KontaktInvestorsCareersMediaScienceContact Us
HomeNewsroomNews & StoriesImpfungen für Schwangere: Schutz für das Neugeborene vom ersten Atemzug anImpfungen für Schwangere: Schutz für das Neugeborene vom ersten Atemzug an

Welche Impfungen sind vor oder während einer Schwangerschaft ratsam – und weshalb? Welche Impfungen sollten Schwangere nicht erhalten? Und was muss während der Stillzeit beachtet werden? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.     
 

In diesem Beitrag:

Impfung für Schwangere schützt Mütter und Neugeborene

Impfungen schützen Menschen vor schweren Erkrankungen. Was viele nicht wissen: Werdende Mütter, die sich impfen lassen, können ihren Impfschutz auf das noch ungeborene Kind übertragen (sog. maternale Immunisierung). 

Wie das geht? Antikörper, die eine werdende Mutter durch durchgemachte Infekte oder eben Impfungen erworben hat, gehen über die Nabelschnur in das Blut des ungeborenen Kindes über. Dadurch erhält der Säugling von Geburt an für bestimmte Zeit einen sogenannten Nestschutz, ist also gegen bestimmte Erreger eine Zeit lang geschützt.

Impfungen für Schwangere und Stillende: Was wird allgemein empfohlen?

Generell gilt: In der Schwangerschaft sind Impfungen mit Totimpfstoffen und mRNA-Impfstoffen möglich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Schwangeren explizit Impfungen gegen Grippe, Keuchhusten (Pertussis) und COVID-19. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt: 

  • Im ersten Schwangerschafts-Drittel sollten nur dringend notwendige Impfungen, zum Beispiel wegen erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, durchgeführt werden.

  • Ab dem zweiten bzw. zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels wird Schwangeren z. B. die Impfung gegen Grippe und Keuchhusten (Pertussis) empfohlen.

  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen, zum Beispiel gegen Masern, Röteln, Windpocken, sind während der gesamten Schwangerschaft nicht empfohlen. 

  • Während der Stillzeit können sowohl die Stillende als auch der gestillte Säugling alle von der STIKO empfohlenen Impfungen bekommen. Lediglich die Impfung gegen Gelbfieber soll bei stillenden Frauen nicht erfolgen. 

Welche Impfungen sind in der Schwangerschaft möglich? 

Grippe-Impfung in der Schwangerschaft

Seit 2010 empfiehlt die STIKO allen gesunden Schwangeren die Schutzimpfung gegen Grippe ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel; bei Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollten sich Schwangere bereits in den ersten Monaten der Schwangerschaft impfen lassen.

Der Grund dafür: Schwangere haben bei einer Grippe-Infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe mit Komplikationen wie eine Lungenentzündung. Zudem kann eine Infektion während der Schwangerschaft die Gefahr von Frühgeburten sowie von Wachstumsstörungen beim ungeborenen Kind erhöhen.

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft

Darüber hinaus empfiehlt die STIKO Schwangeren zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels die Impfung gegen Keuchhusten mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis. Ist das Risiko für eine Frühgeburt erhöht, sollte die Impfung bereits im zweiten Drittel erfolgen.

Mit der Impfung gegen Keuchhusten soll in erster Linie das noch ungeborene Kind geschützt werden: Die häufigsten und schweren Komplikationen einer Keuchhusten-Infektion treten bei Säuglingen unter zwei Monaten auf, also vor der ersten empfohlenen Kinderimpfung. Nebenwirkungen wie eine Rötung oder Schwellung der Einstichstelle oder Kopfschmerzen sind möglich - die Sicherheitsbewertung durch die STIKO ergab aber keine Anhaltspunkte für schwerwiegende Risiken.

RSV-Impfung in der Schwangerschaft

Seit der RSV-Saison 2023/24 stehen erstmals verschiedene Möglichkeiten zur breiten medizinischen RSV-Vorsorge zur Verfügung. Darunter eine maternale RSV-Impfung für Schwangere, um das Neugeborene vom ersten Atemzug an für die ersten Monate ab der Geburt vor RSV zu schützen. Die meisten Fälle schwerer RSV-Infektionen treten bei Säuglingen in den ersten sechs Lebensmonaten auf. Derzeit liegt noch keine Empfehlung der STIKO für die maternale RSV-Impfung vor. Die STIKO hat eine Bewertung der neuen RSV-Präventionsmöglichkeiten für Mitte 2024 angekündigt. Werdende Mütter können sich bei der betreuenden Gynäkologin oder dem betreuenden Gynäkologen zur maternalen RSV-Impfung beraten lassen.

Weitere Impfungen in der Schwangerschaft

Des Weiteren sind unter bestimmten Umständen wie Reisen oder Gefährdungen folgende Impfungen mit Totimpfstoffen in der Schwangerschaft nach einer individuellen Abwägung möglich:



Auch interessant: Wie steht Deutschland beim Impfen und der Gesundheitsvorsorge da?

 

Welche Impfungen werden für Schwangere nicht empfohlen?

Impfungen mit Lebendimpfstoffen zum Beispiel gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sind in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht empfohlen. Das liegt daran, dass sie im Gegensatz zu Totimpfstoffen nicht inaktivierte, sondern abgeschwächte Erreger enthalten, die sich zu einem gewissen Grad noch vermehren können.

Nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff wird zudem sicherheitshalber dazu geraten, vier Wochen lang nicht schwanger zu werden. Bei der Impfung mit Totimpfstoffen braucht man hingegen keinen Zeitabstand berücksichtigen.

Welche Impfungen sind vor der Schwangerschaft nötig?

Die STIKO rät Frauen mit Kinderwunsch, bereits vor einer Schwangerschaft den eigenen Impfstatus überprüfen zu lassen und eventuell vorhandene Impflücken rechtzeitig zu schließen – vor allem jene, für die es Lebendimpfstoffe braucht.

Besonders gefährlich kann für das ungeborene Kind eine Infektion der Mutter in der Schwangerschaft mit Röteln oder Windpocken werden. Und an Masern erkrankte Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung, vorzeitige Wehen und Frühgeburten. Konkret empfiehlt die STIKO vor der Schwangerschaft folgende Impfungen:

  • Masern

  • Röteln

  • Windpocken (Varizellen)

  • Tetanus, Diphtherie, Polio



Auch interessant: Wie Impfungen gegen Antibiotikaresistenzen helfen

Ist eine RSV-Infektion in der Schwangerschaft problematisch?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist eine häufige Ursache für Atemwegserkrankungen. In der Regel ist eine Infektion während der Schwangerschaft nicht problematisch, es sei denn die Schwangere zählt zu einer Risikogruppe, zum Beispiel mit einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung. Allerdings sind Neugeborene und Säuglinge besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch unreif ist. Bis zu 70 % aller Säuglinge infizieren sich in ihrem ersten Lebensjahr mit RSV. So ereignen sich die meisten Fälle schwerer RSV-Infektionen in den ersten sechs Lebensmonaten. Die RSV-Welle im Winter 2022/2023, die das Gesundheitssystem an die Grenze seiner Belastbarkeit brachte, betraf insbesondere Säuglinge und Kleinkinder.

Für die aktuelle RSV-Saison stehen erstmals Möglichkeiten zur breiten medizinischen Vorsorge zur Verfügung. Darunter eine Impfung für Schwangere, um das Neugeborene vom ersten Atemzug an für die ersten Monate nach der Geburt vor RSV zu schützen.

Lesen Sie mehr zu: RSV bei Säuglingen und Kleinkindern

Fazit

Impfungen während der Schwangerschaft und Stillzeit machen im Wesentlichen aus zwei Gründen Sinn:

  1. Sie schützen die werdende Mutter vor Erkrankungen, die sich negativ auf das noch Ungeborene auswirken können.

  2. Sie schützen das Neugeborene vom ersten Atemzug an vor schweren Erkrankungen, gegen die es in den ersten Wochen seines Lebens auf natürlichem Weg noch keine Antikörper aufgebaut hätte beziehungsweise noch nicht geimpft werden kann.

Aktuell empfiehlt die STIKO Schwangeren die Impfung gegen Keuchhusten, Grippe und COVID-19.

Hinweis:
Zum Thema Impfung sollten Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangere immer individuelle Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin halten. Dieser Artikel stellt den Stand vom Januar 2024 dar. Die aktuellen Impf-Empfehlungen finden Sie zudem auf der Website der STIKO.

Quellen

PresseMedizinische AnfragenNebenwirkungen meldenPflichtangabenDatenschutzKontaktNutzungsbedingungenImpressumLkSGAGBCookie–HinweisCopyright © 2024 Pfizer Pharma GmbH. All rights reserved.
Mitglied im Verband der forschenden Pharma-Unternehmen und im Verein
Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V.