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HomeNewsroomNews & StoriesSepsis: Symptome, Ursachen und BehandlungSepsis: Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. In unseren Krankenhäusern versterben mehr Menschen daran als in Kliniken vergleichbarer Gesundheitssysteme. Das liegt häufig an mangelnder Kenntnis oder „Awareness“, so dass nicht schnell genug gehandelt wird. Bei einer Sepsis muss man sofort reagieren, sonst riskiert man Langzeitschäden oder Tod. Was Sie über die Sepsis wissen müssen.

Was ist eine Sepsis?

Die Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und endet unbehandelt fast immer tödlich. Sie kann aus jeder Form von Infektion entstehen, seien es eine entzündete Wunde, ein grippaler Infekt, eine Blasen- oder eine Lungenentzündung oder eine Entzündung durch eine OP-Schraube im Körper und weiteres mehr.

Bei einer Sepsis ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage, die lokale Infektion in Schach zu halten. Die Erreger dringen in den Blutkreislauf und der Körper fährt seine Abwehrsysteme so weit hoch, dass dabei die eigenen Organe geschädigt werden. Das kann bis zum septischen Schock führen, gefolgt vom Multiorganversagen. Da die überschießende körpereigene Abwehrreaktion die Gewebe und Organe schädigt, ist der umgangssprachlich oft verwendete Begriff einer „Blutvergiftung“ eigentlich medizinisch nicht zutreffend.

Wie häufig ist Sepsis?

In Deutschland erleiden jedes Jahr mindestens 230.000 Menschen eine Sepsis, mindestens 85.000 von ihnen sterben daran. Mehr als 10.000 Kinder in Deutschland sind betroffen, davon sterben mehr als 16 Prozent. Damit ist die Sepsis eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Viele dieser tragischen Verläufe könnten durch rechtzeitiges Handeln verhindert werden. Dazu muss mehr Bewusstsein für die Sepsis geschaffen werden: Im australischen Bundesstaat Victoria wurde die Sepsis-Krankenhaussterblichkeit durch das Programm „An Sepsis denken und schnell handeln“  innerhalb eines Jahres von 17,5 Prozent auf 11,3 Prozent gesenkt. Die Behandlungskosten reduzierten sich um 11,7 Millionen Dollar, bei Kampagnenkosten von 1,8 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Eine Auswertung von zehn deutschen Krankenhäusern zeigte bei Sepsis-Fällen mit gleichem Schweregrad eine Sterberate von 27,8 Prozent.

Wie erkennt man eine Sepsis? Die wichtigsten Symptome:

„Krank wie noch nie“ – so beschreiben viele Betroffene im Nachhinein ihr Gefühl. Er habe sich gefühlt wie eine Kerze unter Glas – die Lebenslichter gingen aus –, berichtet ein Patient:innen bei Deutschland erkennt Sepsis. Typische Symptome sind Fieber (das aber nicht immer auftritt), Schüttelfrost, schneller Puls und Herzrasen, Kurzatmigkeit, Verwirrtheit, Schmerzen und große Schwäche. Auch kalte Hände, Arme, Beine und Füße, die schlecht durchblutet – man spricht auch von „marmoriert“ – aussehen, können zusätzlich zum schweren Krankheitsgefühl ein Hinweis auf eine Sepsis sein. Insbesondere, wenn man weiß, dass der Betroffene eine Infektion hat oder jüngst hatte, sollte man alarmiert sein.

Merkhilfe: 

S – Schüttelfrost / Muskelschmerzen / Fieber 
E – erschwerte, schnelle Atmung 
P – Probleme beim Wasserlassen / fehlende Urinausscheidung 
S – Sprache verwaschen / Verwirrtheit 
I – Immenses Krankheitsgefühl 
S – sehr blasse oder marmorierte Haut 

Wie erkennt man eine Sepsis bei Kindern?

Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen und ein Krankheitsgefühl wie bei einem schweren grippalen Infekt sind mögliche Anzeichen einer Sepsis. Das ist ein Problem im Kindesalter, denn Kinder fiebern äußerst häufig und können ihre Symptome je nach Alter nur begrenzt bis gar nicht beschreiben. Acht bis zehn banale Infekte pro Jahr, sagt die Statistik, sind bei Kleinkindern völlig normal, im Kindergartenalter erhöht sich die Zahl auch mal auf 15 bis 18. Unter Tausenden von Kindern, die mit diesen Symptomen in die Praxis kommen, eine Sepsis zu erkennen, ist eine Herausforderung für Kinderärzt:innen. Eltern sollten deshalb auch selbst eine mögliche Sepsis ansprechen, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Kind kränker wirkt bzw. sich anders verhält als sonst unter einem typischen Kleinkindinfekt. Bei Säuglingen ist das Trinkverhalten ein wichtiger Indikator: Verweigert das Kind Brust oder Flasche, trinkt kaum, ist das ein Alarmsignal. Auch wenn es keinen wachen Blick mehr hat und nicht mehr Blickkontakt hält.   

Bekommt man bei einer Sepsis einen Strich auf der Haut?

Ein dunkelroter oder blauer Strich, der sich zum Herzen hin ausbreitet oder in diese Richtung „wandert“ – das sei ein untrügliches Anzeichen für eine „Blutvergiftung“, denken viele Menschen. Das ist falsch. Solche Striche kommen tatsächlich vor, allerdings nicht bei einer Sepsis, sondern bei einer sogenannten Lymphangitis. Dabei sind die Lymphbahnen entzündet. Eine Lymphangitis muss ebenfalls ärztlich behandelt werden. In seltenen Fällen erreicht sie den Blutkreislauf – dann kann eine Sepsis entstehen. 

Wie entsteht eine Sepsis? 

Grundsätzlich kann jede Infektion, die nicht vom Immunsystem oder Medikamenten in Schach gehalten wird, zu einer Sepsis führen. Auslöser sind hauptsächlich Bakterien, aber auch Viren und Pilze. Vor allem Lungenentzündungen und Infektionen im Bauchraum sind häufige Ursachen einer Sepsis.

Normalerweise kommt unser Körper gut mit Erregern klar. Täglich ficht er unzählige Kämpfe gegen Bakterien, Viren und Pilze aus – und gewinnt diese. Manchmal dauert es ein bisschen länger, dann werden wir krank, aber mit Geduld und mitunter auch medikamentöser Hilfe bekommt der Körper auch das in den Griff. Doch während sich Husten oder Schnupfen an der Oberfläche, also auf den Schleimhäuten abspielen, gelangen die Erreger bei einer Sepsis an sonst sterile Orte wie die Blutbahn, das Gehirn oder die meisten innere Organe, Fachleute sprechen dann von einer invasiven Infektion.

Eine solche Infektion löst die höchste Alarmstufe im Immunsystem aus, es mobilisiert sämtliche Abwehrkräfte. Diese Reaktion kann jedoch zu heftig ausfallen und nicht nur die Erreger, sondern auch körpereigenes Gewebe schädigen. Schreitet die Sepsis voran, können Organe versagen, der Betroffene stirbt. Es ist die Kombination aus Infektion und einer Überreaktion des körpereigenen Immunsystems, die eine Sepsis so gefährlich macht. 

Wer kann an einer Sepsis erkranken? 

Theoretisch kann jeder Mensch, der eine Infektion hat, auch eine Sepsis bekommen. Dennoch gibt es bestimmte Risikogruppen. Dazu zählen Kinder unter einem Jahr und Menschen über 60 Jahren. Außerdem Diabetes- und Krebspatienten, chronisch Kranke sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder fehlender Milz. 

Wie verläuft eine Sepsis?

Da eine Sepsis zahlreiche verschiedene Ursachen und Erreger haben kann und jeder Mensch anders darauf reagiert, lässt sich kein klassischer Verlauf beschreiben. Auch eine konkrete Inkubationszeit gibt es nicht. Ob und wie schnell eine Infektion sich von ihrem Entstehungsort aus über den ganzen Organismus ausbreitet, hängt unter anderem davon ab, wie geschwächt der Patient oder die Patientin ist und wie aggressiv die Erreger sind. Der Zustand kann sich binnen weniger Stunden verschlechtern. Wird ein:e Patient:in nicht behandelt, befallen die Erreger nacheinander einzelne Organe. Diese werden nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt und können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Je mehr lebenswichtige Funktionen ausfallen, umso schlechter kann der Körper gegen die Krankheit ankämpfen. Es setzt eine Kettenreaktion ein, bei der innerhalb kurzer Zeit Kreislauf, Nieren, Lunge, Leber und andere Organe versagen. 

Wie ist die Lebensqualität nach einer Sepsis?

Zwischen 50 und 75 Prozent der Menschen, die eine Sepsis überlebt haben, leiden langfristig an körperlichen und/oder psychologischen Folgen. Dazu gehören Seh- und Sprachstörungen, Gleichgewichtsprobleme, Müdigkeit und Schlafstörungen, Depressionen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Mussten aufgrund der Sepsis Gliedmaßen amputiert werden, kann sich das ebenfalls massiv auf Alltag und Berufsleben auswirken. 

Was tun bei einer Sepsis? 

Eine Sepsis ist immer ein medizinischer Notfall, bei dem jede Sekunde zählt. Mit jeder Stunde, die ohne Therapie verstreicht, sinkt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens. Bringen Sie bei Verdacht auf eine Sepsis den Betroffenen sofort in eine Notaufnahme oder rufen Sie einen Notarzt über die 112. 

Damit künftig rascher gehandelt wird, hat die Bundesregierung die Sepsis nun in die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2030) integriert. Die Früherkennung von Sepsis-Symptomen durch das Gesundheits- und Pflegepersonal auf allen Versorgungsebenen, z.B. auch in Rettungsleitstellen und in der ambulanten und stationären Versorgung von Pflegebedürftigen, soll durch die Bereitstellung von Informationen und Schulungsmaterialien verbessert werden.

Außerdem wird die ausreichende Ausstattung medizinischer Einrichtungen mit infektiologisch qualifiziertem ärztlichen und pharmazeutischen Personal gefordert. Solche infektiologische Expert:innen sind nötig, um einen angemessenen Antibiotika-Einsatz zu erreichen, die weitere Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu verhindern und auch die Sepsis-Sterbefälle durch rechtzeitige adäquate Behandlung zu senken. 

Wie wird eine Sepsis behandelt?

Mediziner:innen geben bei einer Sepsis zunächst Breitbandantibiotika, bis sie über Blutkulturen und Abstriche den Erreger identifiziert haben. Dann wird gezielt weiterbehandelt. Zudem wird der Kreislauf des oder der Betroffenen mit Infusionen stabilisiert. Bei einer sogenannten einfachen Sepsis genügen meist Medikamente. Bei einer schweren Sepsis ist die Durchblutung bereits gestört, der Betroffene muss intensivmedizinisch betreut werden. 

Was ist ein septischer Schock?

Wird eine Sepsis nicht bzw. zu spät therapiert oder schlägt die Behandlung nicht an, kann es zum sogenannten septischen Schock kommen. Diesen lebensgefährlichen Notfall überleben weniger als die Hälfte der Betroffenen. Grund ist ein extrem starker Blutdruckabfall, das Herz kann die erweiterten Blutgefäße nicht mehr mit genug Blut versorgen. Die Organe werden unterversorgt und versagen schließlich. Ein septischer Schock verlangt sofortige intensivmedizinische Betreuung. Wer den septischen Schock überlebt, hat meist schwere Langzeitschäden, die durch die Unterversorgung eines oder mehrere Organe entstanden sind. 

Wie kann ich mich vor einer Sepsis schützen? 

Generell ist es sinnvoll, Infektionen vorzubeugen. Dabei spielen Hygiene und Impfungen eine wichtige Rolle. Regelmäßiges Händewaschen, eine gute Lebensmittel- und Toilettenhygiene und ein ordentliches Reinigen und Versorgen von Wunden sollten selbstverständlich sein. Eltern sollten sich an das vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlene Impfprogramm halten, um die Grundimmunisierung der Kinder zu gewährleisten. Krankenhäusern kommt der Part der verbesserten Klinikhygiene zu, denn je geringer die Zahl der zirkulierenden Keime, um so geringer die Chance, dass sich Patient:innen infizieren. Entscheidend ist das frühe Erkennen der Gefahr, damit die Behandlung mit Antibiotika rechtzeitig beginnt. 

Pfizers Engagement

Pfizer ist seit September 2023 Mitglied des Förderkreises von #DeutschlandErkenntSepsis. Die Initiative hat zum Ziel, durch breite Aufklärung für Sepsis-Fälle in Deutschland zu verringern. Sie ist der Zusammenschluss von Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. mit den Partnerorganisationen Sepsis-Stiftung, SepsisDialog der Universitätsmedizin Greifswald, Deutsche Sepsis-Hilfe e. V. und Deutsches Qualitätsbündnis Sepsis. Schirmherr ist Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach. Pfizer ist eines der wenigen Pharmaunternehmen, das das Bündnis ebenfalls unterstützt.

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Warum Impfstoffe gegen Antibiotikaresistenzen helfen

Neben der Entwicklung neuer Wirksubstanzen und dem verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika helfen u.a. Impfstoffe dabei, die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen einzudämmen. Wie genau? Das erläutert Dr. Julie Skinner, globale Leiterin der Impfstoffentwicklung gegen bakterielle Erreger bei Pfizer.

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Die Stille Pandemie: „Wir machen es resistenten Erregern zu leicht“

Privatdozentin Dr. Irit Nachtigall, Regionalleiterin für Infektiologie und Antibiotic Stewardship an den Helios-Kliniken in der Region Ost sowie Fachgruppenleitung Infektiologie, trifft Caroline Schweizer, Senior Medical Affairs Scientist bei Pfizer. Ihr Thema: eines der größten Probleme der modernen Medizin, die sogenannten antimikrobiellen Resistenzen (AMR).

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Quellen:
1 https://idw-online.de/de/news?print=1&id=815638

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