich hoffe sehr, dass wir mit der ,Berliner Erklärung‘ einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Präventionsgesetz als lernendes System zu begreifen und es dort ergänzen, wo es notwendig und wichtig wäre“, sagt Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der Ärzte Zeitung vom Springer Medizin Verlag. Dazu gelte es rauszukommen aus dem bisherigen Silodenken.

„Prävention ist ein Schlüssel zu einem zukunftsfähigen Gesundheitssystem“, sagt Martin Fensch, Mitglied der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland. „Die Last der lebensstilbedingten Erkrankungen ist in unserem Gesundheitssystem zu hoch. Wir stecken zu viele Mittel in die medizinische Reparatur.“ Mehr als jeder Dritte Krebsfall könne durch Vorsorgeprogramme verhindert werden, und viele Infektionskrankheiten wie beispielsweise die Grippe ließen sich durch höhere Impfraten vermeiden. Intelligente Nutzung von Gesundheitsdaten könne Krankheitsrisiken erkennen, lange bevor der „Reparaturbetrieb Gesundheitswesen“ angeworfen werden müsse.

‚Berliner Erklärung‘ unter www.vorsorgederzukunft.de

Pfizer – Breakthroughs that change patients’ lives

Wenn Menschen krank werden, können sich viele Dinge für sie verändern – ein oft schwieriger Weg beginnt. Bei Pfizer arbeiten weltweit mehr als 10.000 ForscherInnen und insgesamt mehr als 90.000 MitarbeiterInnen daran, sie auf diesem Weg zu unterstützen. Sie entwickeln, produzieren und vertreiben innovative Medikamente und Impfstoffe, die das Leben von PatientInnen verlängern und verbessern.

Hauptsitz von Pfizer ist in New York. In Deutschland sind mehr als 2.500 MitarbeiterInnen an drei Standorten tätig: Berlin, Freiburg und Karlsruhe. Das Werk in Freiburg ist Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Industrie 4.0.

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